Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Hormonspirale: Die sichere Alternative zur Pille!

Langzeitverhütung

Hormonspirale: Die sichere Alternative zur Pille!

Frauen, die die Pille nicht vertragen, könnten sich stattdessen die Hormonspirale einsetzen lassen. Wie funktioniert die Spirale, wie viel kostet diese Verhütungsmethode und hat sie erhebliche Nebenwirkungen?

Frauen, die die Pille mit ihrem Östrogen nicht vertragen, können auf eine andere hormonelle Verhütungsmethode zurückgreifen: die Hormonspirale. Hier wird das Gestagen Levonorgestrel benutzt, das für sie besser verträglich wäre. Wenn ihr eine starke Regelblutung habt und dabei sehr unter Schmerzen leidet, könnte dies eine Alternative sein.

Hormonspirale: Wie wirkt sie?

Die Hormonspirale wurde in den 90er Jahren zum ersten Mal eingesetzt. Die bekannte Kupferspirale, die ohne Hormone wirkte, hatte sich bewährt. Nun wollte man ein Produkt auf den Markt bringen, das die Verhütung noch verstärken kann und Regelschmerzen verringert. Wie die Kupferspirale wird die Hormonspirale in die Gebärmutter eingesetzt. Sie ist ein kleines meistens T-förmiges Kunststofftstäbchen, das an seinem Schaft das künstlich hergestellte Levonorgestrel abgibt.

Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Schleim im Gebärmutterhals dickflüssiger wird - Spermien sollen gar nicht durchkommen. Tun sie es doch, ist ihre Beweglichkeit gehemmt - es wird sehr schwierig für sie, zum Ei zu gelangen. Überhaupt kann sich auch der Eisprung ändern und findet manchmal gar nicht statt. Die Gebärmutterschleimhaut wird nicht aufgebaut, was wiederum Konsequenzen für die Regel hat, deren Blutung geringer wird oder ausbleibt.

Einsetzen der Hormonspirale

Die Spirale kann nur durch die entsprechenden Fachärzte eingesetzt werden. Die Gebärmutter muss genau untersucht werden, ebenso die Lage. Die Gynäkologin setzt die Hormonspirale in den letzten Tagen eurer Periode in die Gebärmutter. Dann ist euer Muttermund geöffnet. Schwanger seid ihr auch nicht. Bevor er oder sie die Spirale bei euch einsetzt, sollt ihr genau über die Nebenwirkungen aufgeklärt werden.

Es ist eine Hormonbehandlung und wie alle Hormonbehandlungen können Nebenwirkungen auftreten, über die ihr informiert werden müsst, bevor ihre eine Einverständniserklärung für den Eingriff unterschreibt. Ebenso sollte der Arzt ausschließen, dass eine Infektion eurer Scheide vorliegt, denn dies kann zu einer Entzündung der Gebärmutter führen.

Der Eingriff an sich, ist nicht angenehm, denn der Gebärmutterhalskanal, durch den die Spirale eingeführt wird, ist sehr eng. Bie Frauen, die schon Kinder bekommen haben, ist er ein bisschen weiter. Es hängt ganz von eurer Schmerzempfindlichkeit ab. Ihr solltet im entsprechenden Fall nach den entsprechenden Schmerzmitteln wie örtlicher Betäubung fragen. Die Hormonspirale kann auch unter Narkose eingesetzt werden. Einige Frauen berichten von Schwindel nach dem Eingriff, deshalb bleibt nach dem Eingriff lieber noch ein bisschen sitzen, um euren Kreislauf zu stabilisieren.

Der Arzt oder Ärztin prüft nach dem Eingriff per Ultraschall, ob die Spirale auch richtig sitzt.  Einen Monat später gibt es noch einmal eine Kontrolluntersuchung, danach sollte alle sechs Monate der Sitz der Hormonspirale überprüft werden. In seltenen Fällen verrutscht die Hormonspirale oder wird wieder abgestoßen.

Hormonspirale: Mögliche Schmerzen

Nach dem Einsetzen der Spirale könnt ihr für ein paar Tage noch ein Ziehen im Unterleib spüren, wie ihr es vielleicht beim Regelschmerz schon kennt. Das sollte sich aber nach ein paar Tage legen. Sollten die Schmerzen trotzdem weiter andauern, sprecht mit eurem Arzt oder Ärztin.

Nebenwirkungen der Hormonspirale

Es ist eine Hormonbehandlung und deshalb kann es passieren, dass es zu bestimmten  Reaktionen kommt:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Akne
  • depressiven Verstimmungen
  • Stimmungsschwankungen und Nervosität.

Der Zyklus wird unregelmäßig, bei einigen bleibt er ganz aus - dies ist aber ein Effekt, den einige Frauen haben wollen, da sie auf eine schmerzhafte Regelblutung gern verzichten.

Hormonspirale: Wie viel kostet sie?

Die Hormonspirale ist teurer als die Kupferspirale und kostet zwischen 250 und 400€. Dazu kommen noch die Kosten der halbjährlichen Ultraschallkontrolle. Das ist auf den ersten Blick teuer, schaut man sich aber an, wie lange die Hormonspirale wirkt, rechnet es sich wieder. Einige haben eine Wirkung bis zu fünf Jahren, andere wiederum nur drei Jahre. Rechnet man es auf den Monat um, ist die Spirale in etwa so günstig wie die Pille. Jüngeren Frauen unter 22 kann die Hormonspirale kassenärztlich verschrieben werden, aber ihr solltet euch noch einmal bei eurer Krankenkasse informieren.

Sichere Langzeitverhütung

Das große Plus der Hormonspirale ist die sofortige Wirkung und Sicherheit. Da sie in vielen Fällen die Ei-Reifung unterdrückt, ist sie noch sicherer als die Kupferspirale. Es ist eine Form der Verhütung, bei der ihr euch für mehrere Jahre keine Gedanken mehr machen braucht, wie es bei anderen Verhütungsmethoden der Fall ist. Bei Kondom und Pille seid ihr in der Verantwortung, diese Mittel richtig zu nutzen - hier erledigt die Spirale die Arbeit von selbst. Einzig gegen Geschlechtskrankheiten schützt sie nicht.

Ältere Frauen nutzen die Hormonspirale, um die Wechseljahre zu überbrücken, aber auch jüngere Frauen profitieren von dieser Art der Langzeitverhütung. Sie ist so sicher wie eine Sterilisation, aber im Unterschied zur Sterilisation kann sie wieder rückgängig gemacht werden. An der Spirale hängen zwei Fäden, mit der die Hormonspirale wieder herausgezogen wird und dann könnt ihr euch über das Kinderkriegen Gedanken machen.

 

 

Bildquelle: LightFieldStudios/Getty Images

Galerien

Lies auch

Teste dich