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Dr. med. Friederike Ebigbo

Hormonersatztherapie: Unsere Expertin antwortet auf die häufigsten Fragen

Hormonersatztherapie
© Getty Images/stockfour

Wer sich mit den weiblichen Wechseljahren beschäftigt, kommt auch mit dem Thema Hormonersatztherapie in Berührung. Sie kann bei vielen Wechseljahressymptomen nachweislich helfen, hat ihre Vorteile und gewisse individuelle Risiken. Wir haben mit der Frauenärztin Dr. med. Friederike Ebigbo über die Behandlung gesprochen. Sie verrät uns pflanzliche Alternativen und welche sonstigen Empfehlungen sie für betroffene Frauen hat.

Wie unsere Hormone die Wechseljahre einleiten

Der Körper einer Frau wird von der ersten Periode bis zur Menopause von einem feinabgestimmten hormonellen Gleichgewicht bestimmt. Monatlich sorgen Östrogene, Progesteron, Gelbkörperhormone, Testosteron und viele andere wichtige Hormone dafür, dass unser Zyklus rund läuft.

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Die Eierstöcke produzieren Eizellen, die zur Befruchtung frei werden und die unser Körper bei Nichtbefruchtung jeden Monat mit der Periode abstößt. Irgendwann verlieren die Eierstöcke ihre Funktion, sie produzieren weniger Hormone und damit weniger Eizellen. Die Frau ist nicht mehr so fruchtbar wie in jungen Jahren und die Zyklen werden unregelmäßiger, bis die Periode irgendwann ganz ausbleibt. Dann befindet sie sich in der Menopause. Die Jahre vorher nennt man Perimenopause und die Jahre nach der letzten Blutung Postmenopause.

Durch das schleichende Ungleichgewicht der Hormone kann der weibliche Körper ganz schön durcheinanderkommen. Hormone sind nicht nur für den Zyklus und die Fruchtbarkeit wichtig, sie bestimmen viele andere wichtige Prozesse im Körper. Sie haben Auswirkungen auf unseren Schlaf, das seelische Wohlbefinden und die Stimmung. Außerdem regulieren sie unsere Haut und Haare, unser Herz-Kreislauf-System, wirken auf unsere Libido, die Funktion der Vagina, auf unsere Gelenke und Knochen und viele weitere Bereiche.

Wenn die Menge der dafür nötigen Hormone schwankt und sie ihre Funktionen irgendwann einstellen, geht das nicht spurlos am Frauenkörper vorbei. Genau hier setzt die Behandlung mit Hormonersatztherapie an, um die fehlenden Hormone auszugleichen.

Was ist eine Hormonersatztherapie?

Durch eine Hormonersatztherapie gleicht man demnach den Mangel an Hormonen durch Medikamente künstlich aus. Diese sind den natürlichen Hormonen nachempfunden. Das Ziel der Therapie ist es, die entstandenen Symptome der Wechseljahre in den Griff zu bekommen und dadurch zu milden. Viele Frauen leiden im Alter von 50 bis 60 unterschiedlich stark an Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Depression, vaginaler Trockenheit, Haarausfall, Schlaflosigkeit uvm.

Wenn all diese Beschwerden in den Wechseljahren erstmalig auftauchen und hormonell bedingt sind, kann eine Hormonersatztherapie helfen. Bei Patientinnen entstehen dennoch zahlreiche Fragen, weil man immer wieder liest, dass das Krebsrisiko in gewissem Maße durch die Behandlung ansteigen könne. Daher ist eine individuelle Untersuchung notwendig, weil nicht für jede Frau dasselbe Risiko gilt. Das bestätigt auch Gynäkologin Dr. med. Friederike Ebigbo, mit der wir dazu im Detail gesprochen haben.

Dr. med. Friederike Ebigbo ist seit 2020 praktizierende Gynäkologin in Hamburg und seit 2022 Teil des Ärzte-Teams von Meine-Frauenarzt-Praxis. Sie schloss 2011 ihr Medizinstudium an der Technischen Universität München ab und arbeitete an Frauenkliniken in Trier und Aachen. Ein Jahr lang unterstützte sie die telemedizinische Plattform ZAVA von London aus, die sie auch noch heute bei der Texterstellung für deutsche Patienten und Patientinnen begleitet.

Dr. med Friederike Ebigbo
Dr. med. Friederike Ebigbo (© ZAVA)

Wann schlägt ein Arzt bzw. eine Ärztin die Behandlung mit Hormonersatz vor?

