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Lebensbedrohlich

Sepsis: Woran ihr eine gefährliche Blutvergiftung erkennt und wie ihr handeln solltet

Es erkranken jährlich mehrere Hunderttausende Menschen an einer sogenannten Sepsis. Da die Symptome dieser schweren Blutvergiftung nicht so eindeutig sind, versterben leider zwischen 20 % und 60 % Erkrankte daran. Daher ist es wichtig, die Anzeichen bei Erwachsenen oder Kindern früh zu erkennen und zu wissen, wann es lebensbedrohlich wird und sofortige ärztliche Hilfe notwendig ist.

Was ist eine Sepsis?

Es handelt sich um eine Immunreaktion des Körpers auf eine Infektion durch Krankheitserreger. Bei der häufig lebensbedrohlichen Blutvergiftung reagiert das Immunsystem fehlerhaft. Früher nahm man an, diese Vergiftung entstehe durch die Krankheitserreger im Blut. Die Bezeichnung Blutvergiftung ist daher etwas irre führend, denn das eigentliche Problem ist bei der Sepsis die Reaktion des Immunsystems. Das versucht sich gegen eindringende Erreger zu wehren, reagiert jedoch über und wendet sich gegen den Körper selbst. Die Folge ist eine akute lebensbedrohliche Störung aller Organfunktionen bis hin zum Organversagen, wenn die Erkrankung unerkannt und unbehandelt bleibt.

Bis 2016 sprachen Mediziner von einer "schweren Sepsis", wenn die Organe dabei beeinträchtigt werden. Mittlerweile wurde dieser Begriff neu definiert durch "Infektion". Ein "septischer Schock" ist hingegen das Endstadium einer Blutvergiftung, bei der der Blutdruck durch die körpereigene Entzündung nicht mehr stabil ist und häufig zu multiplem Organversagen und dem Tod führen kann.

"Alle 4 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an Sepsis. Trotzdem kennen viele diese Erkrankung nicht oder missverstehen sie als „Blutvergiftung“. Wird sie nicht früh erkannt und sofort behandelt, kann sie zu Schock, Multiorganversagen und zum Tode führen."

Uniklinikum Jena

Anzeichen einer Sepsis

Eine Blutvergiftung beginnt mit Symptomen, die nicht sehr spezifisch sind. Da sie auch mit Schüttelfrost und Fieber einhergeht, wird sie häufig von medizinischem Personal nicht erkannt und mit einer starken Erkältung oder Grippe verwechselt. In dem Fall erfolgt keine richtige Diagnose und es geht wertvolle Zeit verloren, eine akute Lebensbedrohung zu verhindern.

Früher dachte man, die klassische Blutvergiftung ist der typische rote Strich, der nach einer Wunde auf der Haut entstehen kann. Dabei ist das kein so übliches Zeichen.

Diese frühen Symptome können auf eine Sepsis deuten:

  • schweres Krankheitsgefühl
  • starke Müdigkeit
  • plötzliche Verwirrtheit
  • plötzliche Kurzatmigkeit
  • erhöhter Pulsschlag und Herzrasen
  • sehr niedriger Blutdruck
  • kalte, fleckige Haut bzw. verfärbte Arme und Beine

Zusätzlich kann erhöhte Temperatur auftreten, muss aber nicht. Außerdem kann auch eine Harnwegsinfektion diese Krankheitsreaktion auslösen. Hier kommen Schmerzen beim Urinieren und veränderter Harngeruch hinzu. Auch eine Blinddarmentzündung mit Unterleibsschmerzen oder eine Hirnhautentzündung mit starken Kopfschmerzen können zu einer Sepsis führen.

Sepsis bei Kindern und Neugeborenen erkennen

Bei Kindern und gerade bei Neugeborenen können die Anzeichen der lebensbedrohlichen Krankheit etwas anders sein. Babys und Kinder, die an einer schweren Blutvergiftung erkranken, sterben häufiger, weil keine frühzeitig richtige Diagnose und notwendige Behandlung erfolgt. Daher sollten wir als Eltern wissen, was diese sind und sofort handeln, wenn wir den Verdacht auf Sepsis haben. Dann können wir das Leben unseres Nachwuchses retten!

