Wie das Baby im Mutterleib schmeckt, riecht, sieht und denkt

Alle wichtigen Sinne des Babys sind schon im Mutterleib sehr weit entwickelt. Es sammelt jeden Tag neue Sinneseindrücke. Manche davon prägen das Kind sein Leben lang.


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Schmecken: Die ersten Geschmackszellen bildet sich schon nach etwa acht Wochen aus. In der  15. SSW haben sich dann auch die erste Geschmacksknospen entwickelt. Etwa zu dieser Zeit beginnt das Baby auch damit, Fruchtwasser zu schlucken. "Das Fruchtwasser ist im Grunde eine Art Suppe aus verschiedenen Aromen und Geschmacksvarianten, die sich im Laufe des Tages ändern", sagt Benoit Schaal, Leiter des Europäischen Zentrums für Geschmackswissenschaft in Dijon. Und der Fötus kann das auch schmecken. Ab dem letzen Trimester ist der Geschmackssinn bereits so sensibel, dass das Baby auf Geschmacksveränderungen reagiert. Es nimmt also wahr, was Sie gegessen haben: süß oder würzig.

„Das Baby kann diese Veränderungen wahrnehmen und speichert seine Eindrücke zumindest so dauerhaft, dass sie das Verhalten des Kindes nach der Geburt beeinflussen.“ Mütter prägen also durch das, was sie essen, auch die Vorlieben ihrer Kinder. Sie können also schon vor der Geburt Ihres Babys, die Basis für eine lebenslang gesunde Ernährung zu legen.

Riechen:
Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Baby von der 28. SSW an in der flüssigen Umgebung zwar riechen, die Eindrücke aber nicht von den geschmeckten unterscheiden kann. Kurz nach der Geburt ist der Geruchssinn aber bereits sehr wichtig für das Baby - unter anderem, damit es ganz schnell die Brustwarzen zum Stillen findet. Denn die erkennt es am Geruch der Muttermilch.


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Sehen: In der 16. SSW kann ein Baby erstmals seine Augen bewegen, ab der 26. SSW öffnet es sie zum ersten Mal. Inwieweit ein Baby aber schon vor der Geburt wirklich sehen kann, ist noch nicht vollständig erforscht. Untersuchungen haben zumindest gezeigt, dass Föten reagieren, wenn man eine Taschenlampe direkt auf den Bauch richtet. Eine bestimmte Lichtstimulation findet also statt. Das Sehvermögen ist erst im letzten Schwangerschaftsdrittel voll funktionsfähig. Es entwicklet sich aber auc noch nach der Geburt entscheidend weiter. So kann das Baby erst mit etwa zwei Monaten Farben wahrnehemn.

Gefühle: Wissenschaftler haben den Herzschlag eines Babys vor der Geburt gemessen, während ihre schwangere Mutter intensiv über ihre Gefühle mit ihnen redete -  über starke Gefühle, auch Sorgen und Ängste. Das Baby reagierte meist mit heftigem Herzschlag. Man weiß heute noch nicht genau wie, aber offenbar bekommt ein Baby schon vor der Geburt viel von den Gefühlen seiner Mutter mit.

Denken:
Bei der Geburt ist das Baby mit dem kompletten Satz Gehirnzellen ausgestattet. Der größte Teil entsteht bereits in der ersten Hälfte der Schwangerschaft - bis zu eine 0,5 Million Zellen pro Minute. Aber was wichtiger ist als die pure Menge: die Verknüpfungen der Hirnzellen, also die Synapsen. Sie bilden sich von der fünften Woche an. Und das bis lange nach der Geburt - ebenfalls in einem Wahnsinnstempo. Neugeborene Babys sind unglaublich lernfähig und beginnen schnell, ihr Gehirn zu strukturieren. Sie können sich zum Beispiel an Melodien erinnern, die sie regelmäßig während der Schwangerschaft gehört haben - besonders in den letzten Wochen vor der Geburt. Das zeigt, dass das Kind schon im Mutterleib lernfähig ist.

Direkt nach der Geburt:
Mit der Geburt ändert sich für das Baby plötzlich alles. An der Luft reagiert zum Beispiel nur noch das Trommelfell auf Töne statt wie zuvor eine ganze Reihe von Hautrezeptoren. Das neugeborene Baby hört Stimmen, die es nicht kennt. Der Tastsinn ist auf einmal ganz direkt, auch das Sehen und das Riechen. Das Gefühl für das eigenen Gewicht verändert sich völlig, es spürt die Schwerkraft. Ungeheuer viele Eindrücke stürmen auf das kleine Wesen ein. Viel zu verarbeiten für so ein Baby. Die bekannte Stimme der Mutter und ihr Geruch sind ihm eine wichtige Hilfe, um sich zu orientieren und sich an das Leben „draußen“ gewöhnen zu können.


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