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Hafermilch gesund? Das sagt Stiftung Warentest

Vegan-Trend

Hafermilch gesund? Das sagt Stiftung Warentest

Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen Kuhmilch und stattdessen für eine pflanzliche Alernative. Vor allem Haferdrinks sind sehr beliebt – aber ist Hafermilch gesund? Stiftung Warentest hat den Pflanzendrink unter die Lupe genommen.

Nachdem Pflanzendrinks vor einigen Jahren mit der Sojamilch einen wirklich schwierigen Start hatten, sind sie dank erweitertem Sortiment mittlerweile auf dem Vormarsch. Bei immer mehr Menschen wandern Alternativen zur Kuhmilch wie Mandel-, Kokos- oder Reisdrink in den Einkaufswagen. Es gibt schließlich viele gute Gründe, die Alternativen wenigstens einmal auszuprobieren: Sie sind klima- und tierfreundlich, haben oft weniger Fett und sind laktosefrei.

Vor allem Haferdrinks sind beliebt: Laut Stiftung Warentest verkauften Lebens­mittel­händler und Drogeriemärkte 2018 gut 34 Millionen Liter davon. Die Test­ergeb­nisse des Haferdrink-Tests der Stiftung dürften den Trend verstärken: Keiner der getesteten Drinks ist schlechter als befriedigend.

So lief der Hafermilch Test der Stiftung Warentest ab

Für den Haferdrink Test prüfte Stiftung Warentest insgesamt 18 Haferdrinks, 14 davon mit Biosiegel. Unter den getesteten Milchalternativen waren sowohl große Namen wie Alpro, Kölln oder Oatly dabei, genauso aber auch Drinks vom Discounter oder aus der Drogerie.

Im Test fiel bei allen Haferdrinks mit 45 % vor allem das sensorische Urteil ins Gewicht (Geruch, Aussehen, Geschmack, Nachgeschmack, Mundgefühl), außerdem wurden die Gesundheit der Drinks (10 %), Schadstoffe (25 %), die Verpackung (10 %) sowie die Packungsangaben (10%) getestet. Gekauft wurden die Haferdrinks im September und Oktober 2019.

Hafermilch gesund? Das sagt Stiftung Warentest

Hafermilch ist gesund, zumindest dann, wenn kein zusätzlicher Zucker beigefügt wurde. Dann besteht sie aus Wasser, Hafer und einer kleinen Menge Pflanzenöl. Ob sie gesünder ist als Kuhmilch, ist schwer zu beantworten: Sie enthält laut Stiftung Warentest maximal ein Drittel der Eiweißmenge, die in normaler Milch enthalten ist, Kalzium und Vitamine sind nur dann nennenswert enthalten, wenn sie künstlich zugefügt wurden. Aber: Der Haferdrink liefert mehr ungesättigte Fettsäuren und enthält eine hohe Menge Ballaststoffe.

Da Kalzium für's Wachstum von Kindern eine entscheidende Rolle spielt, ist eine ausschließliche Ernährung mit Haferdrinks nicht sinnvoll. Und wenn ihr einen Haferdrink wählt, ist es wichtig, dass diesem Kalzium beigefügt wurde.

Wo die Hafermilch aber ganz klar die Nase vorn hat, ist die Ökobilanz: Haferdrinks sollen rund 70 % weniger schädliche Klimagase verursachen als Kuhmilch. Und auch beim Wasser­verbrauch schneiden Getränke aus Hafer besser ab: für einen Liter Haferdrink braucht es in der Herstellung ca. 3,4 Liter Wasser. Für einen Liter Kuhmilch benötigt man 250 Liter Wasser.

Die Testsieger: Kölln, Oatly und Edeka liegen knapp vorn

Insgesamt bewertet Stiftung Warentest 15 der 18 Hafermilch mit "gut", nur drei bekommen ein "befriedigend". Gewinner des Tests mit einer Note von 1,8 ist der Haferdrink von Kölln. Für den Geschmack gab es sogar ein "sehr gut". Dicht dahinter mit der Note 1,9 landet der Haferdrink "Hafer Barista Edition" von Oatly, der mit 2,24 € zwar der teuerste ist, aber zusätzlich noch mit Kalzium angereichert wurde. Auch hier überzeugte der vollmundige Geschmack. Aber auch die Haferdrinks der Supermarkt-Hausmarken müssen sich keineswegs verstecken: Der Haferdrink von Edeka erhielt ebenfalls die Gesamtnote 1,9 und ist mit 99 Cent pro Liter klarer Preis-Leistungs-Sieger.

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Die drei Testsieger des Haferdrink Tests im Detail

#1 Kölln Smelk Hafer Liebe Klassik

Geschmacklich ist der Haferdrink von Kölln einer der besten. Der Geschmack wird als vollmundig bezeichnet. Er hat eine kräftige Hafernote, die durch die natürliche Süße des Hafers den leicht bitteren Nachgeschmack ausgleicht. Für die ernährungsphysiologische Qualität gab es allerdings nur ein "befriedigend". Diese Note erhielten alle Drinks, bei denen nicht zusätzlich Kalzium angereichert wurde. Preislich liegt der Drink bei etwas mehr als 2 €.

#2 Oatly Hafer Barista Edition

Mit Kalzium angereichert wurde der Oatly Hafer Barista Drink und bekommt daher in puncto Gesundheit ein "gut". Das mag auch am gesunden Rapsöl liegen, das hier zur Herstellung verwendet wird. Geschmacklich bekommt dieser Haferdrink sogar eine 1,0: Vollmundig, nicht bitter und nur leicht süß. Vor allem für Latte Macchiatto Fans ist dieser Haferdrink perfekt geeignet, da er sich sehr gut aufschäumen lässt. Dieser Haferdrink ist mit 2,24 € pro Liter der teuerste.

#3 Edeka Bio+ Vegan Haferdrink Classic

Klarer Preis-Leistungs-Sieger im Test: Der Haferdrink von Edeka. Mit 99 Cent und einem Gesamturteil von 1,9 überzeugt er auf ganzer Strecke. Hier wurde kein Kalzium zugefügt. Geschmacklich wird auch dieser Haferdrink als vollmundig beschrieben, im Nachgeschmack soll er ganz leicht bitter schmecken. Diese Hafermilch hat von allen den höchsten Zuckergehalt.

 

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

familie.de-Fazit

Ich selbst probiere immer wieder Pflanzendrinks aus und muss sagen, dass (neben Mandelmilch) auch Haferdrinks zu meinen Favoriten gehören. Vor allem die Barista Edition von Oatly hat mich auf ganzer Strecke überzeugt, denn mit ihr lässt sich perfekter Milchschaum herstellen und sie schmeckt dazu im Kaffee sehr angenehm. Auch zur Porridge-Zubereitung eignet sie sich optimal. So ganz verabschieden möchte ich mich von Kuhmilch aber auch nicht.

Bildquelle: Getty Images/galitskaya

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