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Brustkrebs: So kann gute Vorsorge wirklich helfen

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Brustkrebs: So kann gute Vorsorge wirklich helfen

An Brustkrebs zu erkranken, davor hat wohl jede Frau ein bisschen Angst. Und diese Angst ist leider nicht ganz unbegründet: Mit ungefähr 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs in Deutschland die am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen. Doch Aufklärung und Vorsorge können helfen, der fiesen Krankheit den Kampf anzusagen. Das wollen auch wir tun im Brustkrebsmonat Oktober mit ganz vielen Infos zum Thema. 

Durchschnittlich erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, in der medizinischen Fachsprache auch Mammakarzinom genannt (mamma = weibliche Brust, Karzinom = bösartiger Tumor). Dabei tritt der Großteil der Brustkrebserkrankungen zufällig auf, also ohne, dass die Erkrankung vorher bereits in der Familie aufgetreten wäre. Rund die Hälfte der Betroffenen ist zum Zeitpunkt der Diagnose unter 65 Jahren – etwa jede zehnte sogar unter 45 Jahren.

Natürlich ist die Diagnose Brustkrebs ein großer Schock. Aber: Brustkrebs ist heilbar. Wird das Mammakarzinom früh erkannt, sind die Heilungschancen meist gut. Deswegen ist Früherkennung, und damit einhergehend eine umfassende Aufklärung, so wichtig.

Brustkrebs ist sehr verschiedenartig, viele Ärzte sind sogar der Ansicht, dass jede Patientin „ihren eigenen“ Brustkrebs hat. Informationen aus dem Internet können also die persönliche Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen.

Was genau ist eigentlich Brustkrebs?

Unter Brustkrebs versteht man einen bösartigen Tumor der Brustdrüse.
Mehr als drei Viertel aller ertastbaren Knoten oder Brusttumoren sind gutartig, also kein Krebs. Wenn Frauen Knoten in ihrer Brust ertasten, sind das also häufig entweder mit Flüssigkeit gefüllte Zysten oder gutartige Geschwülste, die vom Bindegewebe oder Fettgewebe ausgehen. Bösartige Tumoren der Brust gehen vom Drüsenteil der Brust aus, meist von den Milchgängen, oder seltener von den Drüsenläppchen.

Welche Ursachen gibt es für Brustkrebs?

Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Bei einer Mehrheit der Betroffenen tritt die Erkrankung spontan auf, das heißt, dass Mediziner keine klaren Ursachen ausmachen können.

Es gibt aber Risikofaktoren, die die Krankheit begünstigen können. Dazu zählen:

  • Fortgeschrittenes Alter: Die meisten Frauen sind zum Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose über 65 Jahre alt.
  • Langfristige Einnahme weiblicher Sexualhormone, beispielsweise als Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Die Antibabypille erhöht das Risiko dagegen nur geringfügig.
  • Einsetzen der Regelblutung in sehr jungen Jahren: Das heißt, eine lange Zeitspanne mit natürlichen Hormonschwankungen bei der Frau.
  • Spätes Einsetzen der Wechseljahre: Auch hier ist die lange Zeitspanne mit Hormonschwankungen das Problem.
  • Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren
  • Regelmäßiger erhöhter Alkoholkonsum
  • Kinderlosigkeit oder eine erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr
  • Bei etwa 5 bis 10 % aller Erkrankten ist eine genetische Veranlagung mitverantwortlich für die Entstehung des Mammakarzinoms.

Gibt es Anzeichen für Brustkrebs?

Brustkrebs entwickelt sich oft über Jahre – und anfangs zeigt das Mammakarzinom in den meisten Fällen keine Symptome oder Schmerzen. Es gibt aber durchaus Anzeichen, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können:

  • Knoten im Brustgewebe oder eine generelle Verhärtung der Brust
  • Grübchen oder Rötungen der Haut
  • eine einseitige Vergrößerung der Brust
  • eingezogene Brustwarzen
  • Brustwarzen sondern Flüssigkeit ab (wässrig, blutig oder eitrig)
  • tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle (die vorher noch nicht bestanden)

Aber: Diese Brustkrebs Symptome bedeuten nicht zwangsläufig, dass ihr erkrankt seid. Schwellungen oder Verhärtungen der Brust können zum Beispiel auch bei einem Milchstau oder einer Brustentzündung auftreten. Kleine Knoten entpuppen sich außerdem oft als Fibroadenom, also eine gutartige Geschwulst des Drüsen- und Bindegewebes. Dennoch ist es gut, wenn ihr Veränderungen an euren Brüsten bei der Ärztin abklärt. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Ist Brustkrebs gut heilbar?

