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Bio-Baumwolle: 4 Gründe, warum sie so viel besser ist

Bio-Baumwolle: 4 Gründe, warum sie so viel besser ist

Nachhaltigkeit

"Hergestellt aus 100 % Bio-Baumwolle": Diesen Hinweis liest man immer häufiger bei Klamotten, Bettwäsche und Co. Was das bedeutet und wieso es sich lohnt, darauf zu achten.

Was bedeutet Bio-Baumwolle?

Baumwolle ist der Stoff der Modeindustrie: Etwa die Hälfte unserer Klamotten sind aus dem weichen Stoff der Baumwollpflanze gefertigt. Für viele Menschen ist das Tragen von Baumwolle mit positiven Gedanken verknüpft: Sie ist etwas Natürliches, etwas Pures, warm, weich und nachhaltig. Die Schattenseiten der gigantischen Baumwollindustrie wird dabei gerne mal übersehen oder ignoriert.

Der Anbau von Baumwolle geschieht auch heute noch unter teilweise katastrophalen Bedingungen, sowohl humanitär (Stichwort Kinderarbeit) als auch ökologisch. Im konventionellen Baumwoll-Anbau kommen synthetische Pestizide und Kunstdünger zum Einsatz, zudem braucht es für die Produktion von einem Kilo Baumwolle etwa 10.000 Liter Wasser.

Bio-Baumwolle setzt genau bei diesen ökologischen Problemen an. Bio-Baumwolle bedeutet, dass sie nach Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft produziert wurde. Chemische Pestizide und Düngemittel dürfen hier nicht zum Einsatz kommen, außerdem wird deutlich weniger Wasser für die Herstellung gebraucht. Ist Bio-Baumwolle also besser?

Warum Bio-Baumwolle? 4 Gründe

Vor allem fünf Gründe sprechen dafür, beim Kauf von Klamotten und anderen Textilien auf 100 % Bio-Cotton zu achten:

  1. Weniger Wasser: Der Anbau von Bio-Baumwolle benötigt deutlich weniger Wasser als die konventionelle Baumwollindustrie. Die Angaben, wie viel Wasser genau eingespart wird, ist von Studie zu Studie sehr verschieden. Die Zahlen reichen von 50 % bis 91 %. Fakt ist, der Anbau von Bio-Baumwolle benötigt ebenfalls sehr viel Wasser, aber deutlich weniger als üblich. Das liegt daran, dass die Pflanzen auf natürliche Weise wachsen dürfen und zum Bewässern auch Regenwasser genutzt wird.
  2. Keine Genmanipulation: Ein Großteil der Baumwoll-Pflanzen in der konventionellen Herstellung sind genmanipuliert. Das ist bei Bio-Cotton nicht erlaubt.
  3. Keine chemischen Pestizide: Beim biologischen Anbau von Baumwolle kommen weder chemische Pestizide noch Düngemittel zum Einsatz. Das schont die Natur und die Arbeiter*innen.
  4. Faire Arbeitsbedingungen: Der Bio-Baumwollanbau ist nicht nur wegen des Verzichts auf Pestizide besser für die Arbeiter*innen. Sie bekommen in der Regel auch bessere Preise und Löhne ausgezahlt.

Bio-Baumwolle bei h&m, C&A und Co.?

Immer mehr Läden, darunter auch Fast-Fashion-Modeketten wie h&m und C&A oder Discounter wie Lidl achten mittlerweile auf Bio-Baumwolle. Die beiden Modelabels sollen sogar daran arbeiten, ihre gesamte Produktion auf Bio-Baumwolle umzustellen. Auffällig sind hier die Preise. Schließlich liegt die Vermutung nahe, dass Produkte Bio-Cotton teurer sein müssen, als Produkte aus nicht-nachhaltiger Baumwolle.

Dem ist bei h&m, Lidl und Co. aber nicht so: Baby-Leggins gibt es im 2-er Pack bereits ab 6,99 €, ein Freizeithemd für Herren kostet 9,99 €. C&A erklärt das so: "Unser Ziel war und ist es, Biobaumwolle für jedermann zugänglich zu machen und daher geben wir die höheren Kosten nicht an Dich weiter. Denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen." Kann das sein?

Laut "Textile Exchange" muss bei der aufwendigeren Herstellung von Bio-Baumwolle mit einem durchschnittlichen Aufpreis von 5 und 20 % gerechnet werden. Big-Player wie h&m oder C&A, die große Mengen beziehen können ihre Kleidungsstücke mit Bio-Baumwolle, wenn sie leichte Gewinn-Verluste akzeptieren, also tatsächlich problemlos zu einem ähnlichen Preis anbieten, wie ihre anderen Produkte.

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Bio-Baumwolle ist nicht alles

Wer nicht nur Wert auf Bio-Baumwolle legt, sondern auch auf eine faire und besonders nachhaltige Produktion, der sollte von Fast-Fashion-Ketten lieber Abstand nehmen. Die Mode-Giganten produzieren günstig in Asien unter katastrophalen Bedingungen für die Arbeiter*innen. Die Ware soll dabei möglichst billig produziert und dann gewinnbringend verkauft werden. Nicht teuer, aber viel, das ist die Devise. Und dieses Modell funktioniert: Jeder Mensch in Deutschland kauft im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Viele davon werden gar nicht getragen und landen einfach in der Tonne. Jeder Deutsche wirft laut einer Studie 4,7 Kg Kleidung in den Müll – jedes Jahr.

Modelabels wie hessnatur oder Armed Angels achten versuchen dagegen zu halten. Sie verkaufen nachhaltige und faire Mode, bei der es nicht darum geht, den neuesten Trends hinterherzurennen und möglichst viel zu verkaufen. Ihr Motto: Lieber eine gute Jeans als fünf, die nach ein paar Mal Tragen wieder ausgetauscht wird. Das ist aber auch eine Preisfrage: Nicht jede Familie kann sich diese Produkte leisten, vor allem bei Baby- und Kinderkleidung, aus denen der Nachwuchs schnell herausgewachsen ist. Unser Tipp: Second Hand kaufen.

Quellen: WWF, aboutorganiccotton.org, Quarks, Textile Exchange

Bildquelle: Getty Images/morrowlight
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