Bambusbecher: Coffee to Go und Bambusgeschirr könnten der Gesundheit schaden

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Bambusbecher: Coffee to Go und Bambusgeschirr könnten der Gesundheit schaden

Sie sollen die Umwelt schützen, sind womöglich gesundheitsschädlich. Was ist wirklich drin in den hübschen bunten Bambusbechern und dem Geschirr für unterwegs?

Wem Umweltschutz und Nachhaltigkeit am Herzen liegen, der meidet Kaffee aus dem Wegwerf-Pappbecher und Einmalprodukte wie Alu- oder Plastikfolie, um Schulbrötchen und Ähnliches einzuwickeln. Bambusbecher und -geschirr sind da eine ebenso hübsche wie praktische Alternative, die man immer wieder abwaschen und erneut benutzen kann. Doch jetzt warnen Verbraucherschützer, dass diese Produkte gefährliche Schadstoffe enthalten können. Was steckt drin und welche Alternativen gibt es?

Bambusbecher - Gefahr für die Gesundheit?

Was ist drin im Bambusbecher?

Bambusgeschirr erweckt bei uns Verbrauchern den Eindruck, dass es aus einem natürlichen und nachhaltigen Rohstoff hergestellt wurde, nämlich aus Bambusholz. Bambusholzpulver und Maisstärke sind jedoch nur Füllstoffe.

So enthalten Bambusbecher und -teller auch noch 20 bis 40 Prozent synthetische Harze wie Melaminharz, Harnstoff-Formaldehydharz oder Polylactate. Ganz schön viel Chemie für einen Kaffeebecher, der die Umwelt schützen soll.  

Melamimharz kann mit anderen Stoffen (zum Beispiel mit deinem Getränk) reagieren und Kristalle bilden, die Nierenschäden hervorrufen können. Und Formaldehydgas wird laut Verbraucherzentrale als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.

Sind alle Bambusbecher und -teller gefährlich?

Das Chemische Untersuchungsamt Stuttgart hat Bambusgeschirr untersucht und bei elf der 35 der Produkte festgestellt, dass sie Melamin oder Formaldehyd oder beides in Speisen und Getränke abgaben und sogar gesetzliche Höchstmengen überschritten.

Harnstoff-Formaldehydharze führten bei einem Becher sogar zu Rissen, nachdem eine heiße Flüssigkeit hinein gefüllt wurde.

Vier Becher wurden zwar wegen ihrer Zusammensetzung nicht beanstandet und wurden auch nicht irreführend beworben, aber auch hier beanstandete das Untersuchungsamt mangelnde Deklarationen, die bei Kunststoffprodukten erforderlich seien.

Das Fazit der Untersuchung: Keines der 35 Bambusprodukte hätte so in den Handel kommen sollen. Das lässt nichts Gutes ahnen, was die Fülle an Bambusprodukten anbelangt, die auf dem Markt sind. Und ständig kommen neue dazu – aber 100% Natur sieht offenbar anders aus!

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Je heißer das Getränk, desto größer die Gefahr

Die umstrittenen Stoffe, die Bambusgeschirr enthält, werden vor allem durch Hitze gelöst. Mit heißem Kaffee oder Tee, aber auch mit Suppe oder Eintopf geraten die potentiellen Giftstoffe vom Becherwand und Tellerrand in Speisen und Getränke.

Möchtest du deinen Bambusbecher weiter benutzen, sollte dein Coffee to Go nicht heißer als 70 Grad Celsius sein. Das könnte jedoch im Coffeeshop bei der Bestellung Probleme bereiten.

"Je länger die Hitze einwirkt, desto mehr Melamin und Formaldehyd werden freigesetzt", warnte Sabine Schuster-Woldan vom Referat Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern. "Untersuchungen haben gezeigt, dass aus Bambusbechern mit Melaminharz mehr Melamin und Formaldehyd abgegeben wird als bei reinem Melamingeschirr. In größeren Mengen und langfristig aufgenommen sind diese Stoffe gesundheitsschädlich. Auf keinen Fall sollen die Bambusbecher in die Mikrowelle. Sie müssen entsprechend gekennzeichnet sein."

Benutzt du Bambusgeschirr als Kindergeschirr – ob zu Hause oder unterwegs –, solltest du ebenfalls darauf achten, dass es nicht zu heiß wird. Dennoch könnte dieses Wissen vielen Konsumenten die Freude an den bunten Bambusprodukten vermiesen.

Alternativen zu Bambusgeschirr und To-Go-Bechern

Statt des hippen Bambusgeschirrs kannst du belegte Brote und ähnliche Speisen für unterwegs auch in Edelstahl- oder Kunststoffboxen einpacken. Der letzte Schrei sind wiederverwendbare Folien aus Bienenwachs und Stoff.

Deinen Coffee to Go kannst du künftig lieber aus Glasbechern*, die eine Kunststoff-, Filz- oder Korkmanschette tragen, trinken. To-Go-Becher gibt es auch aus Edelstahl, edlem Porzellan oder dem für heiße Drinks geeigneten Polypropylen (PP).

Und manchmal brauchst du den Becher für unterwegs vielleicht auch gar nicht – nimm dir mal wieder Zeit für einen schönen Latte Macchiato im Café.

* gesponserter Link

Bildquelle:

Getty Images

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