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Ist "Muttermilch" diskriminierend? Darum führt England ein neues Wort ein

Ist "Muttermilch" diskriminierend? Darum führt England ein neues Wort ein

Gender-Debatte

Britische Kliniken empfehlen ihren Mitarbeiter*innen, in bestimmten Fällen den Begriff "Muttermilch" zu vermeiden und auf eine geschlechtsneutrale Alternative zurückzugreifen. Das steckt dahinter.

Um der Vielfalt ihrer Patient*innen gerecht zu werden, möchten die Uni-Kliniken von Sussex und Brighton künftig neue Begriffe auf den Geburtsstationen einführen. Unter anderem sollen Begriffe wie "Menschenmilch" oder "Milch des stillenden Elternteils" an Stelle von "Muttermilch" dafür sorgen, dass sich auch transsexuelle Gebärende in Zukunft angesprochen fühlen.

Diese Alternativen möchten die Kliniken einführen

Wenn es schon eine Alternative für den Begriff "Muttermilch" geben soll, sind natürlich auch weitere Änderungen geplant. So wird dem Klinikpersonal nahegelegt, das Wort "Person" statt "Frau" zu nutzen genauso wie "Geburtselternteil" statt "Mutter". Statt Vater sollen "Elternteil" oder "Co-Elternteil" als Alternative dienen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Begriffe "Frau" oder "Muttermilch" gänzlich abgeschafft werden sollen. Wenn klar ist, dass die Gebärende sich als Frau definiert, könne man laut den Kliniken wie gewohnt bei den herkömmlichen Begriffen bleiben. Es gehe lediglich darum, die Menschen, die sich nicht klar dem binären Geschlechtersystem zuordnen wollen, abzuholen und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht diskriminiert und ausgeschlossen fühlen.

Bei Twitter stieß der Vorschlag des Krankenhauses auf viel Zuspruch:
"Das ist großartig – jeder verdient es, mit Würde und Respekt behandelt zu werden" und "Das ist fantastisch", schrieben Follower*innen. Andere warnten: "Danke für eure Tapferkeit – ich weiß, dass ihr dafür angegriffen werdet, und es ist wichtig und inspirierend zu sehen, wie ihr euch gegen sie stellt."

"Times" wettert gegen Alternativen

Obwohl die Kliniken Begriffe wie "Muttermilch" oder "Frau" nicht abschaffen wollen, sondern ihren Patient*innen lediglich Alternativen bieten möchten, wenn sie sich eben nicht als Frau einordnen möchten, ließ der Shitstorm nicht lange auf sich warten. Die Zeitung "The Times" titelte: "Breastfeeding is now chestfeeding: Why are the language police trying to wipe out women?", zu Deutsch: "Warum versucht die Sprachpolizei, Frauen auszulöschen?" Weiter schrieb die Tageszeitung: "Um die wenigen wütenden, lautstarken Menschen zu beruhigen, wird ein Geschlecht aus dem Lexikon geschrieben. Es muss aufhören".

Das ist nicht richtig. Schließlich ist es nicht das Bestreben des Krankenhauses, die Begriffe aus dem Duden zu löschen, sondern vielmehr, alternative Begriffe hinzuzufügen. Dennoch stieß die Idee der britischen Kliniken auf jede Menge Gegenwind. Als Argumente gegen die alternativen Begriffe wird u. a. genannt, dass nur sehr wenige Menschen sich nicht klar als Mann oder Frau einordnen würden.

Quellen: Brighton and Sussex University Hospitals, Welt, The Times

Bildquelle: Getty Images/RomanovaAnn

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