Die praktizierende Frauenärztin Dr. med. Friederike Ebigbo betont in unserem Gespräch, dass es immer auf das Alter ankommt, in welchem die Frau sich befindet: Wenn man 41 ist, wird der Hormonstatus ganz anders sein als mit 49, weil die Frau sich in einer ganz anderen Hormonphase befindet. Dann müsse man laut der Expertin schauen, ob sie noch regelmäßige Blutungen hat oder diese vielleicht schon ganz aufgehört haben. Die Ärztin oder der Arzt sollte sich im Rahmen regulärer Vorsorgeuntersuchungen ansehen, ob und welche Vorerkrankungen die Patientin hat und spezifischen Beschwerden nachgehen.

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Dem voraus gehen natürlich eingehende vaginale Untersuchungen, Blutentnahme und Co., damit sich die Ärztin ein genaues Bild machen kann. Es gibt keine pauschale Empfehlung für alle Patientinnen. Die Frau sollte sich untersuchen lassen und in einem ausführlichen Gespräch wird man dann herausfinden, was die Hauptprobleme sind. Erst dann kann man in einem zweiten Schritt über Behandlungsmöglichkeiten sprechen, die sehr individuell sind.

In welchem Alter kann man mit Hormonersatz beginnen?

Es kann vorkommen, dass eine Frau schon mit Anfang 40 starke Wechseljahres-Beschwerden hat. Laut Frauenärztin Dr. med. Friederike Ebigbo sollte in einem sehr jungen Alter immer eine Hormonersatztherapie erfolgen, wenn die Produktion der Sexualhormone komplett erloschen ist. Bei jungen Frauen kann z.B. ein Östrogenmangel zu einer sehr spät einsetzenden Pubertät führen oder Ursache für einen unerfülltem Kinderwunsch sein. Ob bei euch ein Hormonmangel vorliegt, findet ihr heraus, wenn ihr euren Hormonstatus analysieren lasst. Bei fortgeschrittenem Alter besprecht ihr individuell mit eurer behandelnden Ärztin, ob und welche Therapie helfen kann. Generell sei ein gesunder Lebensstil das A und O.

"Wenn die Frau immer mal noch ihre Periode hat, ist das ein anderer hormoneller Zustand als in der Menopause. Hat die Frau hormonmangelbedingte Beschwerden, sollte man über eine Form der Hormonersatztherapie sprechen. Wenn aber auch andere Dinge hinzukommen wie z.B. Schmerzen in der Brust, muss der Hausarzt bzw. Kardiologe hinzugezogen werden. Denn das Risiko für andere, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt mit dem Alter ebenfalls."
Dr. med. Friederike Ebigbo

Frau Dr. Ebigbo weist darauf hin, dass es ab einem bestimmten Alter generell wichtig ist, die Vorsorge beim Hausarzt wahrzunehmen. Ab 35 kann man je nach individuellen Risikofaktoren alle paar Jahre ein Blutbild machen lassen. Im Alter ab 50 Jahren sollte man z.B. regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge gehen (Stuhltest). Die Ärzte arbeiten da meist am besten Hand in Hand.

Generell kann man die Hormonersatztherapie dann beginnen, wenn nachgewiesen ist, dass die Beschwerde mit den Wechseljahren zusammenhängen. Bei älteren Frauen oder denjenigen, die ein Risiko haben, sollte genau abgewogen werden, ob der Nutzen der Therapie das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen z.B. überwiegt.

Wann ist eine Hormonersatztherapie indiziert?

Nach der bisherigen Leitlinie ist eine solche Therapie für Wechseljahresbeschwerden wie die schon erwähnten Hitzewallungen, vaginale Atrophie (Gewebeschwund), urologische Beschwerden, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen vorgesehen. Ob die Behandlung mit Hormonersatz wie Östrogen allerdings wirksam für die Patientin sein kann, muss die Ärztin individuell abwägen. Frau Dr. med. Ebigbo erklärt das anhand eines Beispiels:

"Nehmen wir an, eine Frau Mitte 50 hat vor zwei Jahren das letzte Mal geblutet und hat seit mehreren Jahren Hitzewallungen, die sich jetzt jedoch verstärken. Sie ist z.B. Lehrerin und vor ihrer Klasse bricht ihr mehrmals die Stunde der Schweiß aus. Sie wird vielleicht von den Schülern ausgelacht und leidet sehr darunter. Dann sollte man über eine effektive Behandlung wie die Hormonersatztherapie sprechen."
Dr. med. Friederike Ebigbo
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Dazu ergänzt die Fachärztin noch, dass man natürlich vorher genau auf die Vorerkrankungen und Risikofaktoren schauen muss: Ist die Patientin übergewichtig? Starke Raucherin? Gibt es in ihrer Familie Brustkrebs? Was sind ihre persönlichen Ängste?

