Mütter im Perfektionswahn

Eine Studie zeigt, dass Mütter größeren Einfluss auf das soziale Leben und den Schulerfolg der Kinder haben als Väter. Was aber nicht dazu führen sollte, dem Perfektionswahn zu verfallen!

Mutter hat großen Einfluss auf das Leben der Kinder

Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts ergab: „Die soziale Einbindung des Kindes im Freundeskreis wird von der Bildung der Mutter beeinflusst, nicht der des Vaters.“ Und auch für den Schulerfolg gilt die Bildung der Mutter als entscheidender als die des Vaters. Pathetisch ausgedrückt: Mutter zu sein heißt, teilzuhaben an der Erschaffung einer neuen Generation, und ist in vielen Momenten ein schöpferischer und erfüllender Vorgang. Allerdings steht das Leben mit Kindern häufig in Konkurrenz zur Berufswelt. Auch heute ist es nicht einfach, das Mutter sein mit der Erfüllung in Einklang zu bringen, die das Erwerbsleben mit sich bringt. Oder auch nur mit der Notwendigkeit, genügend Geld für die Familie zu verdienen.Aber noch etwas ist interessant: Seltsamerweise scheint man es als Mutter der Gesellschaft sowieso nie ganz recht machen zu können. Eine Mutter, die sich entscheidet, während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder zu Hause zu bleiben, wird von manchen angeschaut, als widmete sie sich einem exotischen Hobby. Und einer Mutter, die kurz nach der Geburt wieder arbeitet, wird immer noch gelegentlich unterstellt, sie wollte Karriere zulasten der Kinder machen. Eines wie das andere ist absurd. Studien haben gezeigt, dass Kinder glücklich sind und sich gut entwickeln, wenn sie liebevolle, verlässliche Eltern haben – ob die Mutter arbeitete oder nicht, spielte für ihr Lebensglück eine eher geringe Rolle.

Größter Fehler einer Mutter: Zu viel wollen

Aber vielleicht tappt man als Mutter doch noch zu häufig in die Perfektionsfalle. Irgendwie will man es als Mutter doch allen recht machen. Kein Wunder: Ständig begegnen wir Ansprüchen und Idealen, wie man denn zu sein hat als Frau und Mutter. Heidi Klum und Claudia Schiffer führen vor, dass man nur Wochen nach der Geburt wieder eine Traumfigur haben kann. Die Psychologin Angelika Faas sagt: „Unser Mutterbild ist immer noch überhöht. Und oftmals haben wir Frauen es unbewusst stark verinnerlicht. Wir fühlen uns für alles, was Kinder und Familie betrifft, doppelt verantwortlich. An gute Väter werden viel weniger Ansprüche gestellt.“
Ihr Rat: „Wenn Sie sich als Mutter unvollkommen fühlen, fragen Sie doch zunächst einmal: Woher kommt dieses Gefühl? Ist es überhaupt berechtigt? Und nicht gleich: Wie kann ich es besser machen?“ In Fernsehserien oder -filmen kann eine Mutter kaum Vorbilder finden.