Mutterschutz: Rechte und Pflichten im Überblick

Wenn Sie schwanger sind, haben Sie besondere Rechte. Geregelt sind diese im Mutterschaftsgesetz. Doch nicht nur der Arbeitgeber hat Vorschriften, an die er sich halten muss. Auch Sie als Schwangere haben einige Pflichten.


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Wie der Mutterschutz Schwangere absichert


© Thinkstock
Alle arbeitenden Frauen genießen in der Schwangerschaft besonderen Schutz - den Mutterschutz. Festgehalten sind all diese Schutz-Regelungen im Mutterschutzgesetz (MuSchG). Primär dient dieses Gesetz dazu, die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind vor Gefahren am Arbeitsplatz zu schützen. Allerdings kommen Schwangeren auch besondere Rechte zu. So kann ihnen beispielsweise nicht einfach gekündigt werden. Doch was steht genau im Mutterschutzgesetz? Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Vorgeschriebene Leistungen
  • 1 / 8
    Geltungsbereich

    Das Mutterschutzgesetz gilt grundsätzlich für alle werdenden Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie voll- oder teilzeit, haupt- oder nebenberuflich arbeiten, ob Sie als Aushilfe beschäftigt sind oder eine Ausbildung machen. Vom Mutterschutzgesetzt ausgenommen sind Selbstständige und Hausfrauen.

  • 2 / 8
    Schutzfristen vor der Geburt

    Das Mutterschutzgesetzt beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Dann dürfen Schwangere nicht mehr beschäftigt sein. Ausnahme: wenn es Ihr ausdrücklicher Wunsch ist, können Sie auch noch in diesen sechs Wochen arbeiten. Diese Erklärung können Sie jedoch jederzeit wiederrufen.

  • 3 / 8
    Schutzfristen nach der Geburt

    Auch nach der Entbindung sind Mütter durch das Gesetz geschützt: insgesamt acht Wochen lang. An dieser Schutzfrist ändert sich auch nichts, wenn der errechnete Geburtstermin überschritten wurde. Bei medizinischen Frühgeburten oder bei Mehrlingsgeburten wird die Frist auf zwölf Wochen nach der Geburt verlängert.

  • 4 / 8
    Mutterschaftsgeld gesetzliche Krankenkasse

    Während der gesamten Schutzfrist erhalten alle werdenden Mütter mit einer gesetzlichen Krankenversicherung Mutterschaftsgeld: pro Kalendertag sind das 13 Euro. Dafür müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen und einen ärztlichen Nachweis Ihrer Schwangerschaft vorlegen.

  • 5 / 8
    Mutterschaftsgeld private Krankenkasse

    Schwangere, die nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind (z.B. privat Versicherte), erhalten auf Antrag vom Bundesversicherungsamt Mutterschaftsgeld von maximal 210 Euro. Egal bei welcher Versicherung: der Arbeitgeber ist immer verpflichtet, einen Zuschuss in Höhe der Differenz zwischen 13 € und dem durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt zu zahlen.

  • 6 / 8
    Mutterschaftsgeld bei Arbeitslosigkeit

    Frauen, deren Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft vom Arbeitgeber zulässig aufgelöst wurde, erhalten ebenfalls 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Tag. Den Arbeitgeberzuschuss zahlt in diesem Fall Krankenkasse oder dem Bundesversicherungsamt. Beziehen Sie Arbeitslosengeld-II, dann erhalten Sie ab der 13. SSW zu den Regelleistungen einen zusätzlichen Mehrbedarf. Dieser wird bis zum Tag der Entbindung gezahlt.

  • 7 / 8
    Urlaubsanspruch

    Die Ausfallzeiten wegen mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote gelten laut Mutterschutz als Arbeitszeit. So können Schwangere, die ihren Urlaub vor dem Beschäftigungsverbot noch nicht oder nicht vollständig genommen haben, auch nach Ablauf der Schutzfristen den Resturlaub im laufenden oder kommenden Urlaubsjahr beantragen.

  • 8 / 8
    Stillzeit

    Eine Frau, die stillt, kann nach Wiederaufnahme ihrer Arbeit Stillpausen während der Arbeitszeit beanspruchen. Die Zeit zum Stillen ist durch das Mutterschutzgesetz gesichert: mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal pro Tag eine Stunde.


Sowohl während der Schwangerschaft als auch die ersten beiden Monaten nach der Geburt sind Sie durch das Mutterschutzgesetz gut abgesichert - auch finanziell. Doch der Arbeitgeber verpflichtet sich nicht nur dazu, sich an diese Schutzfristen und Ausgleichszahlungen zu halten. Er muss Ihnen auch zu jeder Zeit garantieren können, dass für Sie und das Baby keine Gefahr besteht. Deshalb gelten für ihn folgende Verbote.

