Wie funktioniert der Pearl Index?

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Wie funktioniert der Pearl Index?

Wenn es um die Sicherheit von Verhütungsmethoden geht, ist oft vom Pearl Index die Rede. Wir zeigen, wie er sich berechnet, was ihn beeinflusst und geben eine Übersicht zur Sicherheit der einzelnen Verhütungsmittel.

Wie sicher sind eigentlich Pille, Kondom, Kupferspirale und Co.? Genau darüber gibt der sogenannte Pearl Index Auskunft. Benannt nach dem amerikanischen Wissenschaftler Raymond Pearl stuft er die Sicherheit von Verhütungsmitteln ein.

Wie wird der Pearl Index berechnet?

Die Forschung verwendet zur Berechnung des Pearl Index eine Formel:

Pearl-Index = Anzahl der Schwangerschaften x 12 Monate x 100 / Zahl der Anwendungsmonate x Zahl der teilnehmenden Frauen

Im Klartext: Um den Pearl-Index eines Verhütungsmittels herauszufinden, betrachtet die Forschung die Anzahl an ungewollten Schwangerschaften, die trotz Verwendung des jeweiligen Verhütungsmittels aufgetreten sind. Grundlage der Berechnung des Pearl-Index sind dann z. B. 100 Frauen im gebärfähigen Alter, die ein Jahr lang das jeweilige Verhütungsmittel angewendet haben. Wird in diesem Zeitraum keine der Frauen schwanger, liegt der Pearl-Index bei 0. Dann handelt es sich um eine perfekte Verhütungsmethode.

Werden in dem Zeitraum zwei der Frauen schwanger, liegt der Pearl-Index bei 2. Ein Pearl-Index von 0,9 besagt, dass neun von 1.000 Frauen, die ein Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel anwenden, schwanger werden.

Insgesamt lässt sich also festhalten: Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer das Verhütungsmittel. Übrigens liegt der Pearl Index ohne Verhütung bei 85, das bedeutet, etwa 85 von 100 Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger, wenn sie nicht verhüten.

Pearl-Index: Übersicht der einzelnen Verhütungsmittel

Der Pearl Index ist eine gute Methode, um über die Sicherheit eines Verhütungsmittels aufzuklären. Dabei können jedoch die Angaben zu den verschiedenen Methoden von Studie zu Studie schwanken. Schließlich muss ein Verhütungsmittel korrekt angewendet werden, damit es richtig schützen kann. Das kann bei den Studien nicht kontrolliert und somit gewährleistet werden.

  • Hormonspirale: 0,16
  • Pille: 0,1 – 0,9
  • Depotspritze: 0,3 – 0,88
  • Mini-Pille: 0,5 – 3
  • Vaginalring: 0,4 – 0,65
  • Verhütungspflaster: 0,72 – 0,9
  • Kupferspirale: 0,3 – 0,8
  • Hormonimplantat: 0 – 0,08
  • Symptothermale Methode (kombiniert mit Verzicht auf Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen):  0,4 – 1,8
  • Diaphragma: 1 – 20
  • Kondom: 2 – 12
  • Portiokappe: 6
  • Kondom für die Frau: 5 – 25
  • Chemische Verhütungsmittel: 3 – 21
  • Koitus interruptus: 4 – 18
  • Sterilisation der Frau: 0,2 – 0,3
  • Sterilisation des Mannes: 0,1
  • Kalendermethode: 9

Was beeinträchtigt die Sicherheit eines Verhütungsmittels?

Der Pearl Index gibt zwar eine gute Übersicht über die Sicherheit von Verhütungsmitteln, wichtig ist aber vor allem, dass du deine Verhütungsmethode richtig anwendest. Denn auch wenn die Pille als eines der sichersten Verhütungsmethoden gilt, so kann sie nur dann zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützen, wenn sie richtig eingenommen wird - also jeden Tag zur gleichen Zeit, es darf kein Durchfall oder Erbrechen auftreten und eine vergessene Pille muss nach Herstellerhinweisen so schnell wie möglich nachgenommen werden. Egal, für welches Verhütungsmittel du dich letztlich also entscheidest: du und dein Partner oder deine Partnerin haben manchmal einen großen Einfluss darauf, ob die Methode schützt oder nicht.

Quelle: profamilia

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