Energydrinks – eine Gefahr für Jugendliche?

Gesundheit

Energydrinks – eine Gefahr für Jugendliche?

Bunt, lecker und total angesagt: Die stimulierenden Powergetränke sind der absolute Renner bei Teenagern. Ein kleiner Energieschub kann schließlich nicht schaden, meinen sie. Stimmt das?

Sie sind hip, schmecken süß und sollen Power geben. Die bunten Dosen mit den Energiegetränken sind Dauerstimulans für Teenager. Wie sehr sie auch schaden können, darüber machen sich die Jugendlichen allerdings keine Gedanken. Viele Eltern dafür machen sich Sorgen. Energydrinks ungehemmt zu konsumieren - ist das sträflicher Leichtsinn? Sind die Powergetränke tatsächlich gesundheitsgefährdend? Ärzte, Verbraucherschützer und das Bundesinstituts für Risikobewertung sind dieser Frage und den bunten Getränkedosen auf den Grund gegangen.

Besonders in Verbindung mit Sport und Alkohol sind Energydrinks gefährlich

Energydrinks - Jugendliche lieben sie: bunt, exotisch und süß

Die Regale sind voll davon. Keiner kann sie übersehen - dafür sorgt schon allein die intensive Bewerbung dieser In-Getränke. Die Hersteller setzen vor allem auf Werbespots in den elektronischen Medien. Inhaltlich wird gern die aufputschende Wirkung hervorgehoben. Von den negativen Eigenschaften wie hoher Koffein- oder Zuckergehalt ist nicht die Rede. Egal, nach welcher Marke auch immer du die Hand ausstreckst – die Wirkstoffe sind, in unterschiedlichen Zusammensetzungen, im Wesentlichen die gleichen.

Energydrinks - das sind die Inhaltsstoffe

Neben Wasser, Kohlensäure, Mineral-, Farb-und Aromastoffen (natürliche oder synthetische) sind es vor allem diese Inhaltsstoffe, die eine anregende bis aufputschende Wirkung auslösen:

  • Zucker oder Süßstoff (Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose)

  • Koffein (oft auch in Form von Guarana)

  • Taurin (beschleunigt den Stoffwechsel)

  • Glucuronolacton (wirkt, ähnlich wie Koffein und Taurin, stimulierend auf Körper und Geist)

Den Wachmach-Effekt von Energydrinks bewirken vor allem die zwei Hauptzutaten: Zucker liefert die Energie, Koffein sorgt für die Aufputschwirkung. Die Gefahr einer Koffein-Über­dosierung durch Energydrinks ist ziemlich hoch. Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 Milligramm Koffein, so viel wie eine Tasse Kaffee. Das klingt zunächst harmlos, doch bleibt es selten bei einer Dose. Wenn ihr, du oder dein Kind, mehrere Energydrinks hintereinander trinkt, kann das unerwünschte Folgen haben.

Energydrinks – und was sie versprechen

Fast 70 Prozent aller Jugendlichen, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen trinken Energydrinks – vor allem aber konsumiert jeder vierte von ihnen mehr als ihm gut tut.

Das sollen die Energydrinks bringen:

  • mehr Leistungsfähigkeit bei der Arbeit

  • mehr Konzentration in Prüfungssituationen

  • mehr Durchhaltevermögen auf Partys

  • mehr Ausdauer beim Internetsurfen

  • mehr Konzentration am Steuer

  • mehr Kraft beim Sport

"Keine Wirkung ohne Neben­wirkung" heißt es in der Medizin. Dessen bewusst sind sich jedoch die wenigsten. Diese Symptome können Energydrinks auslösen:

  • Herzrasen

  • Schlaflosigkeit

  • innere Unruhe

  • Magen-Darm-Beschwerden

  • Übel­keit

Bei größeren Mengen können zusätzlich auftreten:

  • Kopfschmerzen

  • erhöhte Reizbarkeit

  • Schweißausbrüche

  • Bluthochdruck

  • Wahrnehmungsstörungen

  • Herz-Rhythmus-Störungen

  • Kreislaufkollaps

Verstärkt werden diese negativen Begleiterscheinungen noch, wenn man:

  •  sehr viel davon trinkt

  • wenig schläft

  • sich körperlich anstrengt, zum Beispiel Sport treibt

  • die Energydrinks mit Alkohol mischt

Als Langzeitwirkung kann regelmäßiges und übermäßiges Trinken von Energydrinks außerdem den Zahnschmelz schädigen sowie Zuckerprobleme verursachen. Es droht Übergewicht.

Diese Menschen sollten Energydrinks lieber grundsätzlich meiden:

  • Kinder

  • Schwangere

  • Frauen, die stillen

  • koffeinempfindliche Personen

  • Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

  • Epileptiker

  • Diabetiker

Energydrinks – sie haben schon Leben gekostet

Besonders bedenklich bis gefährlich ist die Kombination von Sport oder anderer körperlicher Anstrengung plus Energydrink sowie die Mischung Energydrink plus Alkohol. In den USA sollen schon mehrere Dutzend Menschen nach dem Konsum von Powerdrinks gestorben sein. Erste Todesfälle gab es auch bereits bei uns.

Energydrinks plus Alkohol: "Teufelszeug"

In einer Studie hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA mehr als 52.000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder in 16 EU-Staaten befragt. Nirgendwo werden Energydrinks so gern mit Alkohol gemischt wie in Deutschland. Wodka-Energy ist seit Jahren das angesagte Trendgetränk in Bars und Discotheken. 2013 befragte das Bundesinstitut für Risikobewertungen BfR junge Leute, die regelmäßig Energydrinks konsumieren. Demnach trinken sie in einer einzigen Disconacht durchschnittlich einen Liter Energydrink mit Alkohol. Manchmal endet so eine Partynacht auch in der Notaufnahme. Die Ärzte dort wissen dann schnell, womit sie es zu tun haben: Von "Teufelszeug" sprechen sie.

Energydrinks – die belegenden Untersuchungen fehlen

Umstritten sind diese Wachmacher-Getränke ja schon seit Längerem – schon allein, weil sie große Mengen Koffein und Zucker enthalten - und es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege, dass auch nur einer der Inhalts­stoffe tatsächlich leistungs­steigernd wirkt. Andererseits fehlen auch ausreichende Studien, die eine gesundheitsgefährdende Wirkung belegen. Dieses Dilemma führt dazu, dass die EU argumentiert: Solange nicht bewiesen ist, dass das Getränk schädlich ist, dürfe es kein europaweites Verkaufsverbot geben. Schließlich gebe es ja Warnhinweise auf den Getränkedosen. "Zu den Risiken und Nebenwirkungen solltest du vor dem Öffnen der nächsten Dose vielleicht einmal einen Blick darauf werfen."

Energydrinks – "Die Dosis macht das Gift"

Ob Süßkram oder Alkohol, Sport oder Energydrinks: Zu viel des Guten ist schnell das Gegenteil von gut. Das solltest du deinem Kind erklären - und auch, dass es ja nicht ganz auf sein Lieblingsgetränk verzichten muss. Ein wissenschaftliches Gutachten der EFSA besagt, dass 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag für Kinder und Jugendliche unbedenklich sind. "Die Dosis macht das Gift". In einer 250-Milliliter-Dose Energydrink sind 80 Milligramm Koffein. Jetzt muss man nur noch ein wenig rechnen können ...

 

Bildquelle: Getty Images

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