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Mutter sein: Ein Prozess der ab der Geburt Fahrt aufnimmt

Gefühl "Mama"

Mutter sein: Ein Prozess der ab der Geburt Fahrt aufnimmt

Wann ein Baby zur Welt kommt, lässt sich ziemlich genau angeben: „Zeitpunkt der Geburt – 23:24 Uhr“. In diesem Moment ist also aus der Schwangeren eine Mutter geworden. Aber wie sieht es im Inneren der Mama aus? Ab wann fühlt man sich als Mutter? Eine Studie geht dieser Frage nach.

Mutter zu werden, ist eine Reise

Medizinisch und rechtlich gesehen sind wir ab dem Zeitpunkt Mutter, an dem wir das Baby auf die Welt bringen. Aber emotional gesehen muss sich das Mutter-Sein häufig noch finden. Zu unvorstellbar ist die Veränderung.

Unabhängig von der riesengroßen Freude und dem magischen Moment, sein Kleines im Arm zu halten, sind die ersten Tage und Wochen auch eine Zeit von großer Unsicherheit. Viele Mütter fühlen sich erstmal fremd in dieser neuen Rolle.

Das ist absolut menschlich und sogar ein gutes Zeichen, denn Unsicherheit und Zweifel zeigen an, wie wichtig das Mutter-Sein ist. Sich und sein Verhalten, seine Beziehung und seine Bedeutung für das Baby zu reflektieren, zeugt von Reife und Entwicklungspotenzial. Auch das Mutter-Sein ist ein ständiges Wachsen und Reifen - gut Ding will eben Weile haben.

Ab wann hat sich das Mama-Sein eingespielt?

Die Veränderungen, die mit einem Neugeborenen einhergehen, sind gravierend und brauchen einfach Zeit, Mama-Werden dauert eben. Es kann mitunter dauern, bis wir in unserer neuen Rolle angekommen sind.

Ich bin sogar davon überzeugt, dass sich das Mutter-Sein auch stetig verändert - schließlich verändern wir uns alle. Die Kinder werden flügge und wir müssen ihnen vertrauen und mehr Freiheiten geben.

Kommen die Kinder in die Pubertät, stehen wir alle wieder vor neuen Herausforderungen und wir sind sicherlich zwischenzeitlich eine andere Mama geworden. Keine bessere oder schlechtere, sondern einfach eine andere.

Die schönsten Mama-Momente

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Daran muss frau sich erstmal gewöhnen

Zum ersten Mal Mutter zu werden bringt einen Cocktail an Emotionen mit sich. Sein Baby in sich wachsen zu spüren und letztendlich im Arm zu halten ist schlichtweg überwältigend.

Damit verbunden ist die große Verantwortung für dieses kleine Wesen, die wir Mamas von heute auf morgen zu meistern haben. Das kann durchaus überfordernd sein und die häufigste Frage, die frischgebackenen Mamas durch den Kopf geht, ist wohl „mache ich das richtig?“ Und vielleicht schämen wir uns auch, weil wir nicht alles sofort können oder wissen? Wird das nicht von uns als Müttern erwartet?

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Schämt euch nicht für eure Gefühle. Ob es Stunden, Tage, Wochen oder Monate dauert, bis ihr euch an eure Rolle als Mutter gewöhnt habt und es sich „normal“ anfühlt, sagt nichts über eure Qualitäten als Mutter aus.

Auch ambivalente Gefühle sind völlig normal: Ihr könnt völlig erschöpft sein und euch wünschen, endlich mal ein paar Stunden für euch zu sein und trotzdem liebt ihr euer Kind. Genauso normal ist es, sein Baby Tag und Nacht bei sich haben zu wollen und es nicht abgeben zu können. Wir Menschen sind verschieden und jede*r empfindet anders.

Mutterschaft: Wie muss eine Mutter sein?

Sich als Kompetenz in Person zu fühlen, ist ein Konstrukt der Gesellschaft – und hat nichts  mit der Realität zu tun. Keiner kann auf Knopfdruck das Baby baden, die Milch auf die richtige Temperatur bringen oder stillen.

Je offener ihr mit Ihrer Unsicherheit umgehen, desto mehr Zuspruch und Offenheit werdet ihr von eurem Gegenüber erfahren, vor allem, wenn ihr mit anderen Müttern ins Gespräch kommt. Es ist vollkommen in Ordnung, eure Vertrauensperson mehrmals um Rat zu fragen oder über eure Ängste zu sprechen.

Eine Mutter "muss" gar nichts und schon gar nicht irgendwie "sein". Jede Mama und auch jeder Papa geben jeder Zeit ihr Bestes für ihr Kind. Verlasst euch auf euer Bauchgefühl und überschüttet euer Kind mit Liebe. Auf materielle Dinge kommt es dabei nicht an.

Es ist völlig egal, ob euch der erste Babybrei misslingt oder die Windel drei mal am Tag ausläuft. Das sagt nichts über euch als Mama aus, denn Mutter-Sein findet auf der emotionalen Ebene statt. Und worauf es wirklich ankommt, wird in dem Moment klar, wenn euer Baby euch anlächelt und (noch) ohne Worte sagt: "Hallo Mama!" und euch seine bedingungslose Liebe schenkt.

 

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Mein erstes Jahr als Mama

Nach einer problemlosen Schwangerschaft (die Übelkeit und Gewichtsabnahme lassen wir mal unerwähnt), hatten wir doch einen ganz schön holprigen Start. Nach einer komplikationslosen Geburt landete ich vier Tage später im Krankenhaus - alleine, ohne mein Baby. Wir starteten mit etwas Verspätung ins Familienleben und ich in mein Mama-Dasein, denn tatsächlich hatte ich bis zum Krankenhausaufenthalt noch gar nicht geschnallt, was es bedeutet, nun so ein kleines Wesen an seiner Seite zu haben.

Wieder zuhause lief es dann aber mit uns Dreien, auch wenn ich den Satz "Lernt euch erst mal richtig kennen." nicht verstand. Ich hatte das Gefühl, wir waren schon voll angekommen. Ein Jahr später kann ich darüber nur lachen, aber ich wusste es natürlich nicht besser. Tatsächlich angekommen waren wir nach ca. fünf Monaten, würde ich rückblickend sagen.

Das war auch der Zeitpunkt, an dem die gut gemeinten Ratschläge von außen weniger wurden. Ob es mit meiner Ausstrahlung zu tun hatte? Oder mit dem wachsenden Baby, was eben kein Neugeborenes mehr war?

Jetzt kann ich sagen: Es dauert seine Zeit, bis man sein Baby wirklich kennengelernt hat und entsprechend ambivalent sind auch die Gefühle. Keiner schreibt einem vor, wie die Liebe zum eigenen Baby zu sein hat. Deswegen ist auch jedes Gefühl, ob positiv oder negativ, völlig in Ordnung.

Ich kann sagen, dass es bei mir auch etwas gedauert hat, bis ich das verstand. Trotz toller Geburt war da nicht diese Liebe auf den ersten Blick, die immer von einem erwartet wird und auch das ist völlig normal. In meinem Umfeld ist es sogar häufig gerade beim ersten Kind so, dass es etwas dauerte, bis die Emotionen sortiert waren. Lasst euch Zeit, es kommt von alleine!

Bildquelle: Gettyimages/FatCamera

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