Erfolgschancen und Kosten der IVF

Im Grunde ist die künstliche Befruchtung damit abgeschlossen. Wenn jetzt alles gut läuft, kommt neun Monate später das Wunschkind zur Welt.


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Nachuntersuchungen und Einnistungshilfen


Etwa 14 Tage nach Übertragung der Embryos kann mit einem Schwangerschaftstest festgestellt werden, ob die Behandlung erfolgreich war oder ob ein neuer Versuch gestartet werden muss. Vor Ablauf dieser Frist kann durch Verabreichung von bestimmten Hormonen oder Enzymen das Einnisten des Embryos in die Gebärmutter unterstützt werden. Zum einen kann zwei Wochen nach dem Einsetzen der Embryonen durch zusätzliche Gabe des Gelbkörperhormons (Progesteron) die Schwangerschaft stabilisiert werden. Zum anderen kann eine sogenannte „Schlüpfhilfe“ (Assisted Hatching) mit bestimmten Enzymen dem Embryo beim Schlüpfen aus der Glashaut (Zona pellucida) und damit dem natürlichen Einnistungsvorgang helfen. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schlüpfhilfe vermehrt zu Schwangerschaften führt, jedoch ist diese Methode noch nicht ausreichend erforscht. Denn ob auch die Geburtenrate damit steigt, ist nicht erwiesen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Embryo dabei Schaden nimmt.

Einen Monat nach Abschluss der Behandlung lässt sich dann per Ultraschall bestimmen, ob der Embryo lebt und ob es sich um ein einzelnes Baby oder um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.
Erfolgschancen und Kosten
Nach dem deutschen IVF-Register liegt die Erfolgsrate dieser Art der künstlichen Befruchtung zwischen 15 und 20 Prozent pro Behandlungszyklus. Nach der vierten Behandlung sind etwa 70 Prozent der Frauen schwanger. Der Erfolg ist dennoch nicht garantiert: Die Chancen sind von Paar zu Paar sehr unterschiedlich und von der jeweiligen Fruchtbarkeitsstörung, individuellen Gegebenheiten sowie vom Alter der Frau abhängig.

Die Kosten für Fortpflanzungsmedizin werden seit 2004 zu 50 Prozent von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, einige gesetzliche und private Kassen übernehmen sogar komplett. Allerdings ist die Kostenübernahme an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

• Der Arzt muss einen Behandlungsplan vorlegen und von der Kasse genehmigen
   lassen.
• Beide Partner müssen zu Beginn der Behandlung das 25. Lebensjahr vollendet
   haben.
• Die Frau darf nicht älter als 40, der Mann nicht älter als 50 Jahre alt sein.

Die Kosten einer Kryokonservierung „überzähliger“ Eizellen und Spermien werden dagegen nicht übernommen. Auch unverheiratete Paare können im Übrigen rein gesetzlich eine In-Vitro-Fertilisation durchführen lassen, dafür müssen sie in einer stabilen Beziehung leben und keiner der Partner darf mit einem anderen verheiratet sein.

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Ab sofort erhalten auch unverheiratete Paare finanzielle Hilfe für künstliche Befruchtungen. Alle Infos zur neuen Regelung.



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