Fortnite: Echt gefährlich für dein Kind?

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Fortnite: Echt gefährlich für dein Kind?

Das Onlinespiel "Fortnite" bricht nicht nur alle Rekorde. Das auch bei Kids beliebteste Battle-Royale-Game gerät immer wieder in die Kritik. Ist das Spiel gefährlich für dein Kind?

Es hat weltweit über 200 Millionen Spieler, im Jahr 2018 war es das meistgespielte Online-Game, wobei der Rekord bei über 8,3 Millionen gleichzeitig zockenden Fans lag: "Fortnite" ist nicht nur ein viel prämiertes Onlinespiel und eines der beliebtesten Online-Games überhaupt. Das im Jahr 2017 aus der Taufe gehobene Survival-Spiel gerät auch immer wieder in die Kritik. Denn ein Großteil seiner Fans sind Jugendliche und Kinder. Sogar der britische Royal Prinz Harry plädierte öffentlich dafür, "Fortnite" wegen seines schlechten Einflusses auf Kinder zu verbieten.

Kinder und Online-Games - für viele Eltern ein Grund zur Sorge.

Worum geht es bei "Fortnite"?

Mit bunten Comicfiguren, kultigen Siegertänzen, coolen Skins - das sind die Erscheinungsbilder der virtuellen Spielfiguren - und harmlos dargestellten Waffen geht es bei "Fortnite" doch nur um eins: das nackte Überleben. 100 Spieler treten in dem so genannten Battle-Royal-Game entweder zunächst in verbündeten Gruppen, oder alleine gegeneinander an. Battle-Royal-Games sind ein Computerspiel-Genre, bei dem es darum geht, alle Kontrahenten zu töten, bis nur noch ein Teilnehmer – im besten Fall man selbst - auf dem Spielfeld steht. So auch bei "Fortnite": Auf einer fiktiven, einsamen Insel kämpfen die Kontrahenten um Leben und Tod. Gibt es anfänglich noch ein großes Areal und diverse Versteckmöglichkeiten, zieht sich das Feld immer enger zusammen, bis sich zum Schluss nur noch zwei Spieler gegenüberstehen. Gewinner ist derjenige, der als einziger überlebt. Es gibt zwar auch käufliche Versionen von "Fortnite", der Hype entwickelte sich jedoch aus der kostenlosen und ohne Altersbeschränkung im Internet frei zugänglichen Basis-Version.

Was macht das Spiel gefährlich?

So reizvoll “Fortnite“ für die einen ist, so umstritten ist es für die anderen. Vor allem Eltern sind verunsichert, ob sie ihr Kind stundenlang dieses Spiel spielen lassen sollten. Zu Recht, birgt das Game doch einige Gefahrenpunkte für Kids:

  • Mangelnde Abgrenzung: Der größte Benefit birgt auch die größte Gefahr: Da das Game kostenlos und ohne Alterbeschränkung leicht im Internet zu finden ist, haben auch jüngere Kids einfachen Zugang dazu. Sie können sich altersbedingt jedoch nicht unbedingt von der fiktiven Welt distanzieren und nehmen die aus Bedrohung und Vernichtungswut bestehende Parallelwelt mit in ihre reale Welt.
  • Stress aus der virtuellen Welt wird übertragen: Der durch die Anspannung im Spielverlauf verursachte Stress trifft gerade die jüngeren Kids unmittelbar. Sie können ihn schwerer ausblenden oder abschalten und nehmen ihn ungefiltert mit in ihren Alltag.
  • Verharmlosung von Gewalt: Vom Prinzip her ist "Fortnite" ein Survival-Shooter, bei dem es darum geht, seine Gegner zu töten, um selbst zu überleben. Die kindliche Comic-Darstellung verharmlost den Ernst der Taten. Denn, auch wenn Waffen stilisiert gezeigt werden und kein Blut fließt, so schießen die Kontrahenten doch aufeinander, um sich gegenseitig zu töten.
  • Hohes Suchtpotential: Der spannende Spielverlauf und die Verbindung zu maximal 100 gleichzeitig aktiven Gamern auf der ganzen Welt hat ein enormes Anziehungspotential und übt einen gewissen Gruppendruck aufeinander aus, möglichst immer gleichzeitig zu spielen. Das macht eine Spielunterbrechung (fast) unmöglich. Schule und andere reale Dinge werden da gerne schnell zur vernachlässigten Nebensache.
  • Werbung für Bezahldienste: Besondere, virtuelle Extra-Goodies und Spielerweiterungen gibt es nur gegen Bares. Für viele Kids sind die Kaufanregungen nicht sofort durchschaubar, sie können direkt in die Kostenfalle stolpern.
  • Ungefilterte Chatfunktion: Spieler aus der ganzen Welt können in ihrem Spiel miteinander chatten. Diese Funktion ist unmoderiert und ungefiltert, so dass unangemessene Kommentare und ungenierte Fragen unmittelbar bei deinem Kind landen.

Was kannst du tun?

Du kannst nicht ununterbrochen neben deinem Kind sitzen und kontrollieren, was für negative oder gar verstörende Erfahrungen es beim Spielen von "Fortnite" vielleicht macht. Deshalb solltest du dir nicht nur selbst ein Bild von dem Game machen und es einmal ausprobieren. Gehe auch mit deinem Kind ins Gespräch und thematisiere das Erlebte mit ihm. Feste Online-Zeiten, aber auch Bedingungen und Voraussetzungen, die vor Spielbeginn erfüllt sein müssen, können eine Struktur geben und helfen, die Kontrolle zu behalten.

Unterstützung von offizieller Seite

Rat und Hilfe für einen sinnvollen Medienumgang und eine kindgerechte Medienerziehung, gerade bei solchen Games wie "Fortnite", bietet dir außerdem die Seite "Schau Hin". Der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie ARD und ZDF im Jahr 2003 ins Leben gerufene Medienratgeber für Familien informiert Eltern und Erziehende über aktuelle Entwicklungen der Medienwelt und gibt konkrete, alltagstaugliche Tipps, wie du den Medienkonsum deiner Kinder kompetent begleiten kannst.

Bildquelle:

Getty Images

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