Sepsis-Symptome bei Kindern Sepsis-Symptome bei Neugeborenen
hohes Fieber über 38 ° C hohes Fieber über 38 ° C
fleckige Haut und kalte Gliedmaßen schwere Atmung
verfärbte Arme und Beine wiederholtes Erbrechen und Durchfall
schneller Herzschlag säugt nicht und will keine Nahrung
Trägheit, Verwirrtheit und Wesensveränderung Krampfanfälle
starkes Unwohlsein mit Schmerzen verfärbte Arme und Beine
schwere Weckbarkeit

Fieber muss nicht unbedingt ein Zeichen von Sepsis sein. Es kann auch sein, dass andere Symptome auftreten, ohne dass das Kind oder der Säugling fiebert.

So müsst ihr handeln bei Sepsis-Verdacht

Mediziner raten, dass Eltern unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen sollten, wenn ihre Kinder an zwei oder mehreren dieser Symptome leiden. Ihr solltet in dem Fall nicht warten, sondern direkt den Notarzt unter 112 wählen. Experten empfehlen außerdem, dass ihr euren Verdacht auf Sepsis äußert und euch nicht abwimmeln lasst.

Das gilt auch für Erwachsene, die mehrere solche Symptome bei anderen feststellen: Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall und es muss sofortige Hilfe erfolgen. Ihr könnt nicht warten, bis euer Hausarzt Sprechzeit hat, sondern solltet euch umgehend in die Rettungsstation begeben bzw. die Notärztin rufen. Dort wird Blut abgenommen, um den Erreger zu bestimmen, der diese Erkrankung auslöst und meist wird ein Breitbandantibiotikum intravenös verabreicht. Wenn die Symptome sehr schwer sind, ist eine intensivmedizinische Betreuung notwendig.

"Mehr als 75.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an einer Sepsis. Die Dunkelziffer ist unbekannt, weil Sepsis-Fälle oft nicht als solche erkannt und erfasst werden. Mindestens 15.000 bis 20.000 durch Sepsis bedingte Todesfälle pro Jahr gelten allein in Deutschland als vermeidbar. Dazu ist es nötig, Sepsis als lebensbedrohlichen Notfall im Bewusstsein der Menschen zu verankern, denn eine Sepsis kann in jeder Lebenssituation und jedem Lebensalter auftreten."

Deutschland erkennt Sepsis

Ursachen und Risikofaktoren der Blutvergiftung

Da eine Blutvergiftung durch äußere Erreger ausgelöst wird, kann jede Infektion der Atemwege, der Haut, des Margen-Darm-Trakts oder des Urogenitalsystems zu Sepsis führen. Daher sollte man Infektionen auch nie auf die leichte Schulter nehmen und behandeln lassen. Die meisten werden durch Viren und Pilze ausgelöst. Auch das Coronavirus kann bei einem schweren Verlauf eine Blutvergiftung zur Folge haben.

Zu den Risikogruppen und -faktoren einer Sepsis gehören:

  • Neugeborene, sehr alte Menschen und Schwangere
  • Suchtkranke, Alkoholiker und Drogenabhängige
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • großflächige Wunden oder Verletzungen
  • Katheter in Blutgefäßen, Blasenkatheter und Wunddrainagen
  • genetische Veranlagung

Wir ihr einer Sepsis vorbeugen könnt

Sich vor der Sepsis zu schützen, ist nicht direkt möglich. Ihr könnt jedoch einer möglichen Infektion vorbeugen und damit das Risiko für eine Blutvergiftung senken:

  1. Wascht euch immer gründlich die Hände, vor allem wenn ihr von draußen hereinkommt. Das gilt auch für eure Kinder.
  2. Lasst jede Infektion ärztlich behandeln und nehmt sie nicht auf die leichte Schulter. Kuriert sie richtig aus!
  3. Nehmt Antibiotika korrekt ein, wenn sie euch ärztlich verordnet wurden.
  4. Lasst euch regelmäßig untersuchen und behandeln, wenn ihr an chronischen Erkrankungen wie Lunge, Leber oder Diabetes leidet.
  5. Geht sauber und vorsichtig mit Wunden oder entzündeten Insektenstichen um.
  6. Lasst euch entsprechend den Empfehlungen der StIKO impfen!

Selbstverständlich tragen auch eine Lebensweise mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung dazu bei, sich weniger häufig mit Viren zu infizieren. Das gilt für jegliche Erkrankung und sollte immer unser Ziel sein.

Kinder haben oft spezielle Krankheiten, die sie im späteren Alter nicht mehr bekommen. Daher sollten (werdende) Eltern sich einmal mit diesen typischen Kinderkrankheiten vertraut machen:

Quellen: Netdoktor, Sepsis Stiftung, Uniklinikum Jena, Deutschland erkennt Sepsis

Bildquelle: Getty Images/KatarzynaBialasiewicz

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