Giftige Pflanzen im Garten: einheimische Giftpflanzen und Exoten

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Giftige Pflanzen im Garten: einheimische Giftpflanzen und Exoten

Sie sind bunt, erscheinen appetitlich und sehen manchen essbaren Blüten und Früchten ganz schön ähnlich: Giftige Pflanzen werden für Kinder und Haustiere besonders schnell lebensgefährlich, denn bei ihrem geringen Körpergewicht reichen oft sehr kleine Mengen für schlimme Folgen aus und der Entdeckungsdrang ist besonders groß. Aber auch Erwachsene können sich bei Giftpflanzen schnell vergreifen.

Schön aber häufig giftig: Blumen und Pflanzen aus Garten, Wald und Wiese

Die folgenden Pflanzen kommen in unseren Gärten besonders oft vor. Die Mehrzahl von ihnen sind heimische Giftpflanzen, aber tropische Exemplare werden aufgrund ihres üppigen Aussehens und der leichten Pflege immer beliebter und tummeln sich oft in Nachbars Garten oder bei Freunden im Blumenbeet. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euren Nachwuchs über die wichtigsten Giftpflanzen aufklärt.

Ihr seid euch nicht sicher, was genau in eurem Garten wächst? Verbraucherzentralen raten, den Garten von einem Fachmann inspizieren zu lassen. Findet ihr Giftpflanzen, ist es ratsam sie zu entfernen oder mit Barrieren für Kinder und Haustiere unzugänglich zu machen. Am Artikelende findet ihr die aktuellen Giftnotrufe.

Tollkirsche (Atropa belladonna)

Tollkirsche

Die Tollkirsche ist hochgiftig: Bereits drei bis vier der süßen, schwarzen Beeren sind für Kinder lebensbedrohlich, aber auch die Blüten und Blätter enthalten lebensgefährliche Konzentrationen des Giftstoffes Atropin. Stark verdünnt wird Belladonna in der Homoöpathie angewendet, als Heilpflanze im Hausgebrauch darf sie aber aufgrund der extrem giftigen Wirkung aber nicht angewendet werden. Erste Anzeichen einer Vergiftung sind Mundtrockenheit, Herzrasen und starke Halluszinationen bis hin zur Ohnmacht.

Seidelbast (Daphne mezereum)

Seidelbast

Alle Pflanzenteile des bis zu zwei Meter hohen Strauchs sind giftig. Er zeichnet sich im Frühjahr durch rosa Blüten, im Sommer durch leuchtend rote Beeren aus. Schon zehn Beeren können für Kinder tödlich sein. 

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Riesen-Bärenklau

Zwei bis vier Meter hoch kann das Distelgewächs werden, das zum Glück zwar nicht zu tödlichen Vergiftungen, dafür aber zu schweren Verbrennungen führen kann: Der aus Stielen und Blättern austretende Saft ist Schuld.

Alpenveilchen (Cyclamen)

Alpenveilchen

Diese Blumen verspritzen bereits bei der kleinsten Berührung Giftstoffe, die Haut und Augen verletzen. Der Stoff kann zu Bindehautsverätzung führen. Wenn Ihr Kind die Hand in den Mund steckt, lässt das Gift die Schleimhäute anschwellen und führt im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen. Das Alpenveilchen ist als Zimmerpflanze beliebt, aber auch als Zierpflanze in Gärten häufig zu finden.

Eibe (Taxus)

Eibe

Die Eibe ist sehr giftig, aber dennoch ein sehr beliebtes Ziergehölz. Fast alle Pflanzenteile der Eibe sind giftig, beim Verzehr wird der Mund trocken, die Lippen färben sich rot, Blässe, Schwindel und Übelkeit treten ein. Die Eibe löst Herz- und Kreislaufstörungen, Leber- und Nierenschäden und Krampfanfälle aus, was im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)

Goldregen

Wird auch Goldrausch genannt. Die beliebte Zierpflanze findet sich in vielen Gärten, obwohl die Samen von Goldregen sehr giftig sind. Meistens erbrechen sich Kinder sofort, wenn sie die Samen verschluckt haben, weitere Symptome sind Zittern und Übelkeit. Werden die Samen nicht erbrochen, können Kinder durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen sterben. Der ähnlich aussehende Indische Goldregen ist ungefährlich.

Eisenhut (Aconitum)

Eisenhut

Auch als Wolfswurz bekannt, gilt der Eisenhut als Europas giftigste Pflanze, da alle Teile der Pflanze bereits bei Berührung Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Lähmungen, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen auslösen. Eine folgende Atemlähmung ist in der Regel tödlich.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Herbstzeitlose

Da sie dem Krokus so sehr ähnelt, ist die Herbstzeitlose sehr gefährlich für Kinder, die Blumen pflücken möchten. Ihre Blätter, die schon im Frühling wachsen, werden leicht mit Bärlauch verwechselt. Dabei ist das hochgradige Gift der Herbstzeitose mit Arsen zu vergleichen und bereits 5 mg sind tödlich. Der Mund fängt schnell an zu brennen, eine Stunde später treten meist Übelkeit, Erbrechen und heftige Koliken auf. Blutdruckabfall, Lähmungen und Atemstillstand können zum Tod führen.

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Roter Fingerhut

Bei Spaziergängen im Wald und auf Wiesen sieht man oft den Roten Fingerhut, der durch seine leuchtende Farbe Kinder anlockt. Vorsicht! Bereits ein einziges Blatt ist für Kinder tödlich.

Rizinus (Ricinus communis)

Rizinus oder Wunderbaum

Aufgrund ihres rasanten Wachstums auch als “Wunderbaum” bekannt,  ist die Staudenpflanze aus Afrika und Indien wegen ihrer roten Blüten und zahlreichen Beeren beliebt. Diese sind aufgrund ihres süßen, nussigen Geschmacks besonders tückisch: Ein einzelnes enthaltenes Samenkorn kann die tödliche Dosis des giftigen Eiweißes Ricin enthalten, die Symptome entfalten sich aber erst nach Stunden.

Engelstrompete (Brugmansia)

Engelstrompete

Auch der ursprünglich aus Südmaerika stammende Trompetenbaum ist eine große Gefahr für Kinder, denn seine Samen und Blüten schmecken sehr süß. Die Pflanze kommt häufig in Gärten und Parkanlagen vor. Wenn ein Kind die Samen verschluckt hat, ist höchste Vorsicht geboten, da bereits wenige Samen Bewusstlosigkeit und Atemlähmung verursachen können.

Für den Notfall: Telefonnummern der Giftnotrufe in Deutschland

• Giftnotruf Berlin
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Notruf: +49 (0) 30 – 19 24 0

• Giftnotruf Bonn
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Zentrum für Kinderheilkunde – Universitätsklinikum Bonn
Notruf: +49 (0) 228 – 19 24 0

• Giftnotruf Erfurt
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ)
Tel.: +49 (0) 361 – 73 07 30

• Giftnotruf Freiburg
Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg (VIZ)
Universitätsklinikum Freiburg – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: +49 (0) 761 – 19 24 0

• Giftnotruf Göttingen
Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Notruf: +49 (0) 551 – 19 24 0

• Giftnotruf Homburg
Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen des Saarlandes
Tel.: +49 (0) 6841 – 19 24 0

• Giftnotruf  Mainz
Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
Tel.: +49 (0) 6131 – 19 24 0 / +49 (0) 6131 – 23 24 66

• Giftnotruf München
Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar – Technische Universität München
Tel.: +49 (0) 89 – 19 24 0

Bildquelle:

iStock,Getty Images

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