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Alles anders! So verändert die Geburt eines Kindes die Persönlichkeit

Alles anders! So verändert die Geburt eines Kindes die Persönlichkeit

Neue Studie

Dass die Geburt eines Kindes das Leben komplett auf den Kopf stellt, ist wenig überraschend. Wie genau sich diese Veränderung aber auf die Persönlichkeit frisch gebackener Eltern auswirkt, war bislang nicht klar. Eine neue Studie zeigt nun, wie genau die Geburt eines Kindes die Persönlichkeit verändert – mit überraschenden Ergebnissen.

Wenn aus einem Paar eine kleine Familie wird, ist auf einmal alles anders. Schließlich wart ihr bis zu diesem Zeitpunkt ein eingespieltes Team und wusstet wahrscheinlich ganz genau, wie euer Partner bzw. eure Partnerin tickt. Und plötzlich ist da noch jemand, ein kleines Wunder, dem ihr dem Großteil eures Tags eure Aufmerksamkeit widmet und ihm den besten Start in sein Leben ermöglichen möchtet.

Dass die neuen Rollen als Mutter und Vater etwas mit uns machen, ist klar. Aber wie genau sich die Persönlichkeit verändert, wenn ein Baby bekommt, das war bislang wenig erforscht. Man ging davon aus, dass ein Kind zu einem zunehmend verantwortungsvollen Verhalten der Eltern führt. Das stimmt aber nicht unbedingt – wie eine neue Studie jetzt zeigt.

5 Persönlichkeiten im Blick

Die Studie der Psychologinnen Eva Asselmann und Jule Specht von der Humboldt Universität Berlin nimmt die Veränderungen der Persönlichkeit von Eltern genauer unter die Lupe. Dafür haben insgesamt 6.891 neue Eltern über einen längeren Zeitraum insgesamt viermal den bekannten „Big Five“-Persönlichkeitstest gemacht. Dieser Test gilt als sehr verlässlich und wird seit vielen Jahren zur seriösen Einschätzung von Menschen eingesetzt.

Die „Big Five" sind die Persönlichkeitseigenschaften:

  1. Gewissenhaftigkeit (Disziplin und Zuverlässigkeit),
  2. Offenheit (Interesse an neuen Erfahrungen),
  3. Neurotizismus (emotionale Labilität),
  4. Extraversion (Geselligkeit und Optimismus) und
  5. Verträglichkeit (Neigung zur Kooperation).

Wer im Test hohe Punkte erzielt, ist also besonders gewissenhaft, offen, labil, extrovertiert oder verträglich. Niedrige Werte zeigen im Gegenzug, dass man lax, verschlossen, stabil, introvertiert oder unkooperativ ist.

So verändert die Geburt eines Kindes die Persönlichkeit

Die Studienergebnisse zeigen, dass Männer und Frauen, wenn der Nachwuchs zur Welt gekommen ist, weniger extrovertiert und offen sind, als vorher. Das ergibt Sinn, schließlich hat man plötzlich weniger Zeit, sich mit neuen Dingen zu beschäftigen oder Freunde zu treffen.

Was aber wirklich überraschte: Manche Eigenschaften, von denen man bislang ausging, dass die Geburt eines Kindes sie stark verändere, blieben unverändert: Wer vorher wenig gewissenhaft war, der blieb es auch. Gleiches gilt für die Eigenschaften Verträglichkeit und Neurotizismus. Das stellt alle bisherigen Annahmen auf den Kopf.

Unterschiede zwischen den Altersgruppen und Geschlechtern

Schaut man sich die verschiedenen Altersgruppen an, wird auch deutlich, dass es hier klare Unterschiede gibt: Junge Eltern (bis 23 Jahre) wurden im ersten Jahr nach der Geburt nämlich doch gewissenhafter als zuvor. Bei Eltern zwischen 24 und 35 war der Effekt allerdings nur noch minimal. Frisch gebackene Eltern ab 36 zeigten hier gar keine Veränderung mehr.

Auch zwischen Müttern und Vätern zeigen sich Unterschiede: „Aufgrund schwangerschafts- und geburtsbedingter physiologischer Veränderungen sowie geschlechtsspezifischer Rollenerwartungen erlebt die Mutter den Übergang zur Elternschaft anders als die Väter", schreiben die beiden Wissenschaftlerinnen in ihrer Studie. In Bezug auf das Geschlecht stellten sie fest, dass Männer nach der Geburt „weniger offen, weniger gewissenhaft, weniger extrovertiert, weniger verträglich, und insbesondere emotional stabiler waren als Frauen."

Wie sind eure Erfahrungen? Könnt ihr der Studie zustimmen oder habt ihr euch nach der Geburt eures Kindes ganz anders entwickelt? Diskutiert mit uns bei Facebook!

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Bildquelle: Pexels/Tatiana Syrikova
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