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Faszinierend

Breast Crawl: So viel Kraft steckt in eurem frisch geborenen Baby

Neugeborene sind wirklich nicht zu unterschätzen. Denn was die Kleinen kurz nach der Geburt schon alles leisten, ist beeindruckend. Dazu gehört auch das Breast Crawl. Was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie ihr das faszinierende Phänomen selbst erleben könnt.

Was versteht man eigentlich unter Breast Crawl?

Mit dem Begriff Breast Crawl, also mit dem "Brüstekrabbeln", wird ein Reflex beim Baby bezeichnet, der direkt nach der Geburt beobachtet werden kann. Wird das Kind dann nämlich bäuchlings auf Mamas Bauch gelegt, schiebt es sich selbstständig Zentimeter für Zentimeter mit seinen Füßen in Richtung Busen. Schon die Kleinsten wissen also ganz genau, wo die gute Muttermilch wartet.

Die Brust sondert darüber hinaus ein Sekret aus, das fast identisch riecht wie das Fruchtwasser. Und das kennt das Baby ja noch aus der Zeit im Bauch. Während der Schwangerschaft hat es jede Menge davon getrunken, ist also geprägt auf diesen Geschmack und Geruch. Dem folgt das Kind dann natürlich auch außerhalb der Gebärmutter und findet so zur Brust. Der angeborene Schreitreflex hilft dem Baby außerdem dabei, sich vom Bauch der Mutter abzudrücken.

Beeindruckende Videos vom Breast Crawl

Im Netz gibt es wunderschöne Aufnahmen vom Breast Crawl. Das Gesundheitsministerium von Ecuador hat zum Beispiel diesen beeindruckenden Clip veröffentlicht. Es ist eigentlich ein Aufklärungsvideo über die Bedeutung vom Stillen im Allgemeinen. Doch es zeigt sehr deutlich, mit welcher Kraft und mit welchem Willen das Kleine sich seinen Weg zu Mamas Busen bahnt.

Auch einige Mamas teilen private Videos von diesem ganz besonderen Moment:

So klappt es mit dem Breast Crawl

Erstmals beschrieben wurde das Phänomen von dem schwedischen Karolinska Institut im Jahr 1987. Demnach sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein, damit es klappt mit dem Breast Crawl:

  • Erst einmal, müsst ihr eurem Kind dafür Zeit geben. Schließlich bestimmt es den Zeitpunkt des ersten Stillens selbst. Und der ist eben dann, wenn es sich etwas von der Geburt erholt hat und das erste Band zwischen Baby und Mutter geknüpft ist. Das kann schon auch mal eine Stunde dauern.
  • Für das Breast Crawl sollte das Baby bäuchlings auf den Oberbauch der Mutter gelegt werden. Direkter Hautkontakt ist sehr wichtig.
  • Auch der Blickkontakt zwischen Mutter und Kind muss gegeben sein, damit es klappt mit dem Robben.
  • Ganz entscheidend: Die Hände des Neugeborenen nicht waschen. Das Baby führt sich die Hände nämlich immer wieder instinktiv zum Gesicht oder zum Mund. So kann es den Geruch und den Geschmack des Fruchtwassers noch einmal aufnehmen und es fällt ihm leichter, die Brust von Mama zu erschnuppern.
Natalie Köhler

Nicht traurig sein ...

... wenn es mit dem Breast Crawl, so wie bei mir, nicht klappt. Vielleicht seid ihr zu erschöpft nach der Geburt, vielleicht hat man euch euer Baby auch direkt an die Brust angelegt. Und klar: Nach einem Kaiserschnitt ist ein Breast Crawl natürlich gar nicht erst möglich.

Was sind die Vorteile vom Breast Crawl?

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Ist das nicht gemein, dass mein Baby sich nach der Geburt gleich wieder so anstrengen soll?

Zunächst einmal gönnst du deinem Baby ja eine Verschnaufpause, weil es selbst bestimmen darf, wann es zum ersten Mal gestillt werden möchte. Und durch den intensiven und ungestörten Kontakt mit dir findet dein kleiner Schatz auch schneller zu einem eigenen Rhythmus und kann die neuen Umweltreize besser verarbeiten. Verschiedene Studien haben außerdem gezeigt, dass sich das Breast Crawl positiv auf die weitere Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind auswirkt. Müttern fiel das Stillen demnach auch später leichter.

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Faktoren, die das "Krabbeln" erschweren

Das entscheidende Problem ist wohl, das Zeit im Kreißsaal Mangelware ist. Doch ohne die klappt es einfach nicht mit dem Breast Crawl. Studien des schwedischen Karolinska Instituts belegen das. Werden Mutter und Kind zum Beispiel während der ersten U-Untersuchungen zu lange (15- 20 Minuten) voneinander getrennt, findet oft kein Selbstanlegen des Babys statt, selbst wenn ihm danach die Zeit dafür gegeben wird.

Natürlich gibt es auch Babys, die an dem Breast Crawl gar kein Interesse haben. Sie haben sich den Start ins Leben einfach anders vorgestellt beziehungsweise bequemer. Wenn das Baby partout nicht möchte, sollte es auch nicht dazu gezwungen werden. Legt euer Baby dann einfach selbst an die Brust an und genießt den gemeinsamen Start ins Leben.

Damit die Geburt eure Kindes so verläuft, wie ihr euch das vorstellt, ist ein Geburtsplan eine echt gute Sache. Mit unserem Video wollen wir euch dabei unterstützen:

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Bildquelle: iStock / Getty Images Plus / molka

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