Blutdruckmessgerät Test: Die Testsieger der Stiftung Warentest

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Blutdruckmessgerät Test: Die Testsieger der Stiftung Warentest

In vielen Situationen ist es sinnvoll, den Blutdruck selber zu Hause zu messen. Obwohl man seinen Blutdruck kostenlos beim Hausarzt und in der Apotheke überprüfen lassen kann, ermöglichen digitale Blutdruckmessgerät für zuhause eine schnelle, regelmäßige Kontrolle. Aber was können die Blutdruckmesser? Stiftung Warentest hat sie sich angesehen.

Blutdruckmesser Test: So hat die Stiftung Warentest getestet

Zuletzt hat die Stiftung Warentest Blutdruckmessgeräte im November 2018 getestet. Im Blutdruckmessgerät Test waren acht Produkte für die Messung am Oberarm und sechs für die Messung am Handgelenk. Als wichtigstes Kaufkriterium galt die Messgenauigkeit: bei 32 Testpersonen wurde pro Gerät sechsmal gemessen – und der Wert per ärztlichem Stethoskop und zusätzlicher Quecksilbersäule überprüft. Das Ergebnis: Fast alle geprüften Produkte waren “befriedigend” oder schlechter.

Dafür überzeugten fast alle in der Handhabung: sechs Testpersonen durften sich an der Selbstmessung probieren. Wichtig ist zu wissen, dass die Bedienung auch bei ähnlichen Geräten variieren kann, deswegen ist das genaue studieren der Gebrauchsanleitung Pflicht. Hier hatte die Stiftung Warentest gute Neuigkeiten, denn diese waren im aktuellen Test besonders verständlich. Das Fazit der Tester: Neue Modelle sind teils leiser und angenehmer in der Anwendung und haben tolle Zusatzfunktionen, z. B. viel Speicherplatz für Messwerte. Der Nachteil: Ältere Modelle aus dem Blutdruckmessgerät Test von 2016 maßen viel zuverlässiger als ihre Nachfolger – und blieben deshalb empfehlenswerter als die Gewinner im Blutdruckmessgeräte Test 2018.

Blutdruckmessgerät Test: Die Testsieger auf einen Blick

Ob man die Top-platzierten Produkte im Blutdruckmessgerät Test 2018 so nennen kann, ist fraglich. Immerhin schnitt nur ein einziges Gerät, das Braun ExactFit 5 Oberarm-Messgerät (für 60 € hier über Amazon)* mit Note “gut” ab, ganze fünf waren “ausreichend” und der Rest lag im befriedigenden Mittelfeld. Wem dieses Testergebnis nicht reicht (schließlich geht es um die Überprüfung der eigenen Vitalwerte, nicht um Küchengeräte), dem empfiehlt die Stiftung Warentest ausdrücklich die Gewinner des Blutdruckmessgerät Tests 2016. Hier lagen das Omron RS2, für unter 30 € bei OTTO erhältlich*, und das ebenso vergleichsweise günstige BOSO Medicus X ganz vorne (hier für 40 € bei Amazon)*. Die beiden holten die Produkte im 2018 Test locker ein.

Details zu den 4 Testsiegern der Blutdruckmessgerät Tests

Testsieger der Oberarm-Blutdruckmesser 2016: Boso Medicus X

Testsieger Blutdruck Oberarm

Laut Stiftung Warentest noch immer das beste Blutdruckmessgerät für die Oberarmmessung, auch wenn es technisch sehr einfach gehalten ist. Die Bedienung erfolgt über eine Taste, Datum und Uhrzeit der Messung können nicht gespeichert werden. Eine händische Erfassung ist hier also wichtig. Eindeutig liegt das Boso Medicus X mit Note 2,3 in Handhabung und Messgenauigkeit vorn. Erhältlich ist das Boso Medicus X hier für ca. 37 € über Amazon.*

Testsieger der Oberarm-Blutdruckmesser 2018: Braun ExactFit 5

Braun Blutdruckmessgerät

Das Blutdruckmessgerät von Braun schnitt als einziges im aktuellen Test mit “gut” (Note 2,5) ab – dank sehr guter Handhabung und tollen Extras. Es misst bereits beim Aufpumpen, wodurch eine schnelle Messung erfolgt und ein unangenehmes Nachpumpen, das bei hohen Messwerten oft auftritt, wegfällt. Manschetten in zwei Größen ermöglichen eine besonders genaue Anbringung, Speicherplatz für zwei Personen ist vorhanden. Das Braun ExactFit 5 ist für knappe 60 € bei Amazon zu haben.*