Verbote für den Arbeitgeber
  • 1 / 5
    Kündigungsverbot

    Das wichtigste Verbot des Mutterschutzes ist das Kündigungsverbot. Vom Beginn der Schwangerschaft an bis vier Monate nach der Entbindung ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch das Unternehmen bis auf wenige Ausnahmen unzulässig. Das gilt allerdings nur, wenn dem Unternehmen zum Zeitpunkt der Kündigung die Schwangerschaft oder die Entbindung bekannt war. Außerdem haben Frauen während der Schwangerschaft laut Mutterschutz ein Sonderkündigungsrecht ohne Einhaltung einer Frist.

  • 2 / 5
    Verbotene Risiken

    Um die Gesundheit von Mutter und Kind zu garantieren, sind für Schwangere bestimmte Arbeiten grundsätzlich verboten. Dazu zählen alle Aufgaben, bei denen Mutter und Kind gesundheitsgefährdenden Stoffen sowie Strahlen, Staub, Gasen oder Dämpfen, Hitze, Kälte, Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.

  • 3 / 5
    Verbotene Arbeit

    Akkordarbeit oder Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo ist Schwangeren laut Mutterschutzgesetz ebenfalls nicht gestattet. Mehrarbeit oder Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ist außer in der Gastronomie und bei Musik- und Theateraufführungen ebenfalls nicht erlaubt. Ausnahmen gelten laut Mutterschutzgesetz unter anderem im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Krankenpflege und in Familienhaushalten.

  • 4 / 5
    Beschäftigungsverbot vom Arzt

    Neben diesen allgemeinen Verboten, kann der Arzt auch ein individuelles Beschäftigungsverbot erteilen. Liegt eine Krankheit vor, die die Schwangerschaft gefährden, kann er ein entsprechendes Attest ausstellen. Dieses muss das Beschäftigungsverbot, dessen Umfang und Gründe genau erfassen. Aus der Bescheinigung muss dabei genau hervorgehen, welche Arbeiten die Schwangere nicht leisten darf.

  • 5 / 5
    Schutz am Arbeitsplatz

    Weiterhin müssen auch der Arbeitsplatz und Arbeitsablauf der Schwangeren laut Mutterschutzgesetz so gestaltet sein, dass keine Gefahren für die werdende oder stillende Mutter und das Kind entstehen. Muss die Schwangere bei der Arbeit ständig stehen, hat sie laut Mutterschutzgesetz Anspruch auf Ruhepausen im Sitzen. Umgekehrt dürfen Schwangere, die hauptsächlich im Sitzen arbeiten, ihre Arbeit zur Entspannung unterbrechen.


In jedem Fall ist für Ihre Gesundheit und die des Babys gesorgt. Deshlab sollten Sie die letzten Wochen vor der Entbindung - fernab vom Arbeitsstress - dazu nutzen, neue Energie zu sammeln. Denn letztendlich erhöht auch Stress das Risiko einer Frühgeburt. Und auch wenn das Baby endlich da ist, gilt das gleiche. Nehmen Sie sich die Zeit, die Ihnen der Mutterschutz zuspricht:  Vor allem, damit sich der Körper regenierieren kann und Sie eine Bindung zu dem Baby aufzubauen. Dieses sogenannte Bonding ist wichtig für seine ganze weitere Entwicklung.

Im Gegenzug zu all diesen Schutzmaßnahmen, die Ihnen als Schwangere beziehungsweise als Wöchnerin zukommen, haben auch Sie ein paar (wenige) Pflichten zu erfüllen.

Pflichten für die Schwangere
  • 1 / 3
    Mitteilungspflicht

    Sobald Sie von ihrer Schwangerschaft erfahren haben, sollte sie ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitteilen. Dieser muss die Schwangerschaft dann der Aufsichtsbehörde melden. Laut Mutterschutzgesetz besteht kein Zwang, die Schwangerschaft mitzuteilen. Allerdings verzichtet Sie dann auch auf die im Mutterschutz geregelten Maßnahmen.

  • 2 / 3
    Schriftlicher Nachweis

    Normalerweise reicht es aus, Ihrem Arbeitgeber zu melden, dass Sie schwanger sind. Allerdings kann dieser von Ihnen auch einen schriftlichen Nachweis verlangen. Diesen stellt die Hebamme oder der Frauenarzt aus, inklusive des voraussichtlichen Geburtstermins.

  • 3 / 3
    Antrag auf Mutterschaftsgeld

    Um Ihren Anspruch auf Mutterschaftsgeld trotz privater Krankenversicherung geltend zu machen, müssen Sie einen entsprechenden Antrag an das Bundesversicherungsamt stellen. Eine bestimmte Frist, wann der Antrag eingereicht sein muss gibt es nicht. Allerdings muss er dem Bundesversicherungsamt noch vor der Entbindung vorliegen.




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