Wenn die Patientin viele Freundinnen hat, die Brustkrebs haben, kann sie dies negativ beeinflussen und sie ist wird diesbezüglich eher vorsichtig sein, auch wenn familiär keine Vorbelastung da ist. Gewisse Risiken sind da, wie bei allen Medikamenten, immer dabei. Es kommt aber auf individuelle Faktoren an, anhand derer man genau abwägt.

"Die Patientin könnte erst mal leicht einsteigen mit einem pflanzlichen Präparat, wenn sie vorerst eine hormonfreie Behandlungsmethode wünscht. Es kann aber auch sein, dass eine Frau wirklich so leidet, dass sie gleich ein Medikament haben möchte, bei dem wir von einer schnellen und effektiven Wirkung ausgehen. Das ist bei jeder Patientin sehr individuell.""
Dr. med. Friederike Ebigbo

Wann steigt das Krebsrisiko durch eine solche Behandlung?

Wie bei allen Risiken muss man hier sehr genau hinschauen: Nach dem aktuellen Studien- und Forschungsstand besteht vor allem ein Brustkrebsrisiko bei der Therapie mit Östrogen. Bei einer alleinigen Therapie mit Östrogen, wie sie bei Frauen ohne Gebärmutter vorgenommen werden kann, geht man von keiner Risikoerhöhung aus. Ebenso steigt das Risiko nicht, wenn bei Scheidentrockenheit eine rein lokale Therapie mit Cremes oder Zäpfchen angewandt wird.

"Eine Risikoerhöhung für Brustkrebs ist für eine kombinierte Hormonersatztherapie nachgewiesen. Allerdings ist das Risiko nicht so dramatisch hoch, wie es oft angenommen wird. Wir reden da von einer leichten Erhöhung. Laut einer Studie sind z.B. von 1000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren zwei mehr erkrankt [als ohne Hormonersatztherapie]. Wenn die Patientin z.B. raucht oder Übergewicht hat, ist ihre Risikosteigerung an Brustkrebs zu erkranken, deutlich höher. Die Hormonersatztherapie ist da nicht das ausschlaggebende. Aber man muss den Risikofaktor natürlich erwähnen"
Dr. med. Friederike Ebigbo
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Was ist die kombinierte Hormonersatztherapie?

Wir hatten erwähnt, dass bei der kombinierten Hormonersatztherapie ein leichte Steigerung des Brustkrebsrisikos besteht. Aber wieso wird dann nicht allen Frauen eine reine Östrogentherapie gegeben? Die Fachärztin erläutert das so:

"Östrogene regen in der Gebärmutter das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an. Durch die Östrogengabe steigt das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs. Daher muss immer auch eine Einnahme eines Gestagens erfolgen, um diesem Risiko entgegenzuwirken (Östrogen-Gestagen-Kombinationstherapie). Die Einnahme dieser zwei Hormone wird als “kombiniert” bezeichnet. Hier gibt es verschiedene Präparate und Darreichungsformen. Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, brauchen nur noch das Östrogen einzunehmen. Bei dieser Monotherapie wird das Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, nicht erhöht. Östrogen ist DAS Hormon, das am besten gegen Hitzewallungen hilft."

Welche pflanzlichen Alternativen gibt es zur Hormonersatztherapie?

Dr. med. Ebigbo schlägt als leichten Einstieg z.B. eine Behandlung mit Cimicifuga Traubensilberkerze vor. Das ist ein pflanzliches Mittel in Tablettenform, bei dem in Studien eine gute Wirkung auf Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche nachgewiesen sei.

Wenn die Patientin unter Schlafstörungen leidet, könnte Johanniskraut helfen. Dann gäbe es noch Mittel, die auf Soja basieren oder auch Mönchspfeffer, der bei Brustbeschwerden empfohlen wird. Bei diesen Pflanzenpräparate sei die Studienlage nur nicht ganz so stark. Auch diese pflanzlichen Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen haben und wirken bei jeder Frau natürlich unterschiedlich.

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Die Gynäkologin betont, dass man sich diese pflanzlichen Mittel als ersten Therapieversuch schon vor einem Termin beim Frauenarzt besorgen kann. Sie empfiehlt,  pflanzliche Medikamente aber immer auch nur mit vorheriger Beratung zu kaufen, damit wir die richtige Wirkung erzielen und Sicherheit haben.

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"Vielen Frauen geht es mit pflanzlichen Mitteln schon besser, die Reduktion von Hitzewallungen ist damit klar nachgewiesen. In einer Verlaufskontrolle bei der behandelnden Ärztin oder dem Arzt kann dann besprochen werden, ob die Besserung ausreichend ist. Wenn die Beschwerden noch bestehen und sie in ihrem Alltag stören, dann könnte man im nächsten Schritt über die klassische Hormonersatztherapie sprechen."
Dr. med. Friederike Ebigbo

Was kann ich noch tun, um Wechseljahressymptome zu mildern?