Testsieger der Blutdruckmessgeräte fürs Handgelenk 2016: Omron RS2

Blutdruckmesser Handgelenk

Das kompakte Messgerät verzeichnete die genauesten Messergebnisse. Mit großzügigem LCD-Display und 30 Speicherplätzen ist es auch technisch fit genug. Angenehm ist, dass die Messung sehr leise und ohne das Druckgefühl erfolgt, das viele von uns als unangenehm empfinden. Das Omron RS2 (HEM-6121-D) ist für knappe 28 € über OTTO erhältlich.*

Testsieger der Blutdruckmessgeräte fürs Handgelenk 2018: Omron RS6

Testsieger Blutdruckmessgerät Handgelenk

Der Nachfolger des Omron RS2 gewann im aktuellen Test in der Rubrik Handgelenkmessgeräte – was leider auch an der enttäuschenden Genauigkeit seiner Mitstreiter lag. Trotz Note “befriedigend” hat das Omron RS6 viele Vorteile: es ist kompakt, arbeitet fast lautlos, misst sehr schnell beim Aufpumpen und ist vergleichsweise zuverlässig. Ein Nachpumpen bei hohem Druck entfällt. Das Tolle: Sensoren zeigen an, wenn der Messer auf korrekter Höhe gehalten wird. Das Omron RS6 ist für 54 € bei Amazon erhältlich.*

Blutdruckmessgerät Test: Die Verlierer

Dass so viele Geräte bei der Messgenauigkeit Probleme haben, ist ärgerlich. Denn auch wenn tolle Funktionen und Smartphone Apps die Nutzung im Alltag besonders leicht machen, nützt das wenig, wenn die erfassten Werte nicht stimmen. Trotz sehr guter Handhabung und Schlagfestigkeit erntete hier das Visomat Handy Express mit Note 4,2 den letzten Platz im Test. Mit Note 3,6 zwar besser als vier von sechs Handgelenkmessgeräten, war das Medisana MTP Pro das schlechteste Oberarmmessgerät im Test. Zwar waren seine Messwerte konstanter in der Wiederholungsmessung, dafür fanden die Tester die Handhabung und die wenig variable Manschette enttäuschend. Fazit: Wo die Testsieger geradeso überzeugten, war die Mehrzahl der Geräte im Test gerade “ausreichend” und klingen für uns als Nutzer leider wenig vertrauenerweckend.

Kaufberatung der familie.de-Redaktion

Ein Blutdruckmessgerät für zuhause ist praktisch, um den Wert nach ärztlicher Anweisung mehrmals täglich, einmal pro Tag oder mehrmals pro Woche zu überprüfen. Abhängig ist das von der Art der Herz-Kreislauf-Symptome und von der Therapie (z. B. Stress, Herzerkrankung, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Medikamenten-Wechsel). Wichtig ist, dass man auf die Werte vertrauen kann, weil man sich sonst schnell Sorgen macht – oder eine wichtige körperliche Entwicklung übersieht. Wir raten, bei Messergebnissen, die euch seltsam vorkommen, den Wert in der Apotheke um die Ecke oder beim Arzt überprüfen zu lassen – das geht meist ganz schnell und unkompliziert.

Was ist aber besser: Die Messung am Oberarm oder Handgelenk? Für die Blutdruckmesser fürs Handgelenk spricht die leichte Anbringung, die geringeren Maße – und der Preis, der meist niedriger ist. Messfehler sind hier häufiger, denn anders als bei der Oberarmmessung liegt das Messgerät nicht automatisch da, wo es soll: auf Herzhöhe. Ein hochwertiges Gerät, etwas Übung und die korrekte Position, in der das Handgelenk auf Herzhöhe gehalten wird, sind hier entscheidend. Oberarm-Messgeräte sind sicherer in der Anwendung, weil die Manschette automatisch da anliegt, wo sie soll – somit ist auch die Messung genauer und für den Hausgebrauch zuverlässiger.

Wie viele Messwerte ihr speichern wollt, liegt an euch. Alternativ könnt ihr sie händisch aufschreiben. Für die Kontrolle beim Arzt ist es auf jeden Fall wichtig, den genauen Verlauf der Werte abrufen zu können. Am übersichtlichsten geht das mit dem kostenlosen Blutdruckpass der Deutschen Herzstiftung, den ihr hier ganz leicht anfordern könnt.

 

Quellen:
Stiftung Warentest
Deutsche Herzstiftung

Bildquelle: Getty Images, Stiftung Warentest

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