Gleiche Elternzeit für alle: Finnland setzt gender-neutrale Elternzeit durch

Familienpolitik

Gleiche Elternzeit für alle: Finnland setzt gender-neutrale Elternzeit durch

Dass eine gleichberechtigte Regierung sich direkt und vor allem positiv auf die Familienpolitik auswirken kann, zeigt uns das neue Elternzeit-Modell von Finnlands Premierministerin Sanna Marin.

Die Finnen gelten als glücklichste Nation der Welt – und vor allem Familien können sich dank des langersehnten Regierungswechsels jetzt noch glücklicher schätzen. Denn ab Herbst 2021 geht Finnland einen weiteren Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Dann tritt die neue, gender-neutrale Elternzeitregelung in Kraft, die beide Elternteile zur selben Elternzeit berechtigt.

Wie auch in Deutschland stehen Paaren in Finnland nun bis zu 14 Monate bezahlte Elternzeit zu. Dabei soll die Regelung auch bei uns die Betreuung des Kindes für Väter attraktiver machen. Bleibt ein Elternteil zuhause, erhält er für 12 Monate Elterngeld. Teilen sich beide Partner die Betreuung auf, verlängert sich die Zahlung auf 14 Monate.

Der finnische Gesetzesentwurf verteilt die Elternzeit zudem gleichberechtigt auf beide Elternteile. Dabei ist es egal, welchem Geschlecht diese angehören. So können Väter wie Mütter je sieben Monate zuhause bleiben, während der Partner ins Berufsleben zurückkehrt. Zudem können beide bis zu 69 Tage tauschen.

Zusätzlich kann der schwangere Elternteil einen Monat vor Entbindungstermin in den Mutterschutz gehen.

Gleichberechtigung stärkt das soziale Netz

Ziel der neuen Regelung ist neben einer gender-neutralen und gleichberechtigten Familienpolitik auch die Erhöhung der Geburtenrate: Wie in allen westlichen Ländern fällt der Index seit Jahren zuverlässig und stellt die Bevölkerungspyramide auf den Kopf. Ein Problem, das Studien zufolge auf die ungleiche Verteilung der Kinderbetreuung und starre Unternehmenspolitik zurückzuführen ist. Und das ist eine Tatsache, die die finnische Premierministerin allen voran progressiv ändern möchte:

“Wir haben ein gutes Gesundheitssystem und soziales Netz, das jedem dazu verhilft, sich zu verwirklichen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum Finnland als das glücklichste Land der Welt rankt,” sagt sie im Interview mit der “Washington Post”.

Gleichzeitig setzt sich die Politikerin auch für eine offene Einwanderungspolitik ein, um eine jüngere Gesellschaft frei von Vorurteilen zu schaffen.

Welcher Mama-Typ bist du oder wirst du?
Bildquelle: Getty Images/Lacheev

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