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Virusinfektion

Wenn Babys und Kinder Mundfäule haben: So könnt ihr die Schmerzen lindern

Mundfäule Kinder
© Getty Images/microgen

Mundfäule klingt nicht nur schrecklich, sie ist auch äußerst schmerzhaft: Ein Herpesvirus verursacht viele kleine Mundgeschwüre, die brennen. Babys und Kleinkinder sind am häufigsten betroffen. So kannst du die Schmerzen für dein Kind lindern.

Woher kommt Mundfäule bei Kindern?

Mundfäule wird von Herpesviren ausgelöst. Daher ist die Krankheit auch hoch ansteckend. Besonders häufig tritt Mundfäule bei Babys und Kleinkindern auf, die zum ersten Mal in Kontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1) gekommen sind. Der Virus ruft eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut mit Mini-Geschwüren bzw. Aphten hervor.

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Vorwiegend auf Zahnfleisch und Gaumen, aber auch auf den Lippen und um den Mund herum entstehen die kleine Bläschen, die weißlich-gelb belegte und äußerst schmerzhafte Wunden hinterlassen. Die offenen Wunden verursachen typischen, fauligen Mundgeruch, was der Infektion ihren Namen gibt. Der korrekte Fachausdruck dafür ist Stomatitis aphtosa.

Weitere typische Begleiterscheinungen von Mundfäule bei Kindern sind: (teilweise hohes) Fieber, geschwollene Lymphknoten im Halsbereich, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Hat sich dein Kind zum ersten Mal infiziert, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Bei Mundfäule schmerzt der gesamte Mund. So sehen die Aphten und Bläschen aus. (© Getty Images/PhanuwatNandee)

Essen und Trinken bei Mundfäule

Achtung! Wegen der Schmerzen im Mund verweigern Babys und Kleinkinder oft die Nahrung. Hat das Kind nur wenig getrunken und wirkt teilnahmslos oder bemerkst du, dass die Fontanelle beim Baby dauerhaft eingefallen ist, dann geht umgehend zum Arzt. Es kann sein, dass das Kind bereits dehydriert ist und eine Infusion braucht.

Hat dein Kind Mundfäule, ist es also besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass es genügend trinkt. Am besten bietest du ihm zimmerwarme, milde Getränke an. Saft sollte tabu sein, da die enthaltene Fruchtsäure die Mundschleimhaut zusätzlich reizt. Ideal ist Kamillentee. Er hat eine heilende und desinfizierende Wirkung.

Zum Essen kannst du alles auftischen, was leicht zu kauen und zu schlucken ist: z.B. Kartoffelbrei, Grießbrei oder Joghurt. Suppen sollten auf Zimmertemperatur abgekühlt sein, denn auch heiße Speisen können im Mund schmerzen.

Leider kann man gegen die Mundfäule selbst wenig tun. Die Wunden im Mundraum müssen alleine ausheilen. Meistens dauert das zehn bis zwölf Tage. Narben bleiben keine zurück. Während der akuten Krankheitsphase könnt ihr ausnahmsweise auf das Zähneputzen verzichten, auch wenn es sich unhygienisch anhört. Das Reiben am Zahnfleisch verschlimmert die Schmerzen nur.

Wenn Kinder Mundfäule haben: Die Schmerzen lindern

Um dem Kind ein wenig Erleichterung zu schaffen, kannst du Sie die Schmerzen mit speziellen Mitteln behandeln. Zahnungsgel ist zum Beispiel eine Möglichkeit. Das darin enthaltene, niedrig dosierte Betäubungsmittel kann zumindest kurzzeitig etwas Linderung verschaffen. Wenn du beim Arzt nachfragst, kann er desinfizierende Lösungen oder Gels verschreiben, sowie gegebenenfalls Schmerzzäpfchen. Zäpfchen sind bei Mundfäule auf jeden Fall eine gute Wahl, weil sie nicht wie andere Medikamente geschluckt werden müssen.

Als pflanzliche Alternative können die schmerzhaften Aphten auch mit Nelkenöl oder einer Myrrhe-Tinktur behandelt werden. Dafür ein Wattestäbchen mit dem Öl bzw. der Tinktur tränken und die Bläschen damit betupfen. Allerdings brennt vor allem die Myrrhe-Tinktur sehr stark, so dass sich die meisten Kinder damit nicht behandeln lassen.

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Der Mundfäule bei Kindern vorbeugen

Wirklich vorbeugen kann man Mundfäule nicht. Der Herpes-Simplex-Virus ist hoch ansteckend und überträgt sich über Schmier- und Tröpfcheninfektion. Da die meisten Menschen den Virus in sich tragen, ist der Kontakt damit fast unvermeidbar. Etwa 80 Prozent aller Zweijährigen tragen schon Antikörper gegen HSV-1 im Blut. Nicht alle von ihnen hatten eine Mundfäule. Allerdings ist es bei Erstkontakt mit dem Virus sehr wahrscheinlich, dass die Krankheit ausbricht.

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Daher sollte auf jeden Fall der Kontakt mit Kindern vermieden werden, die gerade akut an Mundfäule erkrankt sind. Herpes wird sehr häufiger von einem Kind aufs andere übertragen, etwa über Spielzeug, das Babys gerne in den Mund nehmen. Hast du selbst gerade Herpesbläschen oder leidest du grundsätzlich häufig daran, dann solltest du vermeiden, den Schnuller oder das Fläschchen des Kindes in den Mund zu nehmen oder auch sein Besteck.

Sind die Bläschen im Mundbereich abgeheilt, besteht bei Mundfäule keine akute Ansteckungsgefahr mehr. Allerdings bleibt der Herpesvirus auch weiterhin im Körper. Er kann später immer wieder als Lippenherpes zurückkommen.

Katja Nauck

Mundfäule beim Baby: Da hilft nur ganz viel Knuddeln

Als unser Baby ein halbes/dreiviertel Jahr alt war, war morgens auf einmal das Kissen blutig und es schrie. Da entdeckten wir im Mundraum die Bläschen. Wir versuchten ihr etwas Zahnungsgel auf die ersten Zähnchen zu geben bzw. Zahnungsgel auf den Schnuller zu schmieren. Das hat sie sogar einigermaßen akzeptiert. Ansonsten war sie sehr wehleidig und hat viel geweint. Die Ärztin meinte auch, da kann man nicht viel tun. Einfach viel Ruhe, möglichst viel Schlafen und natürlich ganz viel Liebe und Knuddeln, bis die Bläschen langsam weggehen ...

Ihr solltet in dieser Zeit aufpassen, dass das Baby möglichst wenig in den Mund nimmt und nicht so viel mit dem Mund in Berührung kommt. Herpes ist sehr ansteckend und auch ihr Eltern könnt euch damit infizieren. Also vorsichtig, vielleicht keine Küsschen auf den Mund, sondern diese Region etwas schonen und meiden.

Katja Nauck

Hautausschlag bei Baby & Kind: Was ist denn das?

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Quellen: Kinderärzte im Netz, Zava

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