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Bildung: Fast die Hälfte der Schüler strebt zukunftslose Berufe an

Karriere-Aussichten

Bildung: Fast die Hälfte der Schüler strebt zukunftslose Berufe an

Sind unsere Schüler planlos? 45 % der 15-Jährigen sieht sich in Berufen, die von Experten in Zeiten der Digitalisierung eine besonders schlechte Prognose bekommen. Ist die Bildung schuld?

Laut einer OECD-Umfrage im Rahmen der PISA-Studie gaben fast die Hälfte der 15-Jährigen Schulkinder an, sich in etablierten, traditionellen Berufen zu sehen. So träumen die meisten mit 30 Jahren von einer Karriere als Mechaniker, Bürokauffrau oder Sekretärin. Die OECD sieht das kritisch: gerade in diesen Industrien sei ein großer Wandel zu erwarten, die Berufe in zehn bis 15 Jahren möglicherweise nicht mehr vorhanden.

Bildung: Welche Berufe sind zukunftssicher?

Laut dem Bericht sehen sich die wenigsten Jugendlichen in IT-Berufen. Das ist derzeit die Branche, in der der größte Mangel an Fachkräften herrscht. Dennoch sehen sich selbst Mathe-Asse und Einser-Kandidaten in Naturwissenschaften nicht als ITler. Mit der fortschreitenden Digitalisierung ist dies der Bereich, der derzeit aber als besonders zukunftssicher gilt.

Weiterhin soziale Ungleichheit im Karriere-Ausblick

Ein Thema, das leider weiterhin aktuell bleibt, ist die große Diskrepanz bei Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft. Demnach möchten drei Viertel der als privilegiert geltenden Schüler mit guten Noten ein Studium abschließen. Von den leistungsstarken Kindern weniger einkommensstarker Eltern sehen sich nur ein Drittel mit einem Hochschulabschluss. Mit diesen Zahlen liegt Deutschland weit hinter 38 der 41 teilnehmenden OECD-Länder. Nur Polen und Ungarn haben eine ähnliche Statistik.

Im gesamten OECD-Raum werden die Karrierewünsche aber immer traditioneller: Die Mehrzahl der Schüler sieht sich als Mediziner, Anwälte, Polizisten und Lehrer.

Auch wenn die Zahlen erschrecken, schließen sich die Jugendlichen von heute wohl einer langen Tradition an: Sie sind nicht die erste Generation, die nicht in ihrem Traumberuf alt wird. Allerdings muss sich im Bildungssystem vieles ändern, um bessere und vor allem gleiche Chancen für unser Schüler zu schaffen: mehr Innovation, mehr Ausbildung, mehr Information zu Optionen. Denn unsere Kinder sollten von Möglichkeiten träumen, nicht nur auf sichere Pfade setzten dürfen.

Bildquelle: Getty Images/mangpor_2004

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