Hygiene bei Kindern: Hier ist Vorsicht geboten!

Wissenschaftler sind heute ziemlich gelassen:  Ein bisschen Schmutz hilft dem Baby - und stärkt das Immunsystem sogar.


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Ein wenig Schmutz hilft dem Baby und dem Immunsystem


In aller Regel dürfen Eltern also mit Gelassenheit zuschauen, wenn das Baby auf Erkundung der „schmutzigen“ Bodenwelt geht. Die dort lauernden Risiken sind in unseren Breiten gering. Fast alle Parasiten, die uns noch plagen, kommen über die „normale“ Nahrungskette in unseren Körper. Wenige andere, nicht ganz unbedenkliche Parasiten wie der relativ häufig vorkommende Madenwurm werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen.

Unter der Unzahl von Mikroorganismen ist vor allem der Erreger des Wundstarrkrampfs (Tetanus) wirklich gefährlich. Genau deshalb zählt die Impfung dagegen (kombiniert mit Diphtherie und Keuchhusten) zu den ersten, die der Kinderarzt dem Baby gibt. Die Erstimpfung ist bereits für den 2. Lebensmonat vorgesehen. 

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Vorsicht bei giftigen Pflanzen

Einige „Biotope“ gilt es dennoch zu meiden. Experten nennen zum Beispiel „Industriebrachen“, ein normalerweise seltenes Ziel von Baby-Ausflügen. Zweitens gibt es eine Reihe gefährlicher Pflanzen, die außer Reichweite sein sollten, weil sie giftig oder ätzend sind. Wirklich riskant aber können die Ausscheidungen von Tieren sein, besonders von mit uns verwandten Säugetieren, denn in ihnen leben Erreger, die Menschen leicht infizieren können. Deshalb ist es so wichtig, den Sandkasten nicht zum Katzenklo werden zu lassen, und Hunde daran zu hindern, Spielplätze zu „düngen“.

Und im Haus? Verdrecken lassen will es natürlich keiner. Aber es ist auch nicht sinnvoll, Wohnungen zu desinfizieren. Nicht von ungefähr entstehen viele der gefährlichsten Krankheitserreger nämlich gerade dort, wo der Putzteufel am heftigsten wütet - zum Beispiel in Krankenhäusern. Kindersicher sollte die Wohnung dennoch sein.

Aggressive Hygiene hat nämlich den Effekt, den Charles Darwin vor fast 150 Jahren entdeckte: Werden die empfindlichen, schwächeren und harmlosen Keime ausgerottet, schafft das Lebensraum für die widerstandsfähigsten Mikroben. Und vor denen wollen wir unsere Liebsten ja nun wirklich bewahren.

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