Hausaufgaben: Hilfe nur in Maßen

Mit der Schule kommen die von Kindern oft als lästig empfundenen Hausaufgaben. Einige haben große Schwierigkeiten und bitten ihre Eltern um Hilfe. Was tun?

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Wer zur Schule geht, muss auch Hausaufgaben machen. Kinder würden wahrscheinlich lieber spielen, statt sich den lästigen Matheaufgaben zu widmen, aber es nutzt ja nichts. Hausaufgaben sind sinnvoll, denn erstens trainieren sie das im Unterricht Erarbeitete, zweitens bringen sie ans Licht, ob das Kind auch wirklich alles verstanden hat, und drittens gewöhnen sie den Nachwuchs an strukturiertes und selbstständiges Arbeiten.

Hausaufgaben: Sollen Eltern helfen?

Nun ist das so eine Sache mit dem selbstständigen Arbeiten, denn oft wenden sich die Schüler und Schülerinnen doch an ihre Eltern, weil sie etwas nicht verstanden haben oder nicht wissen, was von ihnen überhaupt verlangt wird. Hier ist nun die Versuchung groß, den Kindern zu helfen. Wenn ihr dies aber auf Dauer macht, habt ihr den umgekehrten Effekt - euer Kind kann nicht selbstständig lernen. Was also tun? Der Hamburger Erziehungsberater Prof. Peter Struck hat eine verheißungsvolle Methode, wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Nachwuchs ohne euch nicht weiterkommt: "Dann sollten Eltern genau hinschauen, wo das Problem liegt und nach dem Prinzip der minimalen Hilfe ihre Unterstützung anbieten. Die Kunst des Helfens besteht darin, dem Kind in bestimmten Situationen ganz gezielt zur Seite zu stehen – und das mit sparsamsten Mitteln."

Aufmuntern und Hinweise geben

Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus, aber gerade für Trödler ist es wahrscheinlich wichtig, ein paar aufmunternde Worte zu finden, nach dem Motto "Wenn du jetzt deine Hausaufgaben machst, hast du später mehr Zeit zu spielen." Es ist ratsam, eine Routine zu finden. Die Kinder sollen allein mit den Hausaufgaben anfangen - ihr könnt sagen, dass ihr zur Stelle seid, sollte es zu Schwierigkeiten kommen, oder ihr vereinbart, dass ihr euch gemeinsam die Ergebnisse anschaut. Wichtig ist, dass euer Nachwuchs es erst einmal selbst versucht. Wenn ihr helft, dann sollte es eher mit Hinweisen sein - sagt eurem Kind, wo es etwas nachschlagen kann. So lernt es, langsam, aber sicher, sich selbst zu helfen.

In einigen Fällen könnt ihr die Vorgaben geben, ihr fangt an, erklärt und dann lasst ihr die Kinder weitermachen. Tappt dabei nicht in die Falle, dass sie nur noch aufschreiben, war ihr von euch gebt. Sie sollen sich ihre eigenen Gedanken machen und selbst etwas lernen. Wenn allerdings ersichtlich ist, dass euer Kind die Hausaufgaben nicht bewältigen kann, weil es sie überhaupt nicht verstanden hat, solltet ihr den Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin kontaktieren, indem ihr eine kurze Notiz schreibt und erklärt, warum euer Sohn oder eure Tochter die Aufgaben nicht lösen konnte. Fragt andere Eltern, ob sie in einer ähnlichen Situation waren. Dann könnt ihr gemeinsam die Lehrer bitten, es noch einmal zu erklären.

Auch wenn ihr nicht die Hausaufgaben für eure Kinder erledigen sollt, bedeutet dies nicht, dass ihr sie nicht beim Lernen unterstützt. Ihr könnt ihnen beim Vokabeln lernen helfen oder mit ein paar Übungen die Rechtschreibung verbessern. Konzentrationsübungen sind immer gut, wenn es beim Rechnen nicht so klappen mag. Welcher Lerntyp ist euer Kind überhaupt? Auch hier könnt ihr entsprechend unterstützen, wenn ihr dies berücksichtigt. Es bleibt also noch genügend zu tun - auch wenn ihr nicht direkt bei den Hausaufgaben helft.

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