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Zu viel Chemie im Blut: Umweltbundesamt warnt Eltern vor PFAS-Produkten

Kindergesundheit

Zu viel Chemie im Blut: Umweltbundesamt warnt Eltern vor PFAS-Produkten

Das Umweltbundesamt warnt in einer aktuellen Mitteilung vor PFAS-Chemikalien. Diese gesundheitsgefährdenden Stoffe wurden in einer Studie vor allem bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesen. Sie kommen in Verpackungen, Outdoorbekleidung oder Pfannenbeschichtung vor. Können wir Eltern unsere Kinder davor schützen?

Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes kam zu dem Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren viel zu viele langlebige Chemikalien im Blut haben. Dabei handelt es sich um sogenannte polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Zu dieser Stoffgruppe gehören über 4.700 verschiedene Chemikalien. In mehr als einem Fünftel der untersuchten Proben wurde eine stark erhöhte Konzentration an PFOS (Perfluoroktansäure) nachgewiesen, die über dem festgelegten Wert lag, ab dem die Gesundheit beeinträchtigt wird. Mit den PFOS waren sogar 100% der untersuchten Kinder belastet.

Was sind PFAS-Chemikalien und wo kommen sie vor?

Diese Chemikalien sind rein künstlich und kommen in der Natur so nicht vor. Sie werden chemisch hergestellt und lagern sich nicht nur im Menschen, sondern auch in der Umwelt ab. Verwendet werden sie z.B. in Outdoor-Kleidung, Beschichtung von Pfannen oder Kaffeebechern oder Lebensmittelverpackungen. Diese Stoffe werden dort eingesetzt, weil sie Fett, Wasser und Schmutz abweisen. Als Verbraucher erfahren wir nichts davon, weil es nicht deklariert werden müssen. So können wir aktuell auch kaum etwas dagegen tun, weil wir schlicht nicht wissen, wo diese Chemikalien überall vorkommen.

Diese Auswirkungen haben sie auf die Gesundheit

Warum sie so schädlich sind? Diese Stoffe reichern sich im Fettgewebe an und gehen sogar über die Muttermilch in den Säugling über. Die Untersuchung stellte fest, dass gestillte Kinder weitaus belasteter waren als Kinder, die nicht gestillt wurden. Sie wirken sich verschiedentlich auf die Gesundheit aus:

  • Verminderung der Wirkung von Impfungen
  • Größere Neigung zu Infekten
  • Erhöhung der Cholesterinwerte
  • Verringertes Geburtsgewicht von Neugeborenen

Problematisch auch für die Umwelt

Doch die Problematik liegt nicht nur in der menschlichen Gesundheit. Die Stoffe sind sehr langlebig und gelangen auch über die Luft und die Meeresströmung weltweit in die Umwelt. Sie seien sogar in den Polargebieten und alpinen Seen nachgewiesen worden, fernab von menschlichen Siedlungen oder Industriegebieten. Da sie nicht abgebaut werden können, reichern sie sich an und landen über das Wasser auch in Fischen und damit auch Seehunden, Ottern, Seeadlern und sogar Eisbären.

Beste Lösung: PFAS soll verboten werden

Als Eltern stecken wir unsere Kinder häufig in Regen- und Matschkleidung, die diese Stoffe wahrscheinlich enthalten, ohne dass wir es wissen. Wir können darauf achten, mehr frische und unverpackte Lebensmittel zu kaufen, doch in Sachen Kleidung haben wir aktuell wenig Alternativen. Da diese Chemikalien auch für die Umwelt so ein großes Problem darstellen, hilft nur eines: Ihre Nutzung generell zu verbieten.

Das Umweltbundesamt arbeitet daher aktuell auch mit anderen Behörden an einem EU-weiten Verbot von PFAS. Für einige dieser Substanzen gelten bereits Beschränkungen. Die sogenannten PFOS dürfen ab Juli 2020 bereits nicht mehr in der EU hergestellt werden. Wer sich weiter über diese Thema informieren möchte, findet detaillierte Informationen beim Umweltbundesamt.

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Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Für ein Verbot

Ein generelles Verbot dieser Stoffe käme uns Eltern sehr entgegen. Es ist nicht nur eine Katastrophe, wie die Umwelt dadurch belastet wird. Wie sollen wir unserer Kinder schützen, wenn wir nicht wissen, in welchen Produkten bzw. welcher Kleidung es vorkommt? Wichtig wäre dann auch, Alternativen zu kennen. Verpackungsfrei einkaufen, kann man noch gut steuern, indem man mehr frisch kauft bzw. darauf achtet. Doch welche Alternative gibt es für Regenkleidung, die vor allem für kleine Kinder essentiell ist? Darüber sollte noch weitaus mehr informiert werden. Bzw. müsste es dann auch alternative Kleidung geben, die auch für die meisten bezahlbar ist. Das wird sicherlich nicht einfach werden.

Bildquelle: Getty Images/ArtMarie

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