Wie Babys Immunsystem funktioniert

Pollen, Bakterien, Viren: Schon Babys müssen sich wehren - dabei hilft ihnen das Immunsystem. Wir zeigen Ihnen, wie der natürliche Schutzwall funktioniert


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Immunsystem des Babys


In den ersten Monaten ist es noch unvorstellbar: Wie kann dieser quietschfidele, rotbackige Wonneproppen überhaupt krank werden? Natürlich weint er auch mal, aber nur, weil er Hunger hat oder müde ist. Und dann, plötzlich, mit zehn Monaten: die Nase läuft, das Baby ist quengelig und fiebert. Und kaum ist das überstanden, kommt die nächste Erkältung beim Baby - und die Eltern werden über Nacht zu Experten im Fieberzäpfchen- und Nasentropfenverabreichen.

Das Gedächtnis des Immunsystems


Alles ganz normal. Denn wenige Monate nach der Geburt hat das Baby keinen Nestschutz mehr, das heißt, die Antikörper, die es von der Mutter mitbekommen hat, sind „aufgebraucht“. Jetzt beginnt das Training fürs eigene Immunsystem. Das kann - vor allem für die Eltern - hart sein. Bis zu zwölf leichte Infekte wie Schnupfen oder Husten beim Baby pro Jahr sind normal. „Wenn die sich auf die kalte Jahreszeit konzentrieren, kann der Eindruck entstehen, das Kind sei immer krank“, sagt  Dr. Carsten Speckmann von der Uniklinik Freiburg. Dabei trainiert es „nur“ seine Abwehr.

Bei der Geburt ist für sie zwar alles angelegt, aber ihr „Gedächtnis“, also die Immunität, fehlt noch. Und die sorgt dafür, dass man nicht an einem Erreger zweimal erkrankt. Denn über diese Gedächtnisfunktion werden schon einmal bekämpfte Erreger, seien es Bakterien oder Viren, erkannt und unschädlich gemacht.

Das Immunsystem muss lernen
„Das Immunsystem muss lernen“, sagt Speckmann. Und das kann es nur, wenn es mit vielen Antigenen aus der Umwelt in Kontakt kommt. Das heißt, mit Keimen in Hausstaub, Bakterien im Matsch und Viren anderer Kinder. „Salopp kann man sagen: Dreck macht Speck“, erklärt Prof. Werner Solbach vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Uniklinik Schleswig-Holstein.


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Manchmal bemerken wir gar nicht, wenn sich das Immunsystem gegen Erreger wehrt: Dann treten trotz Infektion keinerlei Symptome einer Krankheit auf. Experten sprechen auch von der „stillen Feiung“, einer Immunisierung ohne Krankheitsanzeichen. Das Immunsystem hat also ganz im Stillen wieder etwas dazugelernt. „Über 95 Prozent der Infektionen bemerken auch wir Erwachsene nicht. Zum Beispiel wird beim Zähneputzen regelmäßig die Mundschleimhaut verletzt, und es dringen Keime ein. Und das Immunsystem bildet Antiköper dagegen“, sagt Solbach.




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