Warum ich eine Helikopter-Mama bin

Helikopter-Mamas, wer kennt sie nicht. Selber eine sein? Bloß nicht! Hier schreibt die vermeintliche Glucke Dani, warum der Begriff zu unrecht so verrufen ist. #insidemom


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Das Leben als vermeintliche Glucke


Als Kind aus den neuen Bundesländern erinnere ich mich daran, dass ich frei war. Ich konnte auf Bäume klettern, alleine zur Schule gehen und alleine raus gehen bis es dunkel wurde. Heute ist das nicht mehr so, heute habe ich als Mama schon Angst, dass meinem Kind was in der KiTa passiert. Deswegen werde ich vielleicht auch als Glucke betitelt und habe auch meinem Blog diesen Namen gegeben. Ich empfinde den Namen Glucke nicht als negativ, heißt es auch im englischen z.B. motherhen. Ich bin eine Mama, die ihr Kind beschützen möchte. Helicopter Parent ist ebenso eine Übersetzung von Glucke. Nun stell ich mir selber die Frage, ob ich eine Helikopter-Mama bin. Hierbei sollte man erwähnen, was dass überhaupt genau ist. Wikipedia mein Freund und Helfer sagt dazu Folgendes:

"Unter Helikopter-Eltern, auch Hubschrauber-Eltern oder als Fremdwort Helicopter Parents (engl. helicopter parents oder paranoid parents), versteht man populärsprachlich überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes bzw. des Heranwachsenden."

Im letzten Jahr wurde dieses Wort ständig sehr negativ verwendet. Alleine die obige Erklärung ist rein negativer Natur. Ständig beschwerten sich alle über Eltern, die angeblich Helikopter-Eltern sind. Aber sind es wirklich alle?

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Bin ich deswegen eine Helikopter-Mom?

Als mein Prinz letztes Jahr in die KiTa kam, hatte ich Bedenken. Ich hatte Angst, dass ihm die Liebe und Aufmerksamkeit, die ein Kind benötigt, dort nicht zu Teil wird. Ich äußerte auch bereits im ersten Gespräch diese Ängste und äußere sie noch heute. Ich finde nicht, dass wir Eltern diese Angst nicht haben dürfen, denn eine Fremdbetreuung ist nun mal fremd und solange sich das Kind nicht äußern kann, hat es einen negativen Beigeschmack, da man nur durch Beobachten erkennen könnte, wenn etwas nicht stimmt. Bin ich deswegen eine Helikopter-Mom??? Ich finde nicht. Ich finde, wir Eltern haben das Recht darüber zu reden und ein Recht auf Kommunikation. Wenn das funktioniert, dann schafft man gegenseitiges Vertrauen und kann Ängste zerstreuen.
 
Auch ich habe Berichte gelesen, dass Eltern sich ins Klassenzimmer setzen und ihre Kinder nicht aus den Augen lassen. Natürlich frage ich mich dann auch, wieso sie das tun? Aber kenne ich die Hintergründe? NEIN! Wie verhalten sich die Eltern oder die Lehrer? WEIß ICH NICHT! Mir ist aber bewusst, dass es für ein Kind nicht förderlich oder gesund sein kann, da es immer in eine "Sonderstellung" gerückt wird, die es gar nicht haben will. Ich behüte mein Kind und beschütze es, aber ich lasse mein Kind auch auf einen Stuhl klettern. Ich schaue hin, aber ich lasse ihn. Stand heute sage ich auch, dass ich mich niemals mit in den Unterricht setzen werde, solange es nicht erwünscht ist.
 

„Ich erdrücke mein Kind nicht, ich möchte ihm eine freie Entfaltung ermöglichen, aber ich möchte nicht, dass er Schmerzen hat. Welcher Elternteil möchte das schon, oder? Macht mich das zu einer Helikopter-Mama? ...”

von Dani

Ich erdrücke mein Kind nicht, ich möchte ihm eine freie Entfaltung ermöglichen, aber ich möchte nicht, dass er Schmerzen hat. Welcher Elternteil möchte das schon, oder? Der Prinz ist noch klein und benötigt für alles meine Hilfe, ich begleite ihn und sein Wachstum und er lernt viele Dinge und ich lerne dadurch, die nötige Distanz zu bekommen. Ich weiß aber, dass mein Prinz wahrscheinlich niemals die ersten Jahre alleine in die Schule gehen kann. Wieso? Sie ist zu weit weg, er müsste mit sechs Bussen fahren. Unsere Welt ist nicht mehr so behütet wie zu meiner Zeit. Kann ich mir als Mama das je verzeihen, wenn er z.B. entführt wird??? Von einem Auto erfasst werden kann jedes Kind, egal ob alleine unterwegs oder an der Hand der Eltern. Denn es sind unberechenbare Momente, die man schwer beeinflussen kann - aber eine Entführung ist heutzutage nicht mehr so selten. Macht mich das zu einer Helikopter-Mama?
Ja? Ok. Dann bin ich eine.
Ich denke, dass der Prinz und ich unseren Weg da gemeinsam gehen werden. Er wird lernen, wie die Straßenverkehrsordnung funktioniert, er wird ganz natürlich Gefahren erlernen und erkennen und wenn wir beide soweit sind, wird er selbständig die Welt erkunden. Natürlich werde ich ganz ganz oft mehr Tränen verdrücken als er, wenn er sich weh tut - aber ich bin eben eine Mama!!!
 
Für alles werden Wörter entwickelt, aber im Endeffekt ist es wie bei #insidemom: Wir Eltern haben alle Facetten des Elternseins in uns. Was wir daraus machen und ob wir uns in irgendeine Schublade stecken, liegt an uns, oder? Ich für meinen Teil kann nur allen Eltern sagen, schaut eurem Kind zu, greift nur ein, wenn sich eine Gefahr anbahnt, aber erklärt eurem Kind, wieso, weshalb und warum ihr so handelt. Und das Wichtigste für mich, als Glucke, ist natürlich die Liebe. Lasst euer Kind mit ganz viel Liebe aufwachsen und wachst mit ihm mit, der Rest ergibt sich von ganz alleine.

Eure Dani, die Glucke


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#insidemom: Dani


Hier schreibt: Dani


Ich bin Dani und Elternbloggerin beim Blog gluckeundso.de, ich bin noch 31 Jahre jung, verheiratet und habe einen kleinen - meinen - Prinzen der unser Leben vervollständigt. Über all das blogge ich seit Dezember 2014. Meine Gedanken rund ums Frau- und Muttersein sowie leckere Rezepte und tolle Shopvorstellungen finden sich auf meinem Blog.

Ich mache bei der Aktion #insidemom mit, da ich alle Facetten des Mutterseins interessant finde, ein kleiner Teil davon sein möchte und selber auf das Ergebnis total gespannt bin.


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