Stuhlgang beim Baby: 10 Farben, und was sie besagen

Ein Blick in die Windel

Stuhlgang beim Baby: 10 Farben, und was sie besagen

Dunkelgrün, hellgrün, braun oder gelb – wie es in der Windel aussieht, besagt einiges über die Gesundheit deines Kindes. Daher lohnt sich immer ein genauer Blick darauf, wie seine Verdauung aussieht und was es gegessen hat.

Stuhlgang beim Baby – du kannst ihn lesen

In den ersten Lebenswochen und –jahren, wenn die Kiddies noch klein sind, schaut man lieber noch etwas genauer hin. Geht es meinem Kind gut? Ist alles in Ordnung? Wie sieht es aus? Trinkt es genügend? Stimmt die Verdauung? Bei der letzten Frage klärt sich manches schon allein durch einen prüfenden Blick in die Windel, denn die Farbe des Babystuhls kann dir einiges mitteilen. Dunkelgrün, hellgrün, braun, grau oder gelb – was ist normal und wann musst du dir Sorgen machen?

In der Windel steckt die Wahrheit...  darüber, was dein Kind gegessen hat und wie es ihm geht.

Wann verfärbt sich der Stuhlgang?

Aus Menge, Konsistenz, Geruch und Farbe der Verdauungsrückstände lässt sich einiges ablesen. Vor allem die Farbe gibt Aufschluss darüber, wie es um den Gesundheitszustand deines Kindes steht. Denn die Farbe besagt drei Dinge:

  1. was gegessen wurde
  2. ob es eine vorübergehende Verdauungsstörung ist – oder
  3. eine ernsthafte Erkrankung

Hier im Folgenden ein kleiner Überblick, bei welcher Stuhlverfärbung du ganz entspannt sein kannst, und wann du besser ärztlichen Rat einholst.

1. Der Stuhl ist dunkelgrün bis schwarz

Diese Farbe ist beim ersten Stuhlgang des Babys völlig normal. Nach der Geburt enthält der Darminhalt des Baby noch Teile dessen, was es noch in deinem Bauch verschluckt hat: eingedickte Galle, Haare, Hautzellen, Fruchtwasser. Diese Ausscheidung ist fast geruchlos, dunkelgrün und klebrig, und wird deswegen Kindspech genannt, der medizinische Begriff ist Mekonium. Siehst du kleine schwarze Flecken im Stuhl, kann das bedeuten, dass dein Kind Blut geschluckt hat, zum Beispiel wenn du selber Verletzungen an der Brustwarze hast. Für das Kleine ist das völlig ungefährlich.

2. Der Stuhl ist dunkelgrün

Die nächsten Ausscheidungen nach dem Mekonium lassen den Stuhl durch das Trinken der Milch dünnflüssiger werden. Man nennt das Übergangsstuhl. Das Grün wird heller, ist aber häufig immer noch dunkelgrün, manchmal auch mit gelben Pünktchen versehen. Auch Flaschenkinder haben manchmal grünen Stuhl, wenn der Nahrung Eisen zugesetzt wird.

3. Der Stuhl ist grünlich

Später verfärbt sich der Stuhlgang grün, wenn du oder dein Kind bestimmte Lebensmittel gegessen habt. Isst dein Baby schon erste Beikost, kann die Farbe zum Beispiel von Spinat kommen. Hat dein Kind grünlichen Stuhl und ist gleichzeitig sehr unleidlich, könnte es eine Unverträglichkeit sein oder ein Infekt, wenn noch Fieber dazu kommt. Dann solltest du zu eurem Kinderarzt oder der Kinderärztin gehen.

4. Der Stuhlgang ist olivgrün

Immer mal wieder kann sich der Stuhlgang deines kleinen Schatzes verschiedenartig grün färben. In den seltensten Fällen ist das ein Grund zur Sorge. Viel eher wurde er von einer Reihe von chlorophyllhaltigen Lebensmitteln verursacht, ist abhängig von der Milchsorte im Fläschchen - oder er verändert sich auch beim Zahnen deines Kindes.

5. Der Stuhl ist gelb

Babys, die gestillt werden, scheiden in der ersten Woche den gelben so genannten Muttermilchstuhl aus. Die Farbe geht von senf- bis hellgelb, die Konsistenz ist weich, fast flüssig oder quarkartig. Und er riecht kaum bis gar nicht unangenehm.

6. Der Stuhl ist ockergelb

Die Verdauung deines Kindes ändert sich, wenn sich seine Ernährung ändert. Sobald das Baby Beikost zugefüttert bekommt, färbt sich der Stuhl in Richtung ocker- bis orangegelb. Das ist normal und harmlos, denn gelber Stuhlgang ist auch auf die Ernährung zurückzuführen. Eier, stärkehaltige Nahrungsmittel und vor allem Milchprodukte können die gelbe Farbe hervorrufen. Deswegen haben eben vor allem Babys häufig gelblichen Stuhlgang. Wenn allerdings neben gelbem Stuhlgang noch weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Krämpfe oder Fieber dazukommen, ist ärztlicher Rat gefragt.

7. Der Stuhlgang ist hellrot

Rot ist auch hier eine Farbe, die eher beunruhigt. Rote Beete können den Stuhl rot färben, doch zählt dieses Gemüse ja nicht unbedingt zur bevorzugten Leibspeise von Kleinkindern. Das bedeutet, dass vermutlich Blut im Spiel ist. Es können Mikroblutungen sein nach Mikrorissen am After bei zu festem Stuhl. Weitere mögliche Gründe können Infektionen sein, oder Unverträglichkeitsreaktionen auf Medikamente oder Lebensmittel. Je größer der Anteil der roten Bestandteile im Stuhlgang deines Babys ist, desto dringlicher ist das Aufsuchen eines Kinderarztes.

8. Der Stuhl ist dunkelrot

Sehr, sehr selten kommt eine Darmblutung vor. Dann wären die Ausscheidungen deines Kindes blutrot – und du solltest umgehend in die nächstgelegene Kinderklinik fahren.

9. Der Stuhl ist grau

Ist die Verdauung deines Kindes grau-weiß und eher trocken kann das bedeuten, dass es zu viel Kalzium und Natrium aufgenommen hat, vielleicht hat es zu viel Kuhmilch bekommen. Säuglinge vertragen Kuhmilch noch nicht. Deswegen soll auch in der Beikostzeit nur ein kleiner Teil einer Mahlzeit - etwa max. 200 ml pro Tag im Milchbrei - aus Kuhmilch bestehen. Bekommt dein Baby noch gar keine Beikost, könnte es ein Warnsignal für Gallen- oder Leberprobleme sein. Du solltest das unbedingt ärztlich abklären lassen.

10. Der Stuhlgang ist weiß

Weißer beziehungsweise farbloser Stuhlgang bedeutet, dass dein Kind vermutlich dringend Hilfe braucht. Die fehlende Farbe besagt, dass der Gallenfarbstoff nicht mehr in den Darm gelangt, und dass etwas mit der Gallenausscheidung nicht richtig funktioniert. In diesem Fall solltest du rasch handeln, euren Kinderarzt oder die nächstgelegene Klinik anrufen. Hat der Stuhl eine normale, bräunliche Farbe, aber es sind kleine weiße Striche darin zu sehen, so können das Würmer sein – oder auch einfach unverdaute Reiskörner.

Diese zehn Punkte zur Stuhlfarbe deines Babys sind als erste Orientierung gedacht, was die Farbveränderung bei der Verdauung deines Kindes hervorgerufen haben kann – nicht muss. Wenn die Ausscheidungen völlig außerhalb der Norm sind, wenn du dir unsicher bist, oder wenn du merkst, dass es deinem Kind nicht gut geht: Sprich unbedingt mit Kinderarzt beziehungsweise Kinderärztin, der Kinderklinik oder auch deiner Hebamme. Sie können dich am besten beruhigen und beraten, was zu tun ist.

Bildquelle: Getty Images

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