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Kinderfreizeitbonus: Mehr finanzielle Unterstützung für geringverdienende Familien

Kinderfreizeitbonus: Mehr finanzielle Unterstützung für geringverdienende Familien

Finanzieller Bonus

Da vor allem einkommensschwächere Familien unter der langen Coronakrise wirtschaftlich gelitten haben, will die Bundesregierung diese jetzt unterstützen: Bestimmte Familien erhalten bald eine einmalige finanzielle Zuwendung.

"Aufholen nach Corona": Diese Familien bekommen 100 € extra

Der Bund nennt es "Aktionsprogramm Aufholen nach Corona". Innerhalb dieses Programmes sollen insgesamt zwei Milliarden Euro in außerschulische Angebote finanziert werden, damit Kinder ihre Lernrückstände aus dem letzten Jahr nachholen können.

Dieses Programm sieht u.a. vor, dass Familien, die Hartz-IV empfangen, einmalig 100 € für jedes Kind als sogenannten Kinderfreizeitbonus erhalten. Damit sollen deren enorme Belastungen der letzten Monate "zumindest teilweise aufgefangen werden". Dieses Geld kann jede Familie für individuelle Bedürfnisse ausgeben. Das Geld steht außerdem auch allen Eltern zu, die Anspruch auf Wohngeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben.

Wann wird der Bonus ausgezahlt?

Der Kinderfreizeitbonus von 100 € pro Kind soll automatisch im August ausgezahlt werden. Familien, die Geld vom Jobcenter erhalten, müssen diesen nicht beantragen. Nur jene Eltern, die ausschließliches Wohngeld ohne Kinderzuschlag oder Sozialhilfe erhalten, müssen einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen. Eltern, die wissen wollen, ob das auf sie zutrifft, finden bei der Familienkasse dazu dann mehr Informationen.

Sozialverbände vom Bonus eher enttäuscht

Die sozialen Verbände begrüßen grundsätzlich die Finanzspritze für die Eltern und Kinder. Doch sie sehen die Höhe des Bonus und dass es sich um eine einmalige Zahlung handelt, eher kritisch.

"An Stelle einer Stückwerkpolitik aus unzureichenden Einzelmaßnahmen ist es höchste Zeit für eine echte Teilhabeoffensive für Kinder."

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands

Auch der Präsident des Sozialverbands Deutschlands, Adolf Bauer, fordert, dass es mit einer Einmalzahlung nicht getan sei. Es solle seiner Meinung nach "100 Euro pro Monat und Kopf für Armutsbetroffene " geben.

Finanzielle Unterstützung für Kinder im Homeschooling?

Seit März 2020 sind Schüler und Schülerinnen es gewohnt, dass ihr Unterricht (teilweise) digital stattfindet und sie alleine zu Hause lernen müssen. Auch wenn jetzt vielerorts die meisten Schülerinnen und Schüler wieder im Präsenzunterricht lernen, wird der digitale Unterricht zukünftig dazugehören. Doch ohne ordentlichen Computer bzw. Laptop funktioniert das natürlich nicht.

Daher litten unter dem Schul- und Kita-Lockdown vor allem die Kinder aus Familien mit weniger Einkommen. In diesen Haushalten hat nicht jedes Kind einen Laptop. Schon gar nicht, wenn eine Familie mehrere Schulkinder daheim hat. Ein guter Laptop kostet mehrere Hundert Euro. Wie soll sich das eine Familie mit Grundsicherung leisten können?

Laptop vom Jobcenter für diese Kinder

Weil die Bundesregierung dieses Problem ebenfalls erkannt hat, gibt es seit Anfang des Jahres Zuschüsse für notwendige Technik. Die Bundesagentur für Arbeit wurde angewiesen, Kosten für Computer, Laptops, Tablets, Drucker, Kopfhörer und jegliches andere Zubehör zu übernehmen. Pro Kind müssen laut hartziv.org bis zu 350 € für die Anschaffung eines Laptops gezahlt werden, wenn ein Anspruch besteht.

Dies gilt für Kinder von Familien, die Grundsicherung beantragt haben oder eine Aufstockung erhalten. Damit soll gewährleistet werden, dass die Schüler*innen nicht abgehängt werden und am digitalen Unterricht teilnehmen können.

Dann gilt der Anspruch auf Laptop-Finanzierung

Der Anspruch auf den Zuschuss für einen Laptop oder anderes technisches Zubehör gilt für jedes Kind, dessen Eltern Grundsicherung, also Hartz-IV, empfangen oder ergänzende Ansprüche auf Hartz-IV erhalten. Außerdem gelten weitere Bedingungen:

  • für alle Schüler*innen unter 25 Jahren
  • für alle Schüler*innen, die eine allgemeine oder berufsbildende Schule besuchen
  • auch dann, wenn ein Laptop daheim vorhanden ist, mit dem die Eltern jedoch arbeiten müssen oder das Gerät nicht den technischen Ansprüchen für den Online-Unterricht entspricht
  • nur dann, wenn die Schule dem/der Schüler*in keinen Leih-Laptop zur Verfügung stellen kann

So beantragt ihr den Zuschuss

Um den Laptop-Zuschuss zu beantragen, wenden sich Eltern an ihr jeweiliges Jobcenter bzw. ihren Sachbearbeiter. Dieser stellt den Eltern die nötigen Unterlagen zum Antrag aus und informiert sie darüber, wann und wie sie das Geld erhalten. Familien müssen einen Nachweis der Schule einreichen, dass der Computer für den digitalen Unterricht benötigt wird und die Schule keinen Schulcomputer zur Verfügung stellen kann.

Bildquelle: Getty Images/evgenyatamanenko

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