Schnuller-Ratgeber: Infos & Tipps zum Nuckel

Alles rund um den Schnulli

Schnuller-Ratgeber: Infos & Tipps zum Nuckel

Schnuller, Nuckel, Nuggi, Huppi. Egal, wie du ihn nennst, der Schnuller begleitet das Baby in den ersten Lebensjahren. Alles Wissenswerte haben wir hier zusammengefasst.

Saugen macht nicht nur satt

Einem Baby ist der Saugreflex angeboren. Schon im Bauch nuckelt das ungeborene Baby am Daumen. Und wird es nach der Geburt der Mutter an die Brust gelegt, sucht es instinktiv die Brustwarze und beginnt zu saugen. Saugen sichert dabei nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern tut gleichzeitig der Seele gut. Denn beim Saugen produziert der Körper des Babys Hormone, die beruhigend wirken und sogar die Verdauung fördern.

Ein paar Dinge, die du beachten solltest:

  • Wenn du den Schnuller das erste Mal anbietest, ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wird der Schnuller zu früh eingeführt, kann das negative Auswirkungen aufs Stillen haben. Am besten gibst du  den Nucki erst, wenn dein Baby einige Wochen alt ist.
  • Später kann der Schnuller die Sprachentwicklung verzögern: Denn wenn die Zunge nur damit beschäftigt ist, den Schnuller zu halten, sind Aussprache und Artikulation beeinträchtigt. Und: Die Zunge kann mit Schnuller das Schlucken nicht richtig üben. Sie muss aber dazu trainiert werden, Flüssigkeit und Nahrung nach hinten zu transportieren.
  • Bis zum dritten Lebensjahr solltest du versuchen, deinem Kind den Schnuller abzugewöhnen. Je länger der Nucki ein ständiger und nicht hinterfragter Begleiter ist, desto mehr gewöhnt sich das Kind daran.

Schnuller nicht gleich von Geburt an

Schnuller, Sauger oder Babyfläschchen können unter Umständen zur sogenannten Saugverwirrung führen. Denn die Saugtechniken an der Brust und beim Fläschchentrinken unterscheiden sich:

  • Beim Stillen muss das Baby seinen Mund weit öffnen, um den gesamten Warzenhof zu umfassen. Die Lippen sind nach vorne gestülpt, und die Kiefer müssen rhythmisch arbeiten.
  • Beim Saugen an Fläschchen oder Schnuller braucht ein Baby den Mund nicht so weit zu öffnen und muss auch nicht stark mit dem Kiefer arbeiten, damit Milch fließt.

10 Probleme beim Stillen und wie du sie löst

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Bekommt ein Baby abwechselnd Fläschchen oder Schnuller und die Mutterbrust, kann es passieren, dass es die Brustwarze nicht mehr richtig mit den Lippen umschließt, die Mutter beim Stillen Schmerzen empfindet und auch nicht mehr genug Milch kommt.
Aber: Es besteht kein Anlass zu Panik. Die meisten Babys haben keine Probleme mit dem Wechsel zwischen Schnuller/Flasche und Brust. Wichtig ist, wenn möglich in den ersten Tagen auf Sauger zu verzichten und den Schnuller erst zu einem späteren Zeitpunkt anzubieten. Sollte eine Saugverwirrung enstehen, können Stillberaterinnen und Hebammen meist helfen. Nur in seltenen Fällen pendelt sich das Stillen nicht mehr ein.

Retter in Notfällen - der Schnuller

Ein Schnuller ist immer okay, solange er keine Dauerlösung darstellt. Also: Klingelt der Postbote an der Tür und das Baby schreit, darf der es zur schnellen Beruhigung einen Schnuller bekommen. Den ganzen Tag sollte er allerdings nicht im Mund stecken.
Einschlafen mit Brust oder mit Schnuller? Hier scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf häufiges Stillen zur Beruhigung. Aus guten Grund: Denn das hat den großen Vorteil, dass dein Baby ganz nah bei dir ist und durch die körperliche Nähe beruhigt einschlafen kann. Aber: Stillen zur Beruhigung kann für Mütter auch ganz schön anstrengend und teilweise belastend sein - deswegen solltest du auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen haben, wenn du statt zu Stillen den Schnuller holst. Es ist deine Entscheidung - und die triffst du aus dem Bauch heraus.

Welche Schnullerform ist die Richtige?

Zur dieser Frage gibt es keine "richtig" oder "falsch", denn jedes Baby ist anders. Einige Babys spucken kiefergerechte Schnuller wieder aus, andere nehmen nur diese eine Form. Probiere es aus und lasse dein Kind entscheiden.

