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Ohrringe für Kinder: Ab wann darf man das & wie sollte man Ohrlöcher pflegen?

Kleine Ladys

Ohrringe für Kinder: Ab wann darf man das & wie sollte man Ohrlöcher pflegen?

Ohrringe stehen bei vielen Mädchen schon früh auf der Wunschliste. Aber ab wann sind Ohrringe für Kinder überhaupt erlaubt und wie sieht es mit der Pflege von Ohrlöchern aus? 

Ab wann sind Ohrringe für Kinder erlaubt?

Mama macht’s vor – und kleine Mädchen machen es nach: Wenn es bei Mama an den Ohren so wunderhübsch glitzert und blinkt, entwickeln die Mini-Ladys schnell den Wunsch nach eigenen Ohrringen.

Ein Baby bzw. Kleinkind mit Ohrringen? Da gehen die Meinungen weit auseinander! In Italien oder Mexiko ist es beispielsweise Usus, den Kindern schon im zarten Babyalter Löcher für die ersten Ohrringe zu stechen.

Hierzulande hat es sich eher eingebürgert, den Wechsel auf die weiterführende Schule als Start ins Ohrring-Zeitalter zu wählen. Kinder sind dann in der Lage, die Pflege ihrer Ohrlöcher selbst zu übernehmen. Wichtig ist: Euer Kind sollte von sich aus den Wunsch nach Ohrringen äußern!

Eine feste Altersgrenze gibt es beim Ohrlochsetzen nicht. Aber sowohl der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte als auch der Berufsverband der Piercer sprechen sich gegen Ohrringe bei jüngeren Kindern aus:

Ohrlochstechen ist aus unserer Sicht eine Körperverletzung und ebenso ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes wie die Beschneidung.

Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann in der FAZ (am 1.9.2012)

Der Berufsverband der Piercer äußert sich ähnlich zu dem Stechen von Ohrlöchern bei Kindern:

Es gibt überhaupt keinen Grund, einer Dreijährigen Ohrlöcher zu stechen. Unter 14 Jahren sollte überhaupt nicht gepierct werden.

Vorsitzende der European Association for Professional Piercing Martina Lehnhoff in der FAZ (am 1.9.2012)

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Wo könnt ihr Ohrlöcher für Kinder stechen lassen?

Wer sticht denn nun Ohrringe bei Kindern? Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es etwas schwierig ist, jemanden zu finden, der Babys oder Kleinkindern ein Ohrloch setzt. Solltet ihr nichtsdestotrotz bei eurem Baby schon Ohrlöcher stechen lassen wollen, achtet darauf, dass euer Kleines bereits die Tetanusimpfungen hat.

Im Wesentlichen gibt es drei Anlaufstellen, wenn es Ohrringe für euer Kleinkind seien sollen:

  • Juwelier
  • Apotheke/Ärzte
  • Piercer

Es ist euch überlassen, wen ihr aufsucht. Der Unterschied ist, dass der Juwelier und die Apotheke mit einem Ohrlochstecksystem Ohrlöcher setzen, während beim Piercer mit einer Hohlnadel gestochen wird.

Zugegeben, dass mit dem Ohrlochstecksystem hört sich fies an, ist aber nicht schmerzhaft. Der medizinische Ohrstecker wird mittels des Systems durch das Ohrläppchen gedrückt. Die sagenumwobene Ohrlochpistole, die die meisten von uns noch aus Kindertagen kennen dürften, kommt nur noch selten zum Einsatz.

Welche Methode ihr wählt, ist euch überlassen. Achtet darauf, dass die Sauberkeit gegeben ist. Nicht nur die Location sollte sich an Hygienevorschriften halten, auch die Arbeitsgeräte müssen steril sein.

Kinder unter 18 Jahren benötigen eine Einverständniserklärung der Eltern, dass Ohrlöcher gestochen werden dürfen.

Ohrringe für Kinder: Worauf sollten Eltern achten?

Beim Spielen, Rangeln und auch beim Aufsetzen der Mütze bleiben Kinder leicht mal an den Ohrringen hängen. Kinder sollten deshalb im Alltag am besten nur kleine Ohrstecker tragen.

  • Schöne Hängeohrringe sind an besonderen Tagen und Festen natürlich erlaubt!
  • Beim Sport sollten Ohrringe immer abgeklebt werden.
  • Die ersten sechs Wochen sollte aufs Schwimmen verzichtet werden. Das neue Ohrloch ist eine kleine Wunde, die möglichst keimfrei bleiben soll. Lässt sich das Schwimmen nicht vermeiden, ist es wichtig, das Ohrloch danach mit einem geeigneten Pflegeprodukt zu säubern.

Ohrringe für ein Baby bzw. Kleinkind: Pflege ist wichtig!

Viel Pflege brauchen die neu gesetzten Ohrlöcher nicht, dafür aber regelmäßige!

  • Wascht euch immer die Hände, bevor ihr das Ohr oder den Ohrstecker berührt. Das gilt natürlich auch für euer Kind.
  • Behandelt die Löcher von vorne und hinten zwei Mal täglich mit einem antiseptischen After-Piercing-Produkt.
  • Der Verschluss sollte nicht zu dicht am Ohrloch sein, damit genug Luft an die kleine Wunde kommt.
  • Der Stecker sollte zwei bis drei Mal pro Tag gedreht werden, um ein Festwachsen zu verhindern.
  • Achtet beim Duschen und Haare waschen darauf, dass die frischen Ohrlöcher nicht mit Seife und Shampoo in Berührung kommen.

Die frischen Ohrlöcher der Kinder können ggf. rot werden oder die Ohrläppchen leicht anschwellen. Das ist erst einmal kein Grund zur Sorge. Tritt innerhalb von 48 Stunden keine Besserung ein, solltet ihr mit euren Kleinen zum Arzt gehen.

Was ist beim Erststecker wichtig?

Der Erststecker ist der Ohrring, der direkt beim Ohrloch stechen eingesetzt wird. Er sollte grundsätzlich einen Stecker (und keinen Ring) haben und sollte mindestens sechs Wochen im Ohr bleiben, bevor zu anderen Modellen gewechselt wird.

Materialfrage: Welche Ohrringe sind für Kinder geeignet?

Ein Problem bei Ohrlöchern sind Entzündungen und allergische Reaktionen. Deshalb sollten die Erststecker, die als erstes eingesetzt werden (die sogenannten medizinischen Ohrstecker), grundsätzlich antiallergisch und hautfreundlich sein. Bei Titanohrringen (nickelfrei) ist das der Fall.

Wenn nach einigen Wochen der Erststecker durch die hübschen Wunsch-Ohrringe ersetzt wird, solltet ihr genau beobachten, ob euer Kind das Material verträgt. Am besten eignet sich Gold- und Silberschmuck. Nickel sollten ihr in jedem Fall vermeiden, denn frühzeitiger Kontakt mit Nickel kann eine Nickelallergie auslösen.

Wenn sich das Ohrloch entzündet, nehmt die neuen Ohrringe wieder raus, behandelt das Loch mit After-Piercing-Lotion und setzt danach einen Ohrring ein, auf den euer Kind nicht allergisch reagiert.

Quellen: FAZ über Ohrringe für Kinder und Babys, mein-ohrstecker.de

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Kindheitstrauma

Ich habe im Grundschulalter Ohrringe bekommen, weil ich es unbedingt wollte. Das Ganze hat allerdings mir und meiner Mutter ein Trauma beschert. Bei mir kam damals noch die Pistole zum Einsatz, die ich als riesengroß in Erinnerung habe. Zudem hat sie ein fruchtbares Geräusch gemacht. Ich wäre fast nur mit einem Ohrloch aus dem Juwelier gegangen.

Meine Schwester ist mit vier Jahren selbst in den Juwelier marschiert, um sich Ohrringe stecken zu lassen. Ich wollte sie unter Tränen davon abhalten – hat aber nichts genützt. Während meine Mutter (die sich das auch kein zweites Mal antun wollte) und ich vor der Tür gewartet haben, saß meine Schwester wie eine Große auf dem Hocker und kam freudestrahlend mit zwei Ohrlöchern wieder heraus.

Bildquelle: Gettyimages/Grafissimo

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