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Stiftung Warentest warnt vor Frucht-Quetschies

Obst-Alternative?

Stiftung Warentest warnt vor Frucht-Quetschies

Jede von uns Mamas hat ihrem Sprößling sicher schon mal unterwegs einen der Fruchtbeutel als schnellen Snack in die Hand gedrückt. In ihrer aktuellen Ausgabe testet die Verbraucherstiftung erneut die beliebten Quetschie-Beutel und warnt vor dem hohen Zuckergehalt und einem Dauernuckeln, das den Spracherwerb einschränken kann. Darf ich meinen Kind daher keine Quetschies mehr geben?

Darum sind Quetschies so beliebt

Quetschies sind kleine Beutel und enthalten eine Mischung aus püriertem Obst, die schon Babys und Kleinkinder in die Hände nehmen und selbst quetschend herausnuckeln können. Sie sind so beliebt, weil es sich um einen vermeintlich gesunden Snack handelt, der aus Obst besteht. Es ist sehr praktisch dem Kleinen auf dem Weg von der Kita nach Hause, ein Beutelchen in die Hand zu drücken, das es selbst und ohne Gekleckse aussaugen kann. Es braucht keiner Vorbereitung, spart Zeit und das Kind stillt kurzfristig scheinbar seinen Hunger. Doch es gibt neben dem Problem der enormen Müllproduktion andere gute Gründe, seinem Kleinkind Quetschies nur selten zu geben. Die Stiftung Warentest hat dies in ihrem aktuellen Test (Ausgabe 03/2020) begründet und zeigt uns Eltern gleichzeitig Alternativen zu den Fertigsnacks.

Obstquetschies
Inzwischen gibt eine Großzahl an Quetschies verschiedener Marken, die man in fast jedem Supermarkt oder einer Drogerie kaufen kann.

 

Das sind die Ergebnisse der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest vergleicht die Zutatenliste insgesamt 27 Quetschie-Marken im 100-Gramm-Beutel aus Früchten verschiedenster Sorten. Das können Beeren als auch Äpfel, Banane, Mango, Birne und andere bei Kinder beliebte Obstsorten sein, die püriert und im Beutel verzehrfertig angeboten werden. Insgesamt kommt der Verbraucherverein dabei zu folgenden Ergebnissen:

  • Quetschies enthalten genauso viel Zucker wie Cola & Co.: Die meisten Quetschies bestehen au seinem Mix an Früchten und teilweise auch Getreide und Joghurt. Daher werben die Anbieter mit dem Hinweis „kein Zuckerzusatz“. Doch das ist trügerisch, denn Obst beinhaltet von Natur aus Fruchtzucker. Daher enthält ein Quetschie im Schnitt 11 Gramm Zucker pro 100 Gramm – ähnlich wie Cola. Bei einzelnen Sorten nimmt ein Kleinkind sogar bis zu fünf Zuckerwürfel an Fruchtzucker zu sich.
  • Sie verleiten zum zähneschädigenden Dauernuckeln: Die Stiftung Warentest warnt besonders Eltern von Einjährigen und Babys, Quetschies nicht als Zwischenmahlzeit zu betrachten. Fruchtmus verleitet zum ständigen Nuckeln und haftet eher an den Zähnen als Obst. Da es zusätzlich mehr Zucker enthält, sind größere Mengen Fruchtmus schlecht für die Zähne und verursachen schon früh Karies.
  • Quetschies können den Spracherwerb beeinträchtigen: Eine weitere negative Auswirkung des ständigen Fruchtmus-Nuckelns ist der Einfluss auf die Kiefermuskeln. Beim Kauen von Obst trainieren Babys und Kleinkinder die Mundmuskulatur. Das fällt beim Saugen von Obst natürlich weg. Daher sollten die ganz Kleinen auf Fruchtmusnuckeln verzichten. Das rät sogar die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
  • Sie sind teuer und produzieren enorm viel Müll:  Neben den Gesundheitsaspekten sind die Quetschbeutel auch in Sachen nachhaltig Leben keine gute Wahl. Wer täglich ein bis zwei Quetschies verzehrt, hinterlässt ganz schön viel Müll. Inzwischen gibt es auch recycelbare Beutel und welche zum Selbstbefüllen. Das Verbrauchermagazin hat beide Varianten getestet. Sie sind demnach eine umweltschonende, leicht zu handhabende Alternative.

Warum ein Quetschie als Snack ab und zu okay ist

Wenn du jetzt gerade ein schlechtes Gewissen hast, weil du deinem 2-Jährigen ab und zu ein Quetschie gibst, ist das halb so wild. Als Snack sind sie immerhin besser als ein Schokoriegel, der zusätzlich zum Zucker noch Fett enthält. Für kleine Verweigerer von frischem Obst kann so ein Fruchtmus ja sogar eine gute Möglichkeit sein, doch etwas Vitamine abzubekommen. Doch deinem Baby und unter 1-Jährigen solltest du besser klein geschnittenes frisches Obst anbieten, das kann genauso gut mit wenig Zähnen abgenagt werden und ist ein ganz besonderes haptisches Erlebnis.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Pro Obst, anti Dauernuckeln

Ich bin generell im Team frisches Obst und halte nicht viel vom Dauernuckeln. In den fünf Minuten, die du im Supermarkt verbringst um ein Quetschie zu kaufen, kannst du auch zu Hause Apfelschnitze, Birne oder Banane vorbereiten und in eine Box packen. Wenn es jedoch mal schnell gehen muss oder die Oma verunsichert fragt, ob das Kind einen Schokoriegel haben darf, dann sind Quetschies auch mal eine Möglichkeit. Wie immer gilt: Die Masse machts. Deinem Kind zuliebe solltest du darauf achten und bei deinem Baby besser nicht zu früh damit anfangen.

Bildquelle: Getty Images/romrodinka Stiftung Warentest/Ralph Kaiser

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