Entwöhnt man dem Kind den Nucki kann es vorkommen, dass es zum Ausgleich nun den Daumen nimmt. Fallen dann die ersten Milchzähne aus und die richtigen Zähne kommen, sollte man gemeinsam mit dem Zahnarzt im Blick behalten, ob das ständige Nuckeln eine Fehlstellung begünstigt.

Manchmal braucht's den Schnuller nicht

Manche Babys mögen den Schnuller gar nicht, andere brauchen ihn scheinbar ständig. Welche Alternativen es gibt und warum Schnuller-Rückfälle nach der Entwöhnung gar nicht schlimm sind.

Körpernähe, Daumen oder Schmusetuch

Obwohl der Saugreflex angeboren ist, gibt es tatsächlich Babys, die keinen Schnuller mögen. Manche Kinder sind relativ robust und kommen schnell wieder zur Ruhe, wenn sie sich mal aufregen. Und manche schaffen es sogar, sich selbst in den Schlaf zu brabbeln. Andere wiederum können sich so ins Weinen hineinsteigern, dass sie auch einen Schnuller ablehnen, wenn er ihnen angeboten wird. In solchen Fällen kann Körpernähe, etwa indem du dein Kind eine Weile herumträgst, ein guter Weg sein, um auch ohne Schnuller in den Schlaf zu finden. Viele Babys nehmen statt einem Schnuller einfach ihren Daumen, bekommen Tücher oder Mamas Finger zum Nuckeln. Saugen ist für einen Säugling nahezu immer beruhigend. Das gilt aber auch für Köperkontakt, Vorsingen, sanftes Sprechen und Streicheln.

Ob ein Baby den Schnuller oft braucht, hängt also auch von seinem Temperament ab. Und da unterscheiden sich Babys von Geburt an. So freuen sich manche über neue Eindrücke und Personen, andere brauchen viel Sicherheit, um Neuem zu begegnen, und sind eher ängstlich. Gerade bei Letzteren wirkt es beruhigend, wenn die Eltern viel Geduld haben und ihrem Baby Zeit geben, sich an eine neue Situation zu gewöhnen – ob es sich um den ersten Besuch beim Kinderarzt oder das erste Mal in der Krabbelgruppe handelt. Auch auf äußere Reize wie Temperatur, Gerüche und Geräusche reagiert jedes Baby anders.

Wichtig ist in jedem Fall, dass du das Temperament deines Babys kennst - denn so kannst du immer angemessen reagieren. Vielleicht braucht dein Baby in mancher Situation gar keinen Schnuller, sondern mehr Körperkontakt oder weniger bzw. andere Reize, vielleicht etwas Musik? Achte also schon früh sehr genau auf die Signale deines Babys. Säuglinge können zum Beispiel durch fest zusammengeballte Fäustchen und das Abwenden des Kopfes signalisieren, dass sie jetzt Ruhe brauchen. Wenn Mama dann zum Beispiel das Zimmer abdunkelt und für Ruhe sorgt, kommt es unter Umständen gar nicht zum Schreien - und der Schnuller ist öfter einmal gar nicht gefragt.

Genauso können feste Rituale, etwa beim Einschlafen, helfen, Unsicherheiten und Schnuller-Bedürfnis gar nicht erst entstehen zu lassen. In eine ähnliche Richtung gehen sogenannte "Übergangsobjekte", sprich: ein Schmusetuch oder Lieblingsstofftier, das vertraut ist und dem Kind in "aufregenden" Momenten Halt gibt.

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Ein Rückfall zum Schnuller ist normal

In Stress-Situationen kann es vorkommen, dass selbst Kinder, die schon länger keinen Schnuller mehr nehmen, wieder mit dem Nuckeln beginnen. Ein Zeichen von Unreife muss das nicht sein. Und es ist nicht weiter schlimm. Allerdings ist dann viel Rücksicht und Geduld von euch Eltern gefragt. Und Verständnis dafür, dass sich das Kind wieder auf die ursprünglich gelernte Weise mit Schnuller beruhigen will. Mit viel Zuwendung und Sprechen über die neue Situation ist aber auch dieser "Rückfall" in der Regel in den Griff zu bekommen.

Genauso feinfühlig solltest du bei der Entwöhnung des Schnullers umgehen. Du musst dir klarmachen, dass du dem Kind etwas wegnimmst, das es als großen Beruhigungsspender kennengelernt hat. Entsprechend kann dein Kind den Abschied vom Schnuller als großen Verlust empfinden. Da sind Proteste völlig normal. Darauf solltest du aber nicht genervt reagieren, sondern viel Rücksicht auf dein Kind nehmen.

Bildquelle: Thinkstock

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