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Ritter und Burgen

Der berühmteste Dichter des Mittelalters: Seine Lyrik überdauerte die Zeit der Ritter und Burgen

Eine Skulptur des Minnesängers steht auf auf dem Frankoniabrunnen in Würzburg.
Eine Skulptur des Minnesängers steht auf auf dem Frankoniabrunnen in Würzburg. (© pixabay.com / gamagapix)

Dichter waren wichtige Instanzen, die Bildung und Unterhaltung mit Lyrik und Musik verbanden. Er ist einer der populärsten Vertreter seiner Zeit.

Dichtkunst und Minnesang im Mittelalter

Dichter hatten einen wichtigen Stellenwert im Mittelalter. Denn sie verpackten relevante Themen wie Rittertum oder Religion in Gedichte. Diese waren teilweise mit Musik untermalt, etwa durch Instrumente wie Harfe oder Laute. Die Lyrik erfüllte mehrere Zwecke, zum Beispiel die Verbreitung von Ideen und Bildung, aber auch einfache Unterhaltung. Ebenso war (unerfüllte) Liebe ein großes Thema vieler Gedichte. Auf dieser Grundlage entstand der Minnesang, der DIE Form der Liebeslyrik im Mittelalter war. Das Publikum von Dichtkunst und Minnesang war oft adelig, die Vortragenden hingegen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Einer der bekanntesten Vertreter des Mittelalters war Walther von der Vogelweide.

Walther von der Vogelweide – ein politischer Dichter

Wann Walther von der Vogelweide geboren wurde, ist heute nicht mehr vollständig nachvollziehbar. Mutmaßlich war es jedoch um das Jahr 1170 herum in Österreich. Auch über sein Aufwachsen und seine Familienverhältnisse ist kaum etwas bekannt. Lediglich seine Erfolge als Dichter und Minnesänger sind in Teilen rekonstruiert. So sind etwa zwischen 70 und 90 Lieder von ihm überliefert sowie zwischen 140 und 150 Singsprüche.

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Inhaltlich beschäftigte sich Walther von der Vogelweide viel mit religiösen, politischen und gesellschaftlichen Themen, aber auch mit ethisch-moralischen Fragestellungen. Er kritisierte beispielsweise den Papst und die enge Verbundenheit von Staat und Kirche. Dieses kritische Dasein war im Mittelalter nicht selbstverständlich und brachte dem Dichter auch Kritik ein. Walther von der Vogelweide soll sowohl an kaiserlichen und herzoglichen Höfen tätig gewesen sein als auch als fahrender Dichter und Sänger.

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Walther von der Vogelweide und der Minnesang

Walther von der Vogelweide beschäftigte sich in seiner Lyrik neben politischen und gesellschaftlichen Fragen vor allem mit der Liebe – dem Kernelement des Minnesangs. Die sogenannte hohe Minne besingt dabei die aussichtslose Liebe zu Frauen des Adels. Walther von der Vogelweide gilt als Erster, der der hohen Minne den Rücken kehrte und die niedere Minne prägte. Hier liegt der Fokus auf einer gleichberechtigten Beziehung und erfüllbarer Liebe. Auch das war ungewöhnlich und brachte dem Dichter Kritik ein.

Reinmar der Alte und Walther von der Vogelweide: Ein Beitrag zur Geschichte des Minnesangs

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Einfluss auf andere Dichter und das Leben abseits der Lyrik

Walther von der Vogelweide gilt als einer der bedeutsamsten Lyriker im Mittelalter. Dementsprechend hatte sein Wirken Einfluss auf spätere Dichter. Es wird angenommen, dass ein Werk Walthers die Grundlage für das Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben darstellt, das heute in Teilen als deutsche Nationalhymne bekannt ist. Über sein Leben abseits der Dichtkunst ist wenig bekannt und es gibt unterschiedliche Thesen dazu. Hauptsächlich widmete Walther von der Vogelweide sein Leben wohl der Lyrik. Nach dem Tod Kaiser Friedrich des I., an dessen Hof Walther bis dahin tätig war, soll er von Hof zu Hof gezogen sein. Für seine Darbietungen erhielt er kein Geld. Walther von der Vogelweide soll zuletzt ein Rittergut in Würzburg besessen haben. Das soll ihm Friedrich der II. anerkennend zur Verfügung gestellt haben. Hier soll Walther von der Vogelweide 1230 auch gestorben sein.

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Wo der Dichter begraben wurde, ist nicht vollständig belegt. Heute gibt es an verschiedenen Orten entsprechende Denkmale, zum Beispiel in Bozen, Weißensee und Würzburg. Walther von der Vogelweide verfasste seine Gedichte auf Mittelhochdeutsch, was sich von unserer Sprache unterscheidet. Ein Beispiel ist sein Werk „Ich saz ûf eime steine“, das wir mit „Ich saß auf einem Stein“ übersetzen würden. In unserem Video kannst du mit den Darstellern aus „Narziss und Goldmund“ weitere Sätze erraten.

Narziss und Goldmund – Sprache im Mittelalter

Walther von der Vogelweide war einer der bedeutsamsten Dichter und Minnesänger des Mittelalters. Seine Lebenszeit wird auf 1170 bis 1230 geschätzt. Viele Aspekte seines Lebens können nur erahnt werden, allerdings wurden einige seiner Werke im 18. Jahrhundert wiederentdeckt. Sie handeln einerseits von politischen, gesellschaftlichen und religiösen Themen und andererseits von der Liebe. Der Dichter sorgte immer wieder für Kritik, da er teilweise sehr ungewöhnliche Ansichten vertrat. Wahrscheinlich reiste Walther von der Vogelweide von Ort zu Ort, um seine Werke darzubieten.

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