Laut Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft hat Brustkrebs im Vergleich zu anderen Tumorerkrankungen einen relativ günstigen Krankheitsverlauf: 81 % aller Brustkrebspatientinnen überleben die Krankheit im Zeitraum von fünf Jahren nach der Ersterkrankung.

Eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgschancen der Therapie deutlich. Deshalb ist es wichtig, dass ihr eure Busen im Blick habt, mögliche Veränderungen könnt ihr ja zum Beispiel im Spiegel überprüfen. Und elementar wichtig: Brüste regelmäßig abtasten und zwar richtig!

Ein weiterer Baustein im Kampf gegen Brustkrebs ist das in Deutschland gültige Früherkennungsprogramm: Ab eurem 30. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen nämlich eine jährliche Abtastung der Brüste und Achselhöhlen beim Gynäkologen. Empfohlen wird diese ärztliche Früherkennung allerdings schon für Frauen ab 20 Jahren. Viele Ärztinnen machen deswegen das Abtasten der Brust meist automatisch und kostenfrei bei der jährlichen Untersuchung mit.

Ab 50 und bis einschließlich 69 Jahren sollte darüber hinaus alle zwei Jahre eine Mammographie hinzukommen. Das Mammographie-Screening wird von den Krankenkassen übernommen und eignet sich gut zur Brustkrebsfrüherkennung, weil es – im Gegensatz zur Tastuntersuchung – schon sehr kleine Tumoren in einem frühen Stadium erkennen kann.

Welches ist der gefährlichste Brustkrebs?

Wie gefährlich ein Brustkrebs ist, hängt immer vom Tumor selbst ab und davon, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Lokal begrenzte Tumore sind natürlich besser zu behandeln, als solche, die sich bereits ausgebreitet und unter Umständen schon Metastasen in Lymphknoten oder inneren Organen gebildet haben.

Das Brustkrebs-Grading (Skala von 1 bis 3) kann ein Indikator für die Schwere der Erkrankung und die Prognose sein. Der Zahlenwert gibt an, inwieweit sich die Tumorzellen in Wachstum und Aussehen von gesundem Brustgewebe unterscheiden. Bei Grad 1 ist der Unterschied gering, bei Grad 3 sehr groß.

Trotz allem ist Brustkrebs eine sehr individuelle Erkrankung, die bei jedem Menschen anders verlaufen kann. Körperliche Voraussetzungen und Veranlagungen spielen dabei eine große Rolle.

Können auch Männer Brustkrebs haben?

Ja, Brustkrebs beim Mann gibt es, aber viel seltener als bei der Frau. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 620 Männern neu. Das heißt, dass etwa eine von hundert Brustkrebs-Erkrankungen einen Mann betrifft. Die Therapiemaßnahmen bei Männern unterscheiden sich dabei nicht wesentlich von der bei Frauen.

Ich habe einen Knoten in der Brust – und nun?

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei etwa zehn Prozent.

Wenn du beim Abtasten deiner Brust einen Knoten entdeckst, solltest du zu deiner Gynäkologin gehen. Sie wird deine Brust dann noch einmal genau abtasten ebenso wie die Achselhöhlen und die Schlüsselbeingruben.

Ergibt sich ein Verdacht, wird bei Frauen unter 40 Jahren meist als erste Maßnahme eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Bei Frauen ab 40 Jahren erfolgt in der Regel sofort eine Mammographie und unter Umständen zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust.
Zur endgültigen Diagnose entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie), um festzustellen, ob die Veränderung gut- oder bösartig ist. Liegt ein Mammakarzinom vor, erhält der Arzt bei der Biopsie gleichzeitig auch Aufschluss über den Tumortyp und den Grad der Aggressivität.

