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Freies Spielen: 7 Dinge, die Kinder dabei lernen

Kinder spielen auf einer Wiese
© Getty Images/ pondsaksit

Sowohl im Kindergarten als auch zu Hause ist freies Spielen von großer Bedeutung für die Entwicklung von Kindern. Zwischen feststehenden Terminen wie dem Schwimm- oder Musikkurs und all den anderen strukturierten Aktivitäten solltet ihr deshalb versuchen, immer mal wieder auch Zeit für das freie Spiel einzurichten.

Freies Spielen – was ist das überhaupt?

Freies Spielen meint das Spielen ohne vorgegebene Regeln oder Ziele. Eure Kinder dürfen beim freien Spiel selbst entscheiden, womit sie spielen und wie sie spielen möchten. Das kann alles Mögliche sein: bauen mit Klötzchen, verkleiden, im Garten toben, malen, basteln oder einfach nur die Welt um sich herum erkunden.

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Freies Spielen bedeutet zudem, dass Kinder spielen um des Spielens willen, freiwillig, ohne Anregung von außen und aus eigenem Antrieb heraus.

Warum ist freies Spielen wichtig?

Auch, wenn es uns Erwachsenen vielleicht manchmal so scheint, als sei das freie Spielen völlig zweckfrei und diene nur der Selbstunterhaltung oder dem Zeitvertreib, ist das so nicht korrekt. Für Kinder ist Spielen – und so auch das freie Spiel – durchaus mit einem Sinn und Zweck verbunden und darüber hinaus auch an ein Ziel gebunden.

So ist es Kinder im Spiel zum Beispiel möglich, Erfahrungen zu machen, die sie sonst vielleicht nicht so leicht machen können: gegen Regeln verstoßen, „böse" sein, jemand sein, der sie gern wären ... Das alles ist im (freien) Spiel möglich.

Spielen ist ein zentraler Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung und in diesem Zusammenhang ein hochkomplexer Vorgang. Die Bedeutung des Spielens liegt darin, sich selbstbestimmt mit sich selbst und/oder mit anderen auseinanderzusetzen, tätig zu sein, sich zu beschäftigen. Zweckfrei und ohne unmittelbare Konsequenz.
Quelle: Das Kita-Handbuch

Was lernen Kinder durch freies Spielen?

1. Kreativität & Fantasie

Durch freies Spiel lernen Kinder, neue Ideen zu entwickeln und Probleme auf kreative Weise zu lösen. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Welten erschaffen, in denen alles möglich ist.

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2. Motorische Fähigkeiten

Beim freien Spiel bewegen sich Kinder meist viel und entwickeln so ihre motorischen Fähigkeiten weiter. Sie lernen durch ständige Wiederholungen und das Abschauen bei älteren Kindern wie man klettert, rennt, springt oder auch balanciert.

3. Soziale Fähigkeiten

Kinder können beim freien Spiel auch lernen, wie man mit anderen Kindern spielt und kommuniziert. Sie finden heraus, wie man zusammenarbeiten und Konflikte lösen kann und lernen, einander zu respektieren.

4. Emotionale Entwicklung & Regulation

Freies Spiel kann Kindern helfen, ihre Emotionen zu verarbeiten und mit Stress umzugehen. Sie können beim Spielen ihre Gefühle ausdrücken und lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen. Gefühle können so einfacher benannt und Strategien entwickelt werden, mit Wut, Frustration und Traurigkeit umzugehen.

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5. Selbstvertrauen & Selbständigkeit

Durch freies Spiel erleben Kinder Erfolgserlebnisse und lernen, an sich selbst zu glauben. Sie lernen, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihre eigene Welt gestalten können. So können sie ein Gefühl für Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen entwickeln.

6. Kognitive Entwicklung

Freies Spiel stimuliert die Gehirnentwicklung und fördert kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Gedächtnis, Problemlösungskompetenz und Sprachentwicklung.

7. Resilienz

Freies Spiel hilft Kindern, mit Rückschlägen und Misserfolgen umzugehen. Sie verstehen, dass man aus Fehlern auch lernen kann und dass es sich lohnt, immer wieder neue Versuche zur Problemlösung zu unternehmen.

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Kann man als Eltern das freie Spielen fördern?

Tatsächlich könnt ihr als Eltern viel dafür tun, um das freie Spiel bei euren Kindern zu fördern. Dabei solltet ihr nun aber nicht direkt in Aktionismus verfallen – behaltet immer im Hinterkopf, dass die zwei wichtigsten Fördermittel hier ausreichend Zeit und Gelegenheit sind. Hier ein paar Tipps, wie euch das gelingen kann:

  • Gestaltet den Alltag eures Kindes mit so wenig strukturierte Aktivitäten wie möglich
  • Seid geduldig und greift nicht direkt mit Ideen und Anregungen ein, wenn das Kind Zeit braucht, um ins freie Spielen zu kommen
  • Geht mit gutem Beispiel voran und spielt mit euren Kindern frei, seid fantasievoll und euch für nichts zu schade
  • Lasst euch nicht von der Unordnung abschrecken, die freies Spiel oft mit sich bringt. Unterbrecht die Kinder nicht im Spielen, sondern räumt erst danach (gemeinsam) auf
  • Stellt Spielzeug zur Verfügung, dass die Fantasie anregt und die Kinder nicht auf ein bestimmtes Spiel festlegt (z.B. Bauklötze, Puppen, Stifte und Papier, Farben, aber auch Wasser und alles, was die Natur hergibt und sich in ihr entdecken lässt)

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Quellen: Das Kita-Handbuch, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, familienhandbuch.de

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