Die Gynäkologin betont, dass es hier auf jeden Fall nicht den einen Tipp für jede Frau gäbe: "Wenn eine Patientin z.B. nur unter vaginaler Trockenheit leidet und starke Schmerzen beim Sex hat, die gelegentlichen Hitzewallungen sie aber gar nicht stören, kann ihr eine Östrogen-Salbe für die Vagina sehr gut helfen. Wir müssen da individuell schauen, welche Frau mit welchen Beschwerden, Risiken und Ängsten in die Praxis kommt."

Grundsätzlich könnt ihr alles versuchen, damit ihr euch entspannt und eurem Körper etwas Gutes tut. Das kann auch Yoga, Hypnose oder Akupunktur sein. Ob diese Dinge jedoch bei Wechseljahressymptomen helfen, ist in Studien nicht ausreichend belegt. Aber wenn es darum geht, dass ihr euch insgesamt wohler fühlen wollt, dann können Sport oder Entspannungstechniken helfen.

Ihr könntet auch eine Ernährungsberaterin kontaktieren, die sich auf die Wechseljahre spezialisiert hat. Zum Thema Abnehmen und das Gewicht halten, hat die Expertin eine eindeutige Antwort:

"Es wird leider wirklich schwieriger, mit dem Alter Kalorien zu verbrennen und das Gewicht zu halten. Das hat auch mit den Hormonen zu tun, aber eben auch mit dem Altern. Da findet generell ein Wandel im Körper statt. Von daher ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung, vor allem auch Muskelaufbau wichtig."
Dr. med. Friederike Ebigbo
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Kennen sich alle Frauenärzte gut mit dem Thema Wechseljahre und Hormonersatz aus?

Dr. med. Ebigbo erwähnt, dass Ärzte und Ärztinnen heutzutage sehr spezialisiert sind: "Ein Arzt, der Eierstockkrebs operiert, wird sich vielleicht nicht so detailliert mit Wechseljahresbeschwerden befassen. Manche Kolleginnen oder Kollegen sind vielleicht eher spezialisiert auf jüngere Patientinnen und bieten Jugendsprechstunden an, andere sind dafür Brustkrebsspezialisten. Ein niedergelassener Frauenarzt/ Frauenärztin ist jedoch in der Regel mit diesem häufigen Thema gut bewandt und kann in den meisten Fällen helfen.

Bei sehr speziellen Situationen macht es manchmal Sinn zu einem Experten zu gehen, das wäre dann der gynäkologische Endokrinologe/In. Es kann auch mal sein, dass sich manche Frauenärzte oder -ärztinnen mit der Beratung und Verschreibung von Hormonersatztherapie nicht wohl fühlen. Dann kann die Patientin durchaus den Arzt wechseln oder für dieses Thema eine Überweisung zum Endokrinologen erhalten."

Wer keine Beschwerden hat, darf auch glücklich darüber sein. Es ist nicht so, dass man eine Hormonersatztherapie machen MUSS. Es gibt einige Frauen, die ganz ohne negative Symptome durch diese Phase gehen. Da reicht es dann, wenn man zur jährlichen Vorsorge geht.
Dr. med. Friederike Ebigbo

Eine wichtige Botschaft von Dr. med. Ebigbo an alle Frauen in den Wechseljahren

"Frauen sollten ihre Beschwerden unbedingt ernst nehmen und sich die richtige Hilfe suchen. Sie sollten darüber sprechen und sich nicht hilflos ihren Problemen ausgeliefert fühlen. Vaginale Trockenheit ist z.B. oft noch ein Tabu, dabei betrifft das so viele Frauen und es gibt so gute risikoarme Mittel, mit denen man das in den Griff bekommt. Darüber können Frauen offen sprechen, damit es noch viel bekannter wird als Wechseljahressymptom. 
Wichtig ist aber auch, Beschwerden nicht falsch zuzuordnen: Häufiges Herzrasen ist eher ein untypisches Phänomen für die Wechseljahre, da sollte auf jeden Fall der Internist bzw. ein Kardiologe draufgucken. Auch bei Gelenkschmerzen können das zwar die Wechseljahre sein, aber es kann sich auch um klassisches Rheuma handeln. Da würde ich der Patientin empfehlen, zum Rheumatologen zu gehen."
Dr. med. Friederike Ebigbo

Weiterführende Quellen: DKFZLeitlinie bei Hormonersatztherapie, Dr. med. Sheila de Liz "Woman on Fire"(Rowohlt)

Hinweis: Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal oder helfen bei der Erstellung einer Diagnose. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure Ärzte und Ärztinnen oder Apotheker*innen, damit sie euch individuell weiterhelfen können.

Gesundheits-Check: Bin ich schon in den Wechseljahren?

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