Die sogenannten Tumormarker, also die körpereigenen Stoffe CEA und CA 15-3, spielen für die eigentliche Diagnose von Brustkrebs keine Rolle. Sie eignen sich eher für die Nachsorge, wenn es darum geht, Rückfälle frühzeitig festzustellen.

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Wenn die Diagnose zweifelsfrei ergeben hat, dass du an Brustkrebs erkrankt bist, wird dein Arzt mit dir zusammen Behandlungsmöglichkeiten besprechen und die Therapie individuell auf dich und deine Erkrankung abstimmen. Welche Behandlungskombinationen eingesetzt werden können, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Tumorgröße oder Metastasenbildung.

In den meisten Fällen ist ein operativer Eingriff nötig, um das Tumorgewebe zu entfernen. Heutzutage ist es Chirurgen häufig möglich, bei Frühstadien von Brustkrebs eine brusterhaltende Operation durchzuführen. Das heißt: Der Tumor wird entfernt, deine Brust aber bleibt. In manchen Fällen, wenn beispielsweise mehrere Krebsherde in einer Brust vorhanden sind oder die Patientin jünger als 45 Jahre ist, empfehlen Ärzte allerdings auch eine sogenannte Radikaloperation, bei der die gesamte Brust entfernt wird (Mastektomie).

Im Anschluss an den chirurgischen Eingriff steht meistens eine Strahlentherapie. Auch die Chemotherapie sowie eine Antihormontherapie sind mögliche Anschluss-Therapien.

Wiederaufbau der Brust: Welche Möglichkeiten gibt es?

Sowohl nach einer Mastektomie als auch nach einer brusterhaltenden Operation ist ein Wiederaufbau der Brust möglich. Meistens wird diese so genannte Brustrekonstruktion direkt im Anschluss an die OP gemacht. Man kann sie aber auch Monate oder Jahre später durchführen. Es gibt zwei Varianten der Brustrekonstruktion:

  • Wiederaufbau mit körpereigenem Gewebe, zum Beispiel mit Muskelgewebe oder Gewebe aus der Bauchdecke.
  • Rekonstruktion mit Implantaten oder mit Brustprothesen, die man zum Beispiel in den BH legen kann.

So wichtig sind Nachsorge und Rehabilitation

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind nach der Brustkrebs-Therapie sehr wichtig und finden meist alle drei Monate statt. Mit der Zeit werden die Abstände größer. Einmal im Jahr wird auch eine Mammographie empfohlen. Physiotherapie und krankengymnastische Übungen helfen, Kraft und Bewegungsfreiheit für Arm und Schulter wiederherzustellen.

Die bereits erwähnten Tumormarker werden nach einer Brustkrebserkrankung regelmäßig durch eine Blutuntersuchung bestimmt. Sie können Hinweise darauf geben, ob der Brustkrebs wieder zurückgekehrt ist.

Neben der medizinischen Betreuung ist auch die psychische Unterstützung sehr wichtig. Denn eine Brustkrebserkrankung ist ein schweres Schicksal, die Therapien und natürlich auch eine Operation kosten viel Kraft. Bei Ängsten können zum Beispiel Gespräche mit Ärztinnen hilfreich sein, aber auch der Austausch mit Angehörigen und Freunden. Eine Beratung beim Psychologen oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe können Betroffenen  ebenfalls dabei unterstützen, wieder zurück ins Leben zu finden.

Quellen und weiterführende Informationen zum Thema Brustkrebs

Organisationen und Initiativen:

Natalie Köhler
Das sagtNatalie Köhler:

Mit Brustkrebs auseinandersetzen, gar nicht so leicht!

Ja, ich gebe es ehrlich zu: Ich drück mich eigentlich ganz gerne vor solchen Krankheitsthemen. Beim Schreiben dieses Artikels zum Thema Brustkrebs hat mir dann auch gleich der rechte Busen und ein Lymphknoten unter dem Arm weh getan. Natürlich Einbildung und mein schlechtes Gewissen: Ich war dieses Jahr weder bei der Vorsorge, noch taste ich meine Brust regelmäßig ab. Ich gelobe hiermit Besserung und mache gleich mal nen Termin bei der Frauenärztin!

Bildquelle: GettyImages/Vasyl Dolmatov, iStock,iStock/vision net ag, iStock/vision net ag

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