Dreimonatsspritze: Verhütung mit Nebenwirkungen

Lange Wirkung

Dreimonatsspritze: Verhütung mit Nebenwirkungen

Die Dreimonatsspritze ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel, hat dafür aber einige Nebenwirkungen. Wer kann sie nehmen und wer sollte lieber die Finger davon lassen?

Für die Langzeitverhütung gibt es mehrere Methoden, unter ihnen die Depotspritze, oft auch Dreimonatsspritze genannt. Welche Vorteile hat dieses Verhütungsmittel und sind die Nebenwirkungen so, dass man sie in Kauf nehmen kann?

Dreimonatsspritze: Welche Wirkung hat sie?

Der Name sagt schon alles: Diese Spritze verschafft euch drei Monate Verhütungsschutz. Gespritzt wird Gestagen, ein Hormon, das zum einen den Eisprung verhindert und zum anderen den Schleim am Gebärmutterhals verdickt. So haben die Spermien keine Chance, zur Eizelle zu gelangen. Zudem könnte sich ein befruchtetes Ei gar nicht in der Gebärmutter einnisten, denn das Gestagen behindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Alles in allem ist die Depotspritze eine sehr sichere Verhütungsmethode - der Pearl Index lautet hier 0,3-0,88.

Wie wird die Spritze angewendet?

Um ganz sicherzugehen, injiziert man die Spritze beim ersten Mal während der Menstruation, also in den ersten Zyklustagen. Ihr macht das nicht selbst, sondern geht dafür zu eurem Arzt oder eurer Ärztin. Sie spritzen entweder in den Oberarm oder im Gesäß, manche Präparate wirken besser, wenn sie in der Haut am Oberschenkel oder am Bauch gespritzt werden. Wenn die Spritze nicht in den ersten Zyklustagen benutzt wurde, müsst ihr noch sieben Tage anderweitig verhüten. In diesem Fall  sollte vorher sicher gestellt sein, dass ihr nicht schwanger seid.

Wann wirkt die Spritze?

Wenn sie zu richtigen Zeitpunkt, also während der Menstruation, gespritzt wurde, wirkt die Spritze sofort und hat einen Schutz von bis zu zwölf Wochen. Dann muss sie wieder verabreicht werden, um den weiteren Verhütungsschutz sicherzustellen. Ihr müsst also alle drei Monate zu eurem Arzt gehen.

Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze

Die Spritze hat einen hohen Verhütungsschutz, dafür greift sie aber sehr stark in den Hormonhaushalt ein. Dies bedeutet, dass Nebenwirkungen wie diese auftreten können:

  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • Stimmungsschwankungen
  • Akne
  • Lustlosigkeit

Da die Spritze drei Monate lang wirkt, können diese Nebenwirkungen dementsprechend lange anhalten. Nach mehrmaliger Anwendung erhöht sich das Risiko, dass sich die Knochendichte verringert, deshalb sollten junge Frauen, deren Knochen sich noch im Aufbau befinden, die Dreimonatsspritze nicht benutzen. Zumindest sollten sie nicht länger als zwei Jahre damit verhüten.

Frauen, die unter Bluthochdruck, Diabetes, Venenentzündungen oder Gelbsucht leiden, dürfen diese Art der Verhütung ebenfalls nicht benutzen.

Wirkung auf den Zyklus bleibt lange erhalten

Auch wenn ihr die Spritze als Verhütung nicht mehr nutzen wollt, dauert es eine Weile, manchmal über ein Jahr, bis sich euer Zyklus einpendelt und ihr wieder fruchtbar seid. Wenn ihr also mehr Flexibilität haben möchtet, ist diese Spritze nicht zu empfehlen.

Für wen ist die Dreimonatsspritze geeignet?

Im Prinzip können Frauen, die mit Hormonen verhüten wollen, die aber das Östrogen einer Pille nicht vertragen, diese Art der Langzeitverhütung nutzen. Die Dreimonatsspritze beinhaltet Gestagen, also kein Östrogen. Wer sich für eine gewisse Zeit Verhütung wünscht, aber vor der Hormonspirale zurückschreckt, könnte sich für diese Spritze entscheiden. Nur solltet ihr ausführlich mit eurem Arzt oder Ärztin darüber sprechen, ob medizinisch etwas dagegensprechen könnte, denn die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen.

Dreimonatsspritze: Wie viel kostet sie?

Die Spritze kostet um die 30€. Die Verabreichung der Spritze kann aber zusätzlich noch etwas kosten, viele Ärzte und Ärztinnen verlangen um die 15 € für diese medizinische Leistung. Mit einem Schutz für 12 Wochen bedeutet dies ungefähr 15 € pro Monat.

Die Dreimonatsspritze ist eher ein Verhütungsmittel für die Ausnahmesituation - wenn ihr wirklich mit anderen Verhütungsmitteln nicht zurechtkommt oder sie nicht vertragt. Euer Hormonhaushalt wird hier durcheinandergewirbelt und Nebenwirkungen halten an. Dafür seid ihr aber sehr sicher gegen eine ungewollte Schwangerschaft geschützt.

Bildquelle: Pornpak Khunatorn/Getty Images

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