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Abtreibungen in Zeiten von Corona fast unmöglich

Frauen brauchen Hilfe

Abtreibungen in Zeiten von Corona fast unmöglich

Abtreibungen sind, wegen des Corona-Lockdowns zur Zeit kaum möglich. Die Lage für ungewollt schwangere Frauen verschärft sich weiter.

Wenn Frauen in diesen Wochen eine Schwangerschaft beenden möchten, dann ist das nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich. Denn viele Gynäkologinnen und Gynäkologen, die diesen Eingriff überhaupt durchführen, sind im fortgeschrittenen Alter und gehören damit zur Risikogruppe. Auch aus Selbstschutz haben einige der Ärzte und Ärztinnen in diesen Tagen ihre Praxen geschlossen.

Ärzte schließen Praxen

Während es vielen Patien*innen für allgemeine gesundheitliche Untersuchungen durchaus möglich ist, einen anderen Arzt aufzusuchen, geht das im Falle eines Schwangerschaftsabbruches nicht so ohne Weiteres. Denn die Zahl der Ärzte und Ärztinnen, die Abtreibungen durchführen, ist gering. Erschwerend hinzu kommt: Per Gesetz ist es verboten, die hilfesuchenden Frauen auf der Website einer Praxis darüber zu informieren, dass ein solcher Eingriff durchgeführt wird. Längst nicht jeder Gynäkologe führt eine Abtreibung durch.

Abtreibungen werden kaum durchgeführt

Schwangere Frauen, die ihre Schwangerschaft aus sehr individuellen Gründen beenden wollen, müssen also in den Praxen direkt anrufen und danach fragen. Das allein geht schon vielen an die Substanz. Da nun wegen Corona aber viele Praxen, die von Risikogruppen geführt werden, geschlossen sind, wird es für Frauen noch schwieriger, Hilfe zu bekommen.

Weg zu Abtreibungen wird weiter erschwert

Dies bedeutet nämlich auch, dass die Frauen weitere Wege in Kauf nehmen müssen, um zu der Praxis zu gelangen, die ihnen Hilfe anbietet. Weil wegen Corona aber auch der öffentliche Personennahverkehr sehr eingeschränkt ist, kann es für Frauen sehr schwierig sein, die weiterentfernte Gynäkologin überhaupt zu erreichen.

Aufklärung muss sein

Ein zweites Problem wird nun ebenfalls verstärkt. Schwangere müssen sich, bevor sie eine Abtreibung vornehmen lassen dürfen, beraten lassen. Da wir uns alle aber an die Kontaktbeschränkungen halten müssen, kann schon dieses erste Aufklärungsgespräch zu Problemen fühlen. Nicht alle Beratungsstellen sind in vollem Umfang geöffnet. Wenn Frauen auf Termine warten müssen, verschiebt sich aber eventuell auch der Termin, an dem der Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wird.

Beratungen über Abtreibungen jetzt virtuell

Die Bundesregierung hat hier mittlerweile reagiert, die Beratung über einen möglichen Schwangerschaftsabbruch ist zur Zeit auch via Video möglich. Die Krankenkassen, bei denen Frauen oft persönlich vorsprechen müssen, um die Kosten für eine Abtreibung übernehmen zu lassen, sind noch nicht so weit. Hier ist persönliches Erscheinen nach wie vor Pflicht.

Eine Abtreibung ist in Deutschland nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche und unter Auflagen straffrei gestattet. Einige Frauen fürchten, dass sie durch die besonderen Umstände gezwungen sein könnten, ein Baby zu bekommen.

Quelle: Sueddeutsche.de

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Es ist in meinen Augen nach wie vor ein Unding, dass Gynäkologen und Gynäkologinnen nicht auf ihren Websiten einen Hinweis unterbringen dürfen, ob sie überhaupt Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Wenn ich lese, dass das "Werbung" für Abtreibungen sein soll, dann werde ich wütend. Welche Frau hat jemals nach dem Lesen eines solchen Hinweises gedacht "Ach, das probiere ich doch mal aus!" Ein Abtreibung ist doch kein Schokoriegel, den man mal sorgenfrei testet!
Ich wünsche mir sehr, dass Paragraph 219a endlich gekickt wird und Frauen die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Ohne Schikane und ohne Herumrennerei.

Bildquelle: getty images / LightFieldStudios

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