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STIKO empfiehlt Corona-Impfung für diese Kinder

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für diese Kinder

Nicht für alle

Seit 7. Juni ist die Impfpriorisierung aufgehoben. Ab sofort dürfen sich alle um einen Impftermin bemühen. Die Bundesregierung hat Impfungen sogar für Kinder ab 12 Jahren freigegeben und es gibt mittlerweile einen Impfstoff. Doch die Ständige Impfkommission hat gestern Abend nur eine eingeschränkte Impfempfehlung veröffentlicht.

Nur Kinder mit erhöhtem Corona-Risiko impfen lassen

In den letzten Wochen wurde viel über die Sinnhaftigkeit der Corona-Schutzimpfungen für Kinder ab 12 Jahren diskutiert. Die Bundesregierung wirbt für eine Impfung von Kindern und Teenagern ab 12 Jahren. Doch die Ständige Impfkommission blieb skeptisch und ließ im Vorfeld schon durchblicken, dass es keine generelle Impfempfehlung für diese Altersgruppe geben werde. Die Empfehlung basiert auf der aktuellen Studienlage zu Impfstoffen bei Kindern, daher gibt es diese nur unter Einschränkungen.

"Wie das Epidemiologische Bulletin 23/2021 ausführt, empfiehlt die STIKO bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung eine Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer)."

rki.de

Kinder mit diesen Erkrankungen zählen laut RKI dazu:

  • Adipositas
  • Immunsuppression
  • Herzfehler
  • chronischen Lungenerkrankungen
  • Diabetes
  • Trisomie 21

Thomas Mertens von der Ständigen Impfkommission begründete die Entscheidung damit, man habe Nutzen und Risiko abgewogen und die Studienlage sage eindeutig, dass die Impfung auch bei Kindern wirksam sei. Doch letztlich seien nur 1130 Kinder innerhalb der Studie über zwei Monate beobachtet worden. Daher könne man über die seltenen Nebenwirkungen keine sicheren Angaben machen, um aktuell eine generelle Impfempfehlung guten Gewissens geben zu können.

Hausärzte und Kinderärztinnen erleichtert

Die Haus- und Kinderärzte begrüßen diese Entscheidung der STIKO. In einer Mitteilung des Hausärzteverbandes und Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte betonten sie: "Mit dieser Empfehlung können wir arbeiten - sie definiert eine eindeutige Gruppe und lässt dennoch Freiraum für individuelle Impfentscheidungen". So können Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit den Eltern und vorerkrankten Kindern jetzt über die Impfung entscheiden.

Es ist Erziehungsberechtigten jedoch auch möglich, nach individueller Einschätzung der behandelnden Ärzte, auch Kinder ab 12 Jahren impfen zu lassen, die kein erhöhtes Corona-Risiko haben. Die Möglichkeit dazu wird letztlich auch von der Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Eltern mit Kindern ohne Vorerkrankung werden etwas länger auf einen Impftermin warten müssen.

Gibt es genügend Impfstoff für alle?

Als erster Impfstoff-Produzent hatte der Anbieter Biontech/Pfizer bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA die Zulassung seines Vakzins beantragt. Dieser erhielt vor fast zwei Wochen die offizielle Zulassung. Aktuell soll Biontech/Pfizer laut tagesschau.de auch erste Studien zu Impfungen von Kleinkindern und bald auch von Babys vornehmen. Vielleicht könnte dann schon ab Herbst die Zulassung für weitere Altersgruppen erfolgen.

Doch aktuell ist noch nicht bekannt, ob es auch genügend Impfstoff für Kinder geben wird. Der regierende Bürgermeister von Berlin und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz Michael Müller betonte vor einer Woche laut Ärzteblatt, dass es keine zusätzlichen Vakzine für bestimmte Altersgruppen geben werde.

Eltern haben die Möglichkeit, sich ab sofort um einen Impftermin für ihre Kinder bei ihrem Haus- oder Kinder- bzw. Jugendarzt oder -ärztin zu informieren. Wann und wie viele Impfdosen es geben wird, ist jedoch noch unklar.

Interessierte Eltern können sich zu diesem Thema immer beim Robert-Koch-Institut sowie dem Bundesgesundheitsministerium informieren.

Bildquelle: Getty Images/SeventyFour

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