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Die Spirale: So sicher und so schmerzhaft ist die Verhütungsmethode

Gute Alternative

Die Spirale: So sicher und so schmerzhaft ist die Verhütungsmethode

Spirale: Verhütung, die allgemein als sicher gilt, ob nun mit Kupfer- oder Hormonspirale. Auf den ersten Blick erscheint diese Verhütungsform sehr kostspielig, aber sie rechnet sich über die Jahre. Für wen ist diese Art von Verhütung gut geeignet?

Ernst Gräfenberg, der auch den weiblichen G-Punkt erforschte – und ihn auch benannte – bastelte in den zwanziger Jahren den ersten Gräfenberg-Ring, der direkt an der Gebärmutter verhüten sollte. Sein Prinzip wurde in den fünfziger Jahren dann wieder hervorgeholt und verfeinert – das Intrauterinpessar ward geboren. Die meisten hatten aber Mühe mit dem Namen und nannten es Spirale, weil das Intrauterinpessar ein bisschen so aussieht.

Spirale: So funktioniert sie

Die Spirale hat verschiedene Größen und ist meistens zwischen 2,5-3,5 Zentimeter groß. Man unterscheidet in eine Kupfer- und eine Hormonspirale. Die Kupferspirale hat meistens die Form eines T oder Y und ist ein Kunststoffstäbchen, das von Kupfer umwickelt ist. Dieses Stäbchen setzt die Gynäkologin mittels eines Einführungsröhrchens in die Gebärmutter. Die Spirale gibt dann beständig Kupferionen ab. Diese verändern die Gebärmutterschleimhaut, aber auch die Bewegungsfähigkeit der Spermien. Als allerletzte Konsequenz verhindert sie eine Einnistung der befruchteten Eizelle.

Die Hormonspirale sieht auch aus wie ein T, an dessen Schaft das Hormondepot hängt. Dieses Depot sendet synthetisch erstellte Gestagene. Diese Hormone hemmen ebenso den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich erst gar kein Ei einnisten kann. In ihrer Verhütungssicherheit ist die Hormonspirale noch ein kleines bisschen sicherer als die Kupferspirale.

Wie wird die Spirale eingesetzt?

Zuallererst muss eure Gebärmutter untersucht werden. Wie liegt sie und wie ist sie beschaffen? Muss notfalls der Gebärmutterhals gedehnt werden, damit sie eingesetzt werden kann? Wenn alles untersucht wurde, setzt die Gynäkologin mit einem Röhrchen die Spirale in einer entsprechenden Größe während der letzten Tage der Periode in die Gebärmutter. Dies ist der beste Zeitpunkt, denn erstens ist der Muttermund dann geöffnet und zweitens kann eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Die Spirale kann in der Gebärmutter bis zu drei -bis fünf Jahren, manchmal sogar noch länger verharren. Alle Spiralen haben Rückholfäden, damit der Arzt sie bei Bedarf wieder herausholen kann. Spirale, Verhütung, die schnell wieder aufgehoben werden kann.

Spirale: Ist der Eingriff schmerzhaft?

Das Einsetzen der Spirale ist ein Eingriff, den ihr merkt. Es kommt zum einen darauf an, wie leicht sie platziert werden kann und wie groß euer Schmerzempfinden ist. Ein Großteil der Frauen spricht von leicht erträglichen Schmerzen. Seid ihr sehr schmerzempfindlich, bittet die entsprechenden Ärzte um geeignete Schmerzmittel. Viele raten auch, nach der Behandlung noch länger im Behandlungsstuhl sitzen zu bleiben, um einen Kreislaufkollaps zu vermeiden. Für Frauen, die schon Kinder haben, ist der Eingriff meistens einfacher.

Allerdings kann euer Unterleib danach noch ein paar Tage schmerzen. Es fühlt sich dann wie starke Regelschmerzen an. Sollte dies länger als ein paar Tagen der Fall sein, sucht eure Ärztin oder euren Arzt auf.

Spirale: Kostspielig oder nicht?

Das Einsetzen der Spirale kostet je nach Art: Die Kupferspirale ist günstiger und kostet samt Behandlung 120-200 €, die Hormonspirale ist teurer und ihr zahlt zwischen 250-400 €. Zusätzlich müsst ihr alle sechs Monate mit einem Ultraschall überprüfen lassen, ob die Spirale noch richtig sitzt. Auch das kostet. Bis zum 22. Lebensjahr sollte die Spirale von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, aber erkundigt euch lieber vorher bei der Kasse. Danach müssen Frauen selbst für diese Verhütungsmethode zahlen. Das hört sich erst nach viel Geld an, aber diese Spirale verhütet bis zu fünf Jahre und rechnet sich dann mit den Jahren.

Was spricht gegen die Spirale?

Zunächst die Schmerzen, die aber nach ein paar Tagen abklingen sollten. Bei der Kupferspirale ändert sich häufig die Regelblutung, sie wird stärker und länger. Habt ihr eh eine starke Regel haben, solltet ihr euch nicht für eine Kupferspirale entscheiden. In den ersten Monaten nach dem Einsetzen der Spirale ist die Regel zudem auch noch schmerzhafter. Es kann auch zu Zwischenblutungen kommen. Sehr selten kann sich die Gebärmutter entzünden. Gerade bei einer Infektion der Scheide darf die Spirale nicht gesetzt werden, da dies die Gefahr einer Entzündung erhöht. Die Hormonspirale kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Akne oder Libidoverlust haben. Bei ihr wird häufig die Regelblutung eher unregelmäßig, in einigen Fällen bleibt sie ganz aus. In seltenen Fällen kann die Spirale auch abgestoßen werden.

Was spricht für die Spirale?

Die Sicherheit: Der Pearl Index, der die Verhütungssicherheit bemisst, liegt zwischen 0,2 und 0,8. Das ist einer der sichersten Werte, die es bei Verhütungsmethoden gibt. Ist die Spirale erst mal eingesetzt, müsst euch keine Sorgen wie bei der Pille machen, die man vergessen kann oder deren Wirkung aussetzt, wenn ihr euch beispielsweise übergeben habt. Für bis zu fünf Jahren seid ihr auf der sicheren Seite. Zudem habt ihr bei der Kupferspirale keine Hormone, die euren Körper und Wohlbefinden durcheinanderbringen könnten. Die Hormonspirale, da sie direkt am Ort des Geschehens wirkt, muss nicht so hoch dosiert werden wie eine Pille und hat dementsprechend nicht die Nebenwirkungen, unter denen einige Frauen leiden.

Eine Spirale wirkt sofort, deshalb bevorzugen manche Frauen sie auch gegenüber der Pille danach.

Spirale: Gut für Langzeitverhütung

Es ist nicht gerade ein angenehmer Eingriff, aber sind die Schmerzen abgeklungen, ist die Spirale-Verhütung eine gute Alternative. Gerade für Paare, die langfristig keine Kinder haben wollen oder für Frauen, die die Pille nicht so gut vertragen bietet Spirale Verhütung, die verlässlich ist. Solltet ihr euch dann aber doch Kinder wünschen, lässt sich die Spirale wieder entfernen – das ist weniger aufwendig als eine Sterilisierung wieder rückgängig zu machen. Wie bei allen anderen Verhütungsmethoden schützt sie jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten – da bleibt das Kondom immer noch die sicherste Wahl.

Bildquelle: Getty Images/Mariakray

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