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Eichenprozessions­spinner: Eine Gefahr für Mensch und Tier?

Ein Interview

Eichenprozessions­spinner: Eine Gefahr für Mensch und Tier?

Bereits im letzten Jahr machte der Eichenprozessionsspinner sowohl dem Menschen als auch dem Hund jede Menge Probleme. Und auch dieses Jahr werden wir uns mit dem Insekt auseinandersetzen müssen. Welche Gefahr von dem Tier ausgeht, ob tatsächlich nur Hunde betroffen sein können und wie man im Falle einer allergischen Reaktion handeln sollte, haben wir die Tierärztin Sophie-Charlotte Spielhagen gefragt.

Was ist ein Eichenprozessionsspinner?

Bei dem Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Nachtfalter, der ein warm-trockenes Klima bevorzugt. Aufgrund des Klimawandels breitet sich das Insekt auch in Deutschland immer stärker aus. Es sind vor allem die Brennhaare der Raupen, die für Mensch und Tier gefährlich werden können und allergische Reaktionen auslösen. Bereits im vergangenen Jahr sprach man von einer Eichenprozessionsspinner-Plage. 2020 wird sogar mit einer noch größeren Verbreitung gerechnet, da der milde Winter dem Schädling entgegenkommt.

Eichenprozessionsspinner
Eichenprozessionsspinner: Vor allem die Haare der Raupe können uns und unseren Vierbeinern gefährlich werden.

Ich habe mit einer Tierärztin gesprochen

Frau Spielhagen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns einige Fragen zu beantworten.

Die Härchen der Raupe können durch den Wind in der Umgebung verteilt werden und auf diese Weise zu einer Gefahr für unsere Vierbeiner werden. Können Sie uns erklären, welche Kontaktmöglichkeiten es genau gibt?

Gefährlich werden diese Haare aufgrund des enthaltenen Toxins. Wie Sie ja bereits sagten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Tiere mit den Härchen in Kontakt kommen können. Eine Möglichkeit ist das Einatmen. Es kann zu einer allergischen Reaktion kommen. Die Folge können eine Entzündung der Atemwege, Schwellungen und Atemnot sein. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Hunde die Haare durch das Lecken und Herunterschlucken aufnehmen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Härchen im Fell hängen bleiben.

Sind auch andere Haustiere gefährdet oder wurden allergischen Reaktionen bisher nur bei Hunden festgestellt?

Nein, es sind definitiv auch weitere Haustiere betroffen. Die Härchen können die gleichen Reaktionen bei anderen Tieren und auch beim Menschen auslösen. Sie können außerdem an der Kleidung hängen bleiben und so mit nach Hause getragen werden. Durch das beispielsweise anschließende Knuddeln der Tiere können die Haare wiederum von Tier auf Mensch übertragen werden.

Frau Spielhagen, Sie haben zu Beginn von Toxinen gesprochen, die sich in den Härchen befinden. Können Sie uns erklären, wie diese Toxine genau im Körper wirken?

Bei der allergischen Reaktion handelt es sich um den Typ 1, das heißt einer Allergie vom Soforttyp. Dazu gehören beispielsweise auch Asthma, Urtikaria (Nesselsucht) oder Insektengiftallergien. Nach dem Kontakt mit dem Allergen, also in dem Fall mit den Toxinen in den Härchen, bildet der Körper Antikörper.  Diese gehen eine Verbindung mit den histaminhaltigen Mastzellen ein und bewirken, dass das Histamin freigesetzt wird. Auf diese Art und Weise entstehen die beschriebenen lokalen Reaktionen, wie beispielsweise Quaddeln und Schwellungen.

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Zu guter Letzt hätte ich noch eine Frage, die wir uns wohl alle stellen. Ich glaube, viele Tierbesitzer*innen kennen die Situation: Unser Liebling hustet ein bisschen und schon spielt man mit dem Gedanken, zum Tierarzt zu gehen. Können Sie uns sagen, wann wir Tierbesitzer*innen tatsächlich einen Arzt aufsuchen sollten?

Den Tierarzt sollten Tierbesitzer*innen grundsätzlich aufsuchen, wenn eine Unsicherheit besteht. Das ist besser als zu warten. In vielen Fällen sieht man das auch. Beispielsweise, wenn die Hunde die Härchen an der Nase oder im Bereich des Mauls haben, sprich an den Schleimhäuten, wenn sie anfangen zu hecheln, gestresst sind oder keine Luft bekommen. Dann sollte der Tierbesitzer oder die Tierbesitzerin natürlich direkt zum Arzt gehen. Außerdem ist es ratsam, die Härchen aus dem Fell sofort zu entfernen, indem man den Hund zum Beispiel wäscht. Dabei sollten die Besitzerinnen und Besitzer jedoch Handschuhe tragen. Das ist wirklich wichtig!

Frau Spielhagen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben.

Ich danke auch und bleiben Sie und Ihre Vierbeiner gesund und munter.

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Bildquelle: Getty Images/Ali Siraj ,dennisvdw

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