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Postmenopause: Was ihr wissen solltet, um besser vorbereitet zu sein

© Getty Images/FG Trade
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Die Wechseljahre von Frauen sind in verschiedene Phasen eingeteilt. Die letzte dieser Phasen nennen Gynäkologen Postmenopause. Wie man sie von der Menopause unterscheidet, welche typischen Symptome sie begleiten und was Frauen in dieser Zeit wirklich hilft.

Menopause oder Postmenopause: Was ist der Unterschied?

Die Begrifflichkeiten rund um die Wechseljahre sind einigermaßen verwirrend. Denn es ist immer noch viel zu wenig bekannt, dass dies nicht nur eine bestimmte Zeit im Leben einer Frau ist und dann ist von heut auf morgen alles anders. So pauschal lässt sich das nicht sagen, weil ja auch jede Frau ihren individuellen Zyklus und hormonelles Gleichgewicht hat. Die Wechseljahre bezeichnen die Phase der hormonellen Umstellung bei Frauen. Das Östrogen, Progesteron sowie das FSHormon und LHormon nehmen ab und führen irgendwann dazu, dass wir Frauen nicht mehr fruchtbar sind, weil keine Eifollikel mehr produziert werden. Dann nimmt auch die Regelblutung ab bzw. endet.

Diese eigentlichen Wechseljahre haben verschiedenste Phasen, die bei jeder Frau verschieden lang sind. Die eigentliche Menopause ist der Begriff für die letzte Blutung. Wenn eine Frau z. B. ein Jahr lang gar nicht mehr geblutet hat, spricht man dann von der Menopause. Die Zeit danach nennt die Frauenheilkunde Postmenopause. In dieser Zeit treten dann Beschwerden, die sich vorher schon teilweise ankündigten, nochmal in ganz anderem Umfang auf, weil es dem Körper an Hormonen mangelt.

Die verschiedenen Phasen der Wechseljahre in der Übersicht

  • Prämenopause: Die allererste Phase der Wechseljahre kann sich schon mit Ende 30 ankündigen. Viele Frauen bemerken mit Anfang/Mitte 40 in der Prämenopause erste leichte Veränderungen im Zyklus, bei der Periodenstärke und erste diffuse Symptome und Beschwerden. Nicht jeder Zyklus hat mehr einen Eisprung und der Kinderwunsch wird immer schwieriger umzusetzen.
  • Perimenopause: Die eigentliche Phase der Jahre des Hormonwechsels nennt man dann "Perimenopause". Das ist die Phase ab Mitte 40 bis Anfang/Mitte 50, wenn sich die Unfruchtbarkeit deutlicher ankündigt und die Regelblutungen und Eisprünge immer unregelmäßiger oder seltener werden. Hinzu können eine Vielzahl neuer Symptome kommen, die man gar nicht unbedingt dem Hormonabfall zurechnen würde. Das kann von Stimmungsschwankungen über Gewichtsprobleme bis Herz-Rhythmus-Störungen alles sein.
  • Menopause: Die Menopause habt ihr dann hinter euch, wenn ihr zwölf Monate mindestens eure Blutung nicht mehr hattet.
  • Postmenopause: Ab dem Zeitpunkt, wo ihr eure Periode dauerhaft gar nicht mehr bekommt, seid ihr postmenopausal. Dann ereilen viele Frauen ganz typische Symptome, die man behandeln kann, indem man die Hormone wieder ausgleicht.
Der Zustand des Hormonmangels ist sehr, sehr ungesund. Durch ihn können sehr viele - wenn nicht die meisten - Krankheiten des Alters erst Fuß fassen. (...) Problematisch ist dabei, dass viele Krankheiten zunächst relativ symptomlos verlaufen und, wenn Beschwerden schließlich auftreten, bereits fortgeschritten sind. Daher ist es am besten, die Zeit vorher gut zu nutzen und vorzubeugen, auch wenn man noch keine Beschwerden hat.
Gynäkologin Dr. med Sheila de Liz

Typische Symptome der Postmenopause

Eine Zeit der Vorfreude ist für viele Frauen die Postmenopause erst mal nicht. Wobei das ganz unterschiedlich sein kann. Ihr solltet auf keinen Fall ängstlich und verunsichert sein. Wenn du jahrelang starke Regelschmerzen aufgrund deiner Periode hattest, kannst du dich hoffentlich freuen, wenn diese vorüber sind. Es kommt immer darauf an, wie sich der eigene Hormonhaushalt auswirkt und welche Symptome dich im Zyklus bisher begleitet haben. Nerviges PMS kann dann vorüber sein, doch leider kommen durch den Hormonabfall neue Symptome dazu. Es kann jedoch auch sein, dass dich erst mal gar nichts von alldem ereilt. Das ist superindividuell. Doch es ist hilfreich, wenn du zumindest davon gehört hast, welches häufige Beschwerden sind und dass man etwas dagegen tun kann und auch sