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Warum der Corona-Impfstoff für Kinder in 2021 unwahrscheinlich ist

Warum der Corona-Impfstoff für Kinder in 2021 unwahrscheinlich ist

Corona-Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gab am Freitag bekannt, dass er noch im Sommer mit einem Impfstoff für Kinder und Jugendliche rechnet. Doch nach Recherchen der Ärztezeitung sind die Impfstoffhersteller noch lange nicht soweit. Wann wird es einen Corona-Impfstoff für Kinder geben können?

Warum Jens Spahn einen Kinder-Impfstoff im Sommer für möglich hält

"Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann."

Jens Spahn am 06.02. laut Tagesschau.de

Bis Ende des Sommers möchte die Bundesregierung jedem einen Impftermin gegen das Coronavirus anbieten können. Wirklich jedem? Kinder waren bisher nicht für den Impfstoff vorgesehen, denn dieser ist noch nicht genügend an ihnen getestet und es gibt keinen Impfstoff, der aktuell laut EU-Norm für Kinder unter 16 Jahren zugelassen ist.

Dennoch verkündete der Gesundheitsminister letzte Woche laut tagesschau.de, dass in ein paar Monaten auch für Kinder und Jugendliche eine Corona-Impfung zur Verfügung stehen solle. Er begründet dies mit den internen Informationen von einigen Impfstoff-Herstellern, die bereits ein Vakzin für diese Bevölkerungsgruppe entwickeln würde. Doch sind die Impfstoffhersteller wirklich schon so weit?

Laut Stiko Impfung für Kinder frühestens Ende des Jahres

Der Direkter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Stiko-Mitglied Fred Zepp hält nach Berichten der Ärztezeitung eine Corona-Impfung für Kinder frühestens Ende dieses Jahres für möglich. Er gibt sogar an, dass es sich eher bis zum Jahr 2022 hinziehen wird. Denn laut seiner Aussage dauert es seine Zeit, bis die Hersteller genügend Studien mit Minderjährigen durchführen konnten.

Der Prüfaufwand für eine Impfdosis für Kinder sei zudem viel höher als derjenige von Erwachsenen. Das Robert-Koch-Institut gibt ebenfalls an, dass zunächst klar sein müsse, dass ein Impfstoff keine starken Nebenwirkungen für Erwachsene hat, ehe man ihn an Kindern testen könne. Daher gehören Kinder auch zur letzten Personengruppe, an denen ein Impfstoff getestet wird.

Soweit sind die Impfstoff-Hersteller aktuell mit ihren Studien

Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller ist noch kein konkreter Termin für erste Studienergebnisse zur Impfstoff-Verträglichkeit bei Kindern bekannt. Laut Paul-Ehrlich-Institut werden Impfstoffe nur dann zugelassen, wenn ausreichend Daten zur Wirksamkeit aus klinischen Prüfungen vorliegen würden.

Der Hersteller BionTech/Pfizer würde seit Herbst 2020 auch Studien an Kindern von 12 bis 16 Jahren durchführen. In Planung seien auch Tests an jüngeren Kindern. Wann es Ergebnisse geben wird, ist nicht bekannt. Moderna habe ebenfalls mit Tests an Kindern zwischen 12 und 17 Jahren begonnen und erwartet ein Ergebnis erst 2022. Der Hersteller AstraZeneca plane aktuell lediglich Studien der Altersgruppe sechs bis 18 Jahre, die noch nicht begonnen haben. Janssen-Cilag hätte bereits einen noch nicht zugelassenen Impfstoff entwickelt, der auch bei 12-Jährigen getestet wird.

Studienlage spricht nicht für Spahns Hoffnung

Die meisten Hersteller stecken also noch Mitten in der Studienphase oder haben noch nicht einmal begonnen. Auch wenn bei den ersten schon dieses Jahr Ergebnisse vorliegen könnten, heißt das noch nicht, dass der Impfstoff dann direkt zugelassen ist. Dieser Prozess benötigt noch mal Zeit. Sodass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Hoffnung von Jens Spahn eintreten wird.

Bildquelle: Getty Images/LanaStock

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