Kinder mit ADS: Die wichtigsten Symptome

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Kinder mit ADS: Die wichtigsten Symptome

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) wird bei manchen Kindern übersehen, weil ihnen die schneller erkennbare Hyperaktivität fehlt. Auf diese Symptome solltet ihr achten.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung  (ADHS) wird mittlerweile schnell diagnostiziert; manche Eltern finden sogar, dass Ärzte zu schnell mit der Diagnose sind, wenn ihr Kind in ihren Augen nur ein bisschen lebhafter als andere ist. Die sichtbare Hyperaktivität macht es leichter, eine Diagnose zu finden und dabei auch den anderen Symptomen von ADHS auf den Grund zu gehen. Wenn das Kind aber nicht sichtbar hyper ist, sich trotzdem schnell ablenken lässt und allgemein als verträumt gilt, wird ADS manchmal nicht diagnostiziert. Oft denken Eltern, dass dies nur eine Phase ist und sich das wieder verwächst. Doch diese Kinder können unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) leiden. Zusätzlich wird das Erkennen der Störung erschwert, wenn die Kinder ihre Probleme zu kaschieren lernen, deshalb schaut genau hin, wenn sich euer Kind entsprechend verhält, ob da nicht mehr dahintersteckt.

Kinder mit ADS: Darauf solltet ihr achten

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) erklärt sich schon vom Namen: Man kann die Aufmerksamkeit nicht lange auf etwas lenken. Dies sind weitere Symptome:

  • Unkonzentriertheit: Das Kind lässt sich leicht ablenken, macht Flüchtigkeitsfehler und hat Schwierigkeiten, eine Sache zu Ende zu bringen.
  • Vergesslichkeit: Seien es etwas Gelerntes im Unterricht oder Dinge wie Schulmaterialien, Jacken oder Brillen.
  • Verträumtheit: Die Umgebung hat den Eindruck, dass das Kind gar nicht richtig zuhört. Es denkt auch langsamer und reagiert nicht so schnell.
  • Selbsterzeugter Druck: Dem Kind fallen Entscheidungen schwer.
  • Hohe Emotionalität:  Das Kind ist schnell gekränkt, weint oft, hat Ängste, fühlt sich oft missverstanden und hat Schuldgefühle.
  • Unstrukturiert: Hausaufgaben dauern sehr lange, auch im Unterricht agiert das Kind sehr langsam.
  • Probleme mit der Feinmotorik: Das Kind drückt zum Beispiel beim Schreiben mit dem Stift sehr stark auf.

Kinder, die unter ADS leiden, dominieren nicht in einer Gruppe. Ganz im Gegenteil, sie wollen lieber nicht auffallen, sind freundlich und haben eine Tendenz, ihre Probleme zu kaschieren. Was aber nicht immer gelingt. Im Laufe der Grundschule fällt das Lernen nämlich immer schwerer. Konzentrationsschwierigkeiten lassen Rechtschreibung und Mathematik zu großen Herausforderungen werden. Gerade unter Stress denkt das ADS-Kind langsamer, was die Nöte noch verschlimmert. Schulisches Versagen kann zu Schulangst und einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Oft klagt das Kind dann über Bauch- oder Kopfschmerzen. Der Leidensdruck ist enorm: Die Betroffenen wollen sich besser konzentrieren können und das Gelernte nicht so schnell vergessen. Sie möchten sich auch von ihrer Umgebung verstanden wissen, was oft nicht passiert.

Was verursacht ADS?

Für dieses Erscheinungsbild der Störung gibt es noch erhöhten Forschungsbedarf. Man geht aber zumeist wie bei ADHS von einer genetischen Ursache aus https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2810%2961109-9/fulltext, die die Informationsverarbeitung im Hirn einschränkt. Mediziner sprechen von einer Hirnstoffwechselstörung. Durch eine Unterfunktion gelangen viel zu viele Informationen ins Hirn, die gar nicht verarbeitet werden können. Nervenbahnen, die dick und gefestigt sein müssen, sind klein und zerfasert. Eine dauerhafte Aufmerksamkeit und längere Konzentration sind dadurch gar nicht möglich. Das beeinträchtigt dann kognitive Fähigkeiten, die Feinmotorik, aber auch die Steuerung der Gefühle.

Wie kann ADS diagnostiziert werden?

Leider gibt es keinen Bluttest oder einen anderen medizinischen Test, der ADS oder ADHS bestimmt und die Diagnose einfacher macht. Ärzte müssen hier immer nach einem Ausschlussverfahren zu einem Ergebnis kommen. Denn die Symptome können auch andere Ursachen haben: Das Kind kann zum Beispiel hochbegabt sein und sich unterfordert fühlen, umgekehrt kann es sich aber mangels Intelligenz in der Schule überfordert fühlen. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann vorliegen. Auch andere Entwicklungsstörungen wie Autismus können der Grund für das Verhalten des Kindes sein. Umwelteinflüsse, wie schwere familiäre Konflikte, können das Kind traumatisiert haben und zu seinem Verhalten geführt haben. Da man davon ausgeht, dass ADS zum größten Teil genetisch bedingt ist, werden die Ärzte sich die Familie des Kindes genau anschauen, ob dort Fälle von ADS oder ADHS vorliegen. Leider fällt die Störung meistens erst im Schulalter auf, wenn man sich zum Beispiel gar nicht erklären kann, warum das Kind trotz seiner Intelligenz solche Schwierigkeiten hat. Eine frühere Diagnose wäre wünschenswert, damit auch entsprechende Therapien greifen können.

Therapien für ADS: Was könnt ihr als Eltern tun?

Habt ihr die Diagnose, werden die Ärzte das Gespräch mit euch suchen, denn der Erfolg der Therapie hängt auch von euch ab. Ihr solltet umfassend über die Störung informiert werden und dann sollte gemeinsam darüber geredet werden, wir ihr euer Kind durch Erziehung unterstützen könnt. Wichtig ist, dass euer Nachwuchs seine Fähigkeiten entfalten kann und er ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt. Eine Kombination von Verhaltens- und Lerntherapie kann bewirken, dass sich die schulischen Leistungen verbessern, was wiederum dem Selbstwertgefühl eures Kindes zugute kommt. Auch die körperliche Koordination und Schnelligkeit kann trainiert werden. Wie bei allen Therapien ist es oft eine Frage der Motivation und ihr als Eltern habt einen Anteil daran, euer Kind immer wieder zu motivieren und die bisherigen Erfolge aufzuzeigen. Das erfordert eine psychische Stabilität von euch. Scheut euch nicht, auch professionelle Unterstützung zu holen, wenn ihr merkt, dass es euch überfordert.

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