Prepaid oder Vertrag?

Wenn die Frage geklärt ist, OB dein Kind ein Handy bekommen soll, stellt sich gleich die nächste: Welcher Vertrag macht Sinn? Prepaid, Flatrate oder ein spezieller Kindertarif? Hier findest du Infos und Tipps für deine Entscheidung.

Welcher Handyvertrag für Kinder?

Die monatlichen Ausgaben für die Handynutzung halten sich bei den meisten Jugendlichen im Rahmen, das zeigen die Ergebnisse der aktuellen bitkom-Studie 2015. Und das unabhängig davon, wer schlussendlich die Rechnung bezahlt. "Im Durchschnitt betragen die Kosten bei den 10- bis 11-Jährigen sieben Euro, bei den 12- bis 13-Jährigen zwölf und bei den 16- bis 18-Jährigen 14 Euro im Monat. Für Apps geben die befragten Kinder und Jugendlichen im Durchschnitt einen Euro pro Monat aus." Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich vor dem Vertragsabschluss genau zu informieren, welche Art von Handy-Tarif für deine Familie die beste Wahl ist.

Neben den Gesprächen und Textmitteilungen sind es vor allem die Extras, die Geld kosten. Bis zu zehn Euro kann das einmalige Herunterladen von Klingeltönen nach Angaben des Magazins „Finanztest“ betragen. Denn Downloads werden oft über teure 0190er oder 0900er Nummern abgewickelt. Gern werden diese mit einer Deutschlandvorwahl kaschiert, z.B. 00491-90. Die Minutenpreise können bis zu zwei Euro betragen.

Prepaid-Vertrag für jüngere Kinder

Für Kinder unter 13 Jahren ist ein Prepaid-Tarif die beste Wahl. Das Prinzip ist einfach: Hier kann nur so viel Geld vertelefoniert oder für andere Dienste ausgegeben werden wie auf die Karte geladen wurde. Unerwünschte Kosten sind bei einem Prepaid-Tarif ausgeschlossen. Eine Zwölf-Euro-Karte pro Monat sollte in diesem Alter ausreichen. Achte darauf, dass das Guthaben sich nicht automatisch auflädt, sondern dass du dazu aktiv werden musst. Nur so hast du die Kosten im Blick!

Das einzelne Gespräch oder die SMS sind mit einer Guthaben-Karte oft verhältnismäßig teuer - aber mit einem Prepaid-Tarif lernen Kinder am besten, wie teuer die Smartphone-Nutzung tatsächlich ist - und üben sich am ehesten darin, ihr Handy nur dann zu nutzen, wenn es wirklich Sinn macht. Wichtig zu wissen: Dein Kind ist auch nach Ablauf des Guthabens noch erreichbar, denn Anrufe entgegennehmen kostet nichts.

Handy-Flatrate für Jugendliche

Angesichts der Tatsache, dass das Handy inzwischen weniger zum Telefonieren als zum Verschicken von Nachrichten verwendet wird, macht für Kinder ab 13, 14 Jahren, die schon deutlich mehr Zeit mit dem Smartphone verbringen, eine Flatrate durchaus Sinn. Hier kann das Kind für einen Pauschalpreis telefonieren, SMS verschicken, chatten und im Internet surfen. Als "Hausnummer" für die Datenmenge gilt: 500 MB Datenvolumen reichen für eine normale Smartphone-Nutzung aus: Ein bisschen chatten, E-Mails checken und hin und wieder ein Video anschauen. Wer Musik-Streaming nutzt, benötigt schnell 1 GB Datenvolumen. Immer wieder im Angebot sind spezielle Kinder-Tarife oder Partner-Tarife für Eltern und Kind, die aber nicht nicht zwangsläufig die günstigste Alternative sind.

Tipps, um Risiken und hohe Kosten zu minieren

  • Überlege gemeinsam mit deinem Kind, welche Handy-Funktionen es momentan (und absehbar in den nächsten zwölf Monaten) nutzt.
  • Die Nutzungsgewohnheiten ändern sich bei Kindern und Jugendlichen schnell - achte darauf, dass der Tarif flexibel geändert werden kann.
  • Lasse Drittanbieter wie Klingelton- und Spiele-Abos sperren.
  • Lasse Sonderrufnummern sperren, damit dein Kind keine teuren Service-Nummern wählen kann.
  • Lasse mobile Verbindungen ins Ausland sperren, denn diese sind oft extrem kostspielig.

Am Anfang ein altes Handy für Kinder

„Ein Handy mit allem Drum und Dran braucht das Kind am Anfang nicht“, meint Medienexperte Professor Hartmut Warkus. Da die meisten Handys aber ohnehin mit Kamera etc. ausgestattet sind, sollten Eltern mit dem Kind nicht nur über die Kosten, sondern auch über deren richtige Nutzung sprechen. „Vielleicht bietet sich für den Anfang Papas altes Handy an“, empfiehlt Warkus.

Auch, wenn es ein neues Handy wird, muss es nicht zwangsläufig das teuerste iPhone sein, nur weil all die Freunde eins haben. Damit macht man sich kurzzeitig vielleicht nicht ganz so beliebt beim Kind, spart aber eine Menge Geld. Außerdem sind Smartphones oftmals auch schadensanfällig. Hier kann eine Schutzhülle ein passendes Geschenk sein.


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