Antibiotika und Pille: Verhütungswirkung beeinträchtigt?

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Antibiotika und Pille: Verhütungswirkung beeinträchtigt?

Können Antibiotika für ungewollte Schwangerschaften sorgen? Was bestimmte Medikamente für die Verhütung bedeuten.

Können Antibiotika und Pille zusammen eingenommen werden? Immer wieder hört man von Frauen, die ihre Pille zur Schwangerschaftsverhütung gewissenhaft genommen haben, aber trotzdem schwanger wurden. Ein möglicher Grund: Der Arzt hat Antibiotika verordnet, die die Verhütungswirkung der Pille gemindert haben. Wissenschaftlich ist dies zwar noch Wie kommt es, dass Antibiotika und Pille sich nicht vertragen?

Antibiotika und Pille vertragen sich nicht immer.

Antibiotika und Pille: Dieser Mix sorgt für Überraschungen

Die Pille gilt bei richtiger Anwendung als extrem sicheres Verhütungsmittel: Nur 0,1 Prozent der Frauen, die mit ihr verhüten, werden trotzdem schwanger. Das ist eine von 1000 Frauen. Doch selbst bei einer Sicherheit von 99,9 Prozent kann einmal etwas schiefgehen.

Ein möglicher Störfaktor sind Antibiotika, die möglicherweise die Verhütungswirkung der Pille beeinträchtigen. Das gilt für Minipillen ebenso wie für Kombinationspillen. Allerdings kann es durchaus darauf ankommen, welches Antibiotikum du nimmst.

Wie Antibiotika die Pille ausbremsen

Bestimmte Antibiotika sorgen dafür, dass die Hormone in der Pille im Körper zu schnell abgebaut werden. Die antibiotischen Wirkstoffe Rifampicin und Rifambutin beeinflussen die Konzentration der Enzyme in der Leber, sodass nicht genug Progesteron vom Körper aufgenommen werden kann, um die Verhütungswirkung zu gewährleisten. Dies wird vor allem für jene Frauen zum Problem, deren Hormonresorption ohnehin knapp an der Grenze ist.

Alle Antibiotika greifen Bakterien an – auch "die guten". Wenn Antibiotika die Magengesundheit beeinträchtigen und die Darmflora von Antibiotika dezimieren, kann der Körper mit Durchfall oder Erbrechen reagieren. Damit die Pille wirken kann, sollte sie jedoch mindestens vier Stunden im Magen-Darm-Trakt verbringen. Wird sie vorzeitig ausgeschieden, kann sie ihre Wirkung nicht voll entfalten.

Die Übelkeit, die Antibiotika verursachen können, sorgen manchmal auch dafür, dass die Pille vergessen wird oder man sie nicht schlucken möchte. So können Lücken entstehen und die Wirksamkeit der Pille ist nicht mehr gewährleistet.

Nicht nur Antibiotika, auch andere Medikamente, die du wegen einer Erkrankung einnimmst, können die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen, zum Beispiel Schmerzmittel und Schlafmittel. Lies also immer den Beipackzettel oder frage deinen Arzt oder Apotheker, ob sich deine Medizin mit der Pille verträgt.

Antibiotika und Pille: Worauf solltest du achten?

Noch ist die Wechselwirkung zwischen Antibiotika und Pille nicht ausreichend erforscht, aber das Problem ist bekannt – wie viele überraschte Mamas bezeugen können. Wenn du die Pille nimmst und auch Antibiotika brauchst, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Lies den Beipackzettel: Enthält dein Antibiotikum Rifampicin oder Rifambutin? Dann verhüte während der Einnahmezeit und darüber hinaus bis zum nächsten Zyklus zusätzlich mit Kondomen.

  • Ist dir vom Antibiotikum übel, hattest du Durchfall oder musstest du dich übergeben? Dann gilt dasselbe: Verhüte zusätzlich mit Kondomen.

  • Achte auch, während du krank bist und Antibiotika brauchst, auf die pünktliche Einnahme der Pille. Vor allem die Minipille wird bei Unregelmäßigkeiten weniger sicher. Hast du die Pilleneinnahme mal vergessen, verhüte vorsichtshalber mit Kondom.

  • Wenn du nicht sicher bist, wie sich dein Antibiotikum auf die Verhütung mit der Pille auswirkt, frage deinen Arzt oder deine Frauenärztin oder erkundige dich in der Apotheke.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kann es also grundsätzlich nicht schaden, zu Kondomen zu greifen. Du solltest jedoch auch dann die Pilleneinnahme nicht komplett abbrechen, sondern einfach weitermachen. Wenn dein nächster Zyklus nach Ende der Antibiotika beginnt, nimmst du wie gewohnt deine Pille und kannst dich dann auch wieder auf sie verlassen.

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