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Wechselmodell bei der Kinderbetreuung: die Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile

Wechselmodell bei der Kinderbetreuung: die Vor- und Nachteile

Das Wechselmodell ermöglicht Vätern und Müttern, auch nach der Trennung gleichberechtigt an der Erziehung der gemeinsamen Kinder beteiligt zu sein. Aber wie alles im Leben hat auch diese Art der Betreuung Vor- und Nachteile.

Rund 123.000 Kinder und Jugendliche wurden im Jahr 2017 durch die Trennung ihrer Eltern zu Scheidungskindern. In 96 Prozent der Fälle hatten Mutter und Vater weiterhin das gemeinsame Sorgerecht inne. Hinzu kommen natürlich Trennungen von unverheirateten Elternpaaren – genaue Zahlen dazu sind nicht bekannt. *

Was ist das Wechselmodell?

Wenn gemeinsame Kinder nach einer Trennung ihrer Eltern in beiden Haushalten betreut werden, nennt man das Wechselmodell. In nur etwa 5 Prozent der getrennten Familien wird dieses Modell bislang auch wirklich gelebt. *

Beim Wechselmodell verbringt das Kind annähernd gleich viel Zeit bei jedem Elternteil

 

Auch die Begriffe Pendelmodell oder Paritätische Doppelresidenz sind üblich. Von einem paritätischen Wechselmodell ist dann die Rede, wenn das Kind von beiden Elternteilen annähernd zu gleichen Zeitanteilen erzogen und versorgt wird und es bei Mutter und Vater ein Zuhause hat.

Üblicher als das Wechselmodell ist immer noch das Residenzmodell, bei dem gemeinsame Kinder nach einer Trennung nur von einem Elternteil betreut werden und dort auch ihren Lebensmittelpunkt haben. Meistens ist das auch heutzutage die Mutter. Das andere Elternteil hat dann lediglich ein stark begrenztes Umgangsrecht, zum Beispiel an einem Wochenende alle zwei Wochen.

 

Das sind die Vorteile des Wechselmodells

  • Das Kind hat die Möglichkeit, auch nach der Trennung der Eltern seine persönliche Beziehung zu Mama und Papa aufrechtzuerhalten und zu pflegen.
  • Das Kind muss nicht die schwierige Entscheidung treffen, bei wem es in Zukunft leben will.
  • Die Trennung bzw. Scheidung der Eltern lässt sich so für das Kind in der Regel leichter verkraften.
  • Mutter und Vater teilen sich die Verantwortung für die Erziehung und Betreuung des Kindes. Das bedeutet im Umkehrschluss auch persönliche Freiräume in der Zeit, in der der Nachwuchs beim Ex-Partner wohnt.
  • Jedes Elternteil übernimmt automatisch finanzielle Verantwortung für das Kind. Es muss schließlich ernährt und unterhalten werden, solange es dort wohnt.

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Das sind die Nachteile des Wechselmodells

  • Jedes Elternteil muss verkraften, das Kind über einen längeren Zeitraum nicht zu sehen und in dieser Zeit auch kaum an seinem Leben teilzuhaben. Das bedetute auch, dass man dem Ex-Partner blind vertrauen können muss, dass er das Kind angemessen betreut.
  • Auch das Kind kann darunter leiden, dass gerade nicht anwesende Elternteil zu vermissen.
  • Der organisatorische Aufwand, die Betreuung im Wechselmodell zu organisieren und koordinieren, kann groß sein.

Unter welchen Voraussetzungen kann das Wechselmodell funktionieren?

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, aber besonders große Chancen, dass das Wechselmodell für eine getrennte Familie auch wirklich funktioniert, bestehen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Wohnorte der Elternteile liegen nicht zu weit voneinander entfernt, Kindestagesstätte, Kindergarten oder Schule sind von beiden aus einfach zu erreichen.
  • Mit höherem Bildungsgrad, Einkommen und flexibleren Arbeitsbedingungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich getrennte Eltern für das Wechselmodell entscheiden.
  • Um sich abzustimmen und den Alltag zu koordinieren, ist die Kooperationsbereitschaft der Eltern ganz wichtig. Und auch die Kommunikation zwischen beiden muss trotz der Trennung funktionieren.
  • Wenn sich beide Elternteile schon vor der Trennung gleichberechtigt das Kind betreut haben, wird das auch danach im Wechselmodell vermutlich gut funktionieren.

Ganz klar: Im Fokus egal welchen Modells sollte immer das Wohl des gemeinsamen Kindes stehen. Das heißt manchmal, seine eigenen Interessen und Bedürfnisse auch hintenanzustellen. Dennoch hat das Wechselmodell nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch für die Eltern Vorteile.

*Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/592784/e1998fb7b1e50e74afeaf2796a29e1b6/kannegiesser_bdp_dgps-data.pdf

Bildquelle: PeopleImages / Getty Images

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