Hasenscharte – kein Grund zur Panik

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind heute gut behandelbar. Wichtig ist aber, möglichst früh nach der Geburt mit der chirurgischen Begutachtung zu beginnen und keine der notwendigen Nachkontrollen zu versäumen.

Rechtzeitig behandelt lassen sich Fehlbildungen wie Hasenscharten gut korrigieren.

Rechtzeitig behandelt lassen sich Fehlbildungen wie Hasenscharten gut korrigieren.


Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Hasenscharte zählt, neben Klumpfuß und Hüftdysplasie, zu den häufigsten Fehlbildungen bei Neugeborenen. Inzwischen muss das aber nicht mehr so schrecken wie früher, denn der Makel kann fast völlig behoben werden. Die moderne Chirurgie ist in der Lage, mit Lippen- und Kieferoperationen die Missbildung weitestgehend zu korrigieren, sodass am Ende häufig nur noch eine kleine Narbe zurückbleibt.

Hasenscharte – was sind die Ursachen?

Zur positiven Entwicklung, dass Hasenscharten und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, kurz LKGS, mittlerweile viel besser zu behandeln und zu beheben sind, kommt die weniger erfreuliche Nachricht, dass die Häufigkeit dieser Missbildungen zugenommen hat. Als Gründe sehen Mediziner und Fachleute zwei mögliche Auslöser. Zum einen genetische, wenn eine solche Deformität bereits in der Familie aufgetreten ist, zum anderen machen sie äußere Einflüsse dafür verantwortlich.

Mögliche Auslöser für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in Tierversuchen waren:

  • Hormone
  • Strahlungen
  • Infektionskrankheiten
  • Stoffwechselstörungen
  • Medikamente

Hasenscharte beim Baby – was ist zu tun?

Wenn das Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren wird, ist es vorrangig wichtig, es direkt nach der Geburt von einem auf diese Anomalie spezialisierten Ärzteteam untersuchen zu lassen. Es sind mehrere Operationen und Nachkontrollen nötig. Die erste Operation kommt dann relativ früh. Wenn das Kind etwa sechs Monate alt ist, verschließen die Chirurgen die Spalte in Lippe und Kiefer, denn eine solche Fehlbildung im Gesicht kann später auch zu Schwierigkeiten beim Sprechen und Atmen führen.

Wenn das Kind dann mit den ersten Sprechversuchen anfängt, soll es ein Organ haben, mit dem es ungehindert sprechen kann, Daher wird in einer zweiten Operation der Gaumen verschlossen. Später ist meistens noch einmal eine Korrektur des Naseneingangs notwendig.

Nachuntersuchungen - so wichtig wie die Operationen

Damit wirklich alles gut wird, müssen danach noch Nachuntersuchungen sein, alle halbe Jahre - und das bis zur Pubertät. Denn die Ärzte wollen die Entwicklung des Sprachvermögens, das Wachstum des Oberkiefers und das Hörvermögen überprüfen. Es ist immens wichtig, vor allem auch sämtliche Kontrolltermine wahrzunehmen. Viele Chirurgen haben da jedoch leider andere und traurige Erfahrungen gemacht. Ihr Resümee: "Je besser man operiert, desto sorgloser scheinen die Eltern zu werden."

Hasenscharten – kein Hindernis für die Zukunft

Dass eine Hasenscharte keine gesellschaftliche Ächtung bedeutet – anders als früher - und dass man dennoch richtig Karriere machen kann, zeigen einige Promis. In Deutschland sehr bekannt ist der CDU-Politiker und enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Peter Altmaier, und ebenso der Schauspieler Pit Bukowski. International bekannt sind der US-Schauspieler und Sprecher Walter Stacy Keach und Carmit Bachar, amerikanische Sängerin und Tänzerin. Wegen ihrer Lippen- und Gaumenspalte hatte man ihr eigentlich vom Singen abgeraten. Sie hat eine Non-Profit-Organisation mit dem Namen "Smile With Me" gegründet. Und Stacy Keach ist Ehrenvorsitzender der "Cleft Palate Foundation", einer Stiftung für Patienten mit Gaumenspalten. Von Joaquin Phoenix dachte man auch immer, er habe eine Hasenscharte gehabt. Bei ihm ist es, laut seiner Mutter, allerdings anscheinend so, dass er von Geburt an diese Narbe auf der Oberlippe hat.

Also: Keine Panik bei Hasenscharten. Nicht nur, weil die Behandlungsmethoden heutzutage sehr gut sind, sondern auch, weil das Risiko, ein Kind mit einer Fehlbildung zu bekommen, bei nur etwa 3 Prozent liegt.

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