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Madenwürmer?

Würmer bei Kindern: unangenehm, aber kein Grund zur Panik

Wenn sich der Nachwuchs ständig am Po kratzt, über Brennen klagt oder es sogar im Stuhl des Kindes krabbelt, dann heißt das oft: Wurmbefall. Woher die Würmer bei Kindern kommen, wie man die ungebetenen Gäste wieder loswerden kann und wie man den Rest der Familie schützen kann.

Hilfe, Würmer im Stuhl!

Zur Beruhigung das Wichtigste zuerst: Würmer bei Kindern sind zwar unangenehm und lassen Eltern vielleicht schaudern, gefährlich sind sie aber nicht. Und sie sind auch kein Anzeichen für mangelnde Hygiene. Vielmehr kommen Madenwürmer bei Kindern relativ häufig vor, Spul- und Bandwürmer sind seltener. Warum das so ist? Kinder nehmen öfter ihre Hände in den Mund, egal wo sie vorher waren. Das macht es den Würmern leicht, sich häuslich im Kinderdarm einzurichten.

Würmer bei Kindern: Symptome bei Wurmbefall

Das Hauptsymptom bei Madenwürmern ist der starke Juckreiz am After. Kratzt sich dein Kind also ständig am Po, ist das ein Grund, genau hinzuschauen. Das heißt im Klartext, den nächsten Stuhl auf lebende Würmer zu untersuchen.

Madenwürmer sind ca. zwei Millimeter große, weiße Würmer, die an Bindfaden-Stücke erinnern. Sind keine Würmer zu sehen, ist ein Besuch beim Kinderarzt dennoch sinnvoll, denn ein leichter Befall kann sich zunächst auch nur durch den Juckreiz äußern. Zusätzliche Symptome, die aber nicht immer auftreten: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme und Abgeschlagenheit.

Conrad Lamprecht

Wo genau?!

Oft können grade kleinere Kinder nicht genau orten, wo der Schmerz herkommt. Wir haben unsere Tochter über mehrere Tage mit Sitzbädern behandelt, weil wir davon ausgingen, sie hätte eine Scheidenentzündung. Zum Glück hatte die Kinderärztin beim zweiten Besuch die Idee, dass auch Würmer dahinterstecken könnten.

Ist es wirklich ein Madenwurm? Merkmale anderer Wurm-Arten

  • Spulwürmer: sind auch im Stuhl zu finden, sehen aber eher wie Regenwürmer aus
  • Bandwurm: keine lebenden Würmer im Stuhl, sondern bis zu einen Zentimeter große Wurmstücke, die Spagetti-Stücken ähneln

Behandlung bei Madenwürmern: Hausmittel und Medikamente

In der Regel wird man die ungebetenen Gäste schnell wieder los. Zum einen durch Medikamente (z. B. mit dem Wirkstoff Pyrantelembonat), die die Würmer abtöten. Oft wird dabei die ganze Familie mitbehandelt, um den Infektionskreislauf zu durchbrechen. Denn Würmer treten nciht nur bei Kindern auf.

Die „Wurmkur“ muss unbedingt nach einiger Zeit erneut durchgeführt werden, da das Medikament keinen Einfluss auf die Wurmeier, sondern nur auf ausgewachsene Madenwürmer hat.

Conrad Lamprecht

Nur nicht vergessen!

Aus den Augen aus dem Sinn! Gerne verdrängt man solche unangenehmen Erfahrungen ja und lässt, wenn alles wieder gut ist, alles auf sich beruhen. Keine gute Idee!
Die Erfahrung zeigt: Die Biester kommen wieder und dann geht das ganze von vorne los ... Darum unbedingt: Zweiten Termin direkt in den Familienkalender eintragen!

Zusätzlich zu Medikamenten könnt ihr die Würmer auch mit einigen Hausmitteln bekämpfen. Gut geeignet sind zum Beispiel Sauerkrautsaft, rohes Sauerkraut oder rohe Karotten auf nüchternen Magen. Auch Schwarzkümmelöl, Ananas und Papaya sollen gegen Madenwürmer helfen.

Wichtig: 5 Tipps wie richtige Hygiene Neuansteckung verhindert

  1. Wascht Textilien, mit denen euer Kind in Kontakt kommt, so heiß wie möglich – vor allem Bettwäsche, Unterwäsche, Pyjamas und Kuscheltiere.
  2. Alle Familienmitglieder sollten sich öfter als sonst die Hände waschen; vor allem morgens nach dem Aufstehen und vor dem Essen.
  3. Die Wurmeier haften durch das Kratzen unter den Nägeln und können sich so auf alle berührten Gegenstände im Haus ausbreiten. Am besten desinfiziert ihr einmal am Tag Türklinken, Griffe und oft berührte Gegenstände wie Spielzeug etc.
  4. Schneidet die Nägel eures Kindes so kurz wie möglich.
  5. Trägt euer Kind in der Nacht enge Unterwäsche, kann das unbewusstes Kratzen verhindern.

Wie infiziert man sich eigentlich mit Madenwürmern?

Ursache des Wurmbefalls sind vor allem ungewaschener Salat, Obst und Gemüse, aber auch der Sandkasten ist ein möglicher Infektionsort. Über Hand-Mund-Kontakt gelangen die mikroskopisch kleinen Wurmeier in den Körper. Im Darm angekommen dauert es nur wenige Stunden, bis aus den Wurmeiern ausgewachsene Würmer werden. Diese kriechen dann bevorzugt in der Nacht aus dem After und legen ihre Eier in der Umgebung ab. Die Folge: Starker Juckreiz. Das Kind kratzt sich und verteilt so die Wurmeier mit den Händen weiter.

Eier des Madenwurms unter dem Mikroskop

Die Ansteckungsgefahr bei Würmern ist sehr hoch, denn die winzigen Eier sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. In Kita und Kindergarten finden die Wurmeier viele neue Wirte, denn ungewaschene kleine Kinderhände sind prima Multiplikatoren. Zudem infiziert sich ein betroffenes Kind durch das Kratzen auch immer wieder neu – es entsteht ein Infektionskreislauf.

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Bildquelle: Getty Images, CDC via Wikimedia Commons

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