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Einfach nachhaltig

Plastik vermeiden im Alltag: 23 praktische Ideen für Familien

Plastik vermeiden: Diese Tipps helfen im Familienalltag
© getty images / iStock / Getty Images Plus / Halfpoint

Lebensmittel, die dreifach von Kunststoff umhüllt sind, Kosmetikprodukte in Hartplastikflaschen, Spielzeug aus PVC. An Plastik führt  im Familienalltag gefühlt kein Weg vorbei. Und es nervt. Deswegen kommen hier viele Tipps und Ideen, die euren Alltag plastikfreier machen und sich ganz einfach umsetzen lassen.

Wir alle wissen, dass wir gut daran tun, Plastik wo immer es geht zu vermeiden. Schließlich verschmutzt das Material unsere Meere und was dort herumschwimmt, gelangt über Fische und Meeresfrüchte dann auch in den menschlichen Körper. Nur: Wissen allein hilft nicht.

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Denn wenn wir im Supermarkt stehen und einfach nur schnell den Familieneinkauf erledigen möchten, wird das Plastik-Vermeiden schnell zur Herausforderung: Tomaten? In einer Plastikschale umhüllt von einer Kunststofffolie. Seife? In einem Hartplastikbehälter, und darin Mikroplastik. Die Figur aus dem Ü-Ei? PVC.

Überall steckt Plastik drin

Nahezu überall lässt sich Kunststoff finden – selbst im Backpapier und in Buntstiften ist es versteckt. Ganz schön ernüchternd und frustrierend. Wer hat schließlich die Zeit, sich kunststofffreie Alternativen zu überlegen und die Einkaufsliste umzuplanen? Und so wandert weiter Plastikteil für Plastikteil in den Einkaufswagen.

Wenn wir ehrlich sind: Plastik zu vermeiden ist oft umständlich und in unseren vollen Alltag passt das Thema nicht rein. Denn wir müssten uns von liebgewonnenen Gewohnheiten trennen und neue Handlungsweisen einüben. Wer tut das schon gerne?! Um den Einstieg ein bisschen zu erleichtern, haben wir ein paar einfache Tipps für Familien zusammengestellt, mit denen ihr im Supermarkt, Bad und Kinderzimmer sowie unterwegs ganz einfach ein bisschen Kunststoff einsparen könnt.

Plastik vermeiden im Supermarkt

  1. Der Baumwollbeutel beim Einkauf ist ein alter Standard-Tipp. Aber habt ihr wirklich immer einen dabei? Oft vergisst man ihn und greift dann doch wieder zur Plastik- oder Papiertüte. Um das zu vermeiden einfach in allen Handtaschen und Rucksäcken, im Auto und auf dem Fahrrad-Gepäckträger einen Beutel deponieren. Es gibt auch Beutel, die in eine kleine Hülle gesteckt werden und dank eines Clips sogar am Schlüsselbund Platz finden.
  2. Statt zu abgepacktem Obst und Gemüse, greift doch lieber bei der losen Ware zu. Ihr könnt euch wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel besorgen und seid so ganz ohne Plastik unterwegs.
  3. Vermeidet Mehrfachverpackungen: Taschentücher oder Schokobrötchen, die jeweils nochmal extra in Plastik gehüllt sind, können z. B. von Taschentuchboxen und selbstgebackenen Schokobrötchen oder welchen vom Bäcker ersetzt werden. Schmeckt eh viel besser!
  4. Joghurt aus dem Glas kaufen, statt Plastikbecher. Den Lieblingsjoghurt gibt es nur in Kunststoff verpackt? Recycelt die Becher zu Spieltelefonen, Girlanden oder Blumentöpfchen.
  5. Wenn möglich, kauft Wurst und Käse an der Theke. Die Preise sind etwas höher, allerdings gibt es immer wieder Angebote, bei denen ihr nicht mehr zahlt, als bei Käse oder Wurst aus der dicken Plastikverpackung. In manchen Supermärkten darf der Brotbelag sogar in mitgebrachte Frischhaltedosen gepackt werden.
  6. Lehnt den Kassenzettel ab – in vielen Supermärkten wird er heute nicht mehr automatisch ausgedruckt. Was das mit Plastikvermeidung zu tun hat? Die Bons sind dünn mit Kunststoff beschichtet.
  7. Um das Kunststoffparadies Supermarkt zu umgehen, schaut doch mal auf dem Wochenmarkt vorbei. Die Preise dort sind mitunter überraschend günstig (oft preiswerter als im Laden) und mit euren mitgebrachten Beuteln spart ihr eine Menge Kunststoff. Spartipp: Kurz vor Schluss auf den Markt gehen. Oft werden die Preise hier nochmal ordentlich gesenkt.
  8. Auch ein Einkauf in einem Unverpackt-Laden ist toll und gerade für kleine Kinder ein echtes Highlight: Alle Lebensmittel lächeln einen bunt aufgereiht aus Gläsern und Dosen entgegen und werden selbst in mitgebrachte Behältnisse gefüllt. Aber, wir müssen auch gestehen: Der Einkauf dauert deutlich länger und mitunter bekommt ihr auch nicht alles, was ihr für den Wocheneinkauf eingeplant hattet. Und ja, es ist eine Schlepperei mit all den Kisten, Dosen und Gläsern. Aber vielleicht könntet ihr das als Zusatzidee für Kleinigkeiten ja in euren Alltag einbauen. Eine Übersicht zu allen Zero-Waste-Läden in Deutschland findet ihr hier.

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Plastik vermeiden in der Küche

  1. Anstatt immer wieder Backpapier zu kaufen, das auch mit einer dünnen Kunststoffschicht überzogen ist, gönnt euch eine wiederverwendbare Matte für den Backofen, die kann einfach abgewaschen und weiter genutzt werden, z.B. die Backmatte von Amazon.
  2. Ihr braucht einen neuen Pfannenwender, einen Kochlöffel oder ein Schneidebrett? Küchenutensilien gibt es immer auch aus Holz oder Edelstahl. Preislich gibt es kaum einen Unterschied.
  3. Kaffeemaschinen mit Kapseln mögen praktisch sein, produzieren aber Unmengen an Müll. Um das zu umgehen gibt es wiederverwendbare Kapseln, die ihr selbst mit Kaffee befüllt wie z. B. die Kaffeekapsel von mahona
  4. Nutzt zum Herstellen von Eiswürfeln wiederverwendbare Förmchen statt Einwegbeutel und zum Einfrieren von Essen Dosen, statt Gefrierbeutel.
  5. Tauscht Frischhalte- und Alufolie gegen Bienenwachstücher wie z. B. das Bienenwachstuch-Set von Natissy. Jedes Tuch kann ein Jahr oder länger verwendet werden.
  6. Inzwischen gibt es auch Spülmittel und Geschirrspültabs, die komplett ohne Plastik auskommen. Ich nutze die von everdrop, es gibt aber auch andere Marken. Gerade in Bio-Supermärkten oder in den Drogerien werdet ihr hier sicher fündig.

Plastik vermeiden im Bad

  1. Steigt auf Seifenstücke um. Mittlerweile gibt es Seifen als festes Shampoo, festes Duschgel oder feste Gesichtsreinigung. Anfangen könnt ihr aber auch erst mal mit Handwaschseife, falls euch das Konzept nicht so vertraut ist. Die ist übrigens nicht unhygienisch. Studien zeigten, dass feste Seife zwar Bakterien aufnimmt, sie aber nicht an die Hände weitergibt. Um die Seife zuhause gut zu lagern und überall mit hinnehmen zu können, bietet sich eine Seifenbox an.  
  2. Nutzt Zahnbürsten aus Bambus (z. B. Hydrophil) oder Holz. Die gibt es mittlerweile auch schon in Drogeriemärkten.
  3. Auch bei Haarbürsten könnt ihr Plastik vermeiden. Es gibt Modelle mit Holzgriff und Naturborsten, die gleichzeitig noch für schönes, glänzendes Haar sorgen.

Plastik vermeiden im Kinderzimmer

  1. Spielzeug aus Kunststoff enthält oft Weichmacher und andere gesundheitsschädliche Stoffe. Holzspielzeug ist eine gute Alternative, da es nicht nur gesundheitlich unbedenklich ist, sondern auch viel länger hält.
  2. Natürlich gibt es aber die heiß gewünschte Barbie oder Playmobil nicht aus Holz. Hier könnt ihr trotzdem der Umwelt etwas Gutes tun, indem ihr Second-Hand einkauft.
  3. Wenn Spielzeug nicht mehr gebraucht wird, gebt es weiter, statt es wegzuschmeißen. Auch wenn euch das vielleicht komisch vorkommt: Fragt doch bei anderen Eltern nach, ob gebrauchtes Spielzeug willkommen ist. Das ist u.a. auch eine schöne nachhaltige Geschenkidee zum Geburtstag. 
  4. Beim Kindergeburtstag kann man z. B. auf Luftballons und Glitzer-Luftschlangen verzichten und dafür aus Papier- und Wollresten selbst Girlanden und Pompoms basteln.

Plastik vermeiden unterwegs

  1. Packt Glas- oder Edelstahlflaschen (z. B. von Emil oder Dopper) statt Plastikflaschen und Trinkpäckchen ein. Und statt Kunststoff-Brotdosen, die sowieso schnell kaputt gehen und hormonell wirksame Stoffe wie BPA enthalten können, empfehlen sich Brotdosen wie beispielsweise die Foxboxx Brotdose, oder eine von Ecolunchbox.
  2. Eis aus einer Waffel zu schlecken ist nicht nur wesentlich umweltfreundlicher, sondern macht auch gleich viel mehr Spaß. Wenn doch ein Löffel zur Hilfe benötigt wird, nehmt  einfach einen von zuhause mit. Ihr könnt ihn  anschließend sauber machen und immer wieder verwenden. Wenn eure Kinder oder ihr selbst nicht aus der Waffel schlecken könnt, nehmt eine Eisschüssel oder eine Box von zuhause mit. 
  3. Verzichtet im Lokal auf Strohhalme. Für zuhause gibt es Alternativen aus Papier oder Edelstahl, z. B. Edelstahl-Trinkhalme von Annvchi.
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Natürlich bleibt es euch überlassen, was ihr letztlich davon in eurem Alltag umsetzt. Vielleicht kann es entlastend sein zu wissen, dass ihr nicht alles sofort und auf einmal umstellen müsst. Sondern, dass viele kleine Veränderungen mehr helfen, als einmal radikal alles zu versuchen und dann aus Überforderung doch nichts anzupacken.

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Viele Firmen wollen euch nachhaltige Produkte verkaufen, die es dann doch gar nicht sind. Wie das sogenannte Greenwashing funktioniert und worauf ihr achten solltet, findet ihr kompakt in unserem Video:

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Auch wenn wir euch in diesem Artikel viele Produkte vorstellen und verlinken: Am nachhaltigsten ist es immer, gar nichts neu zu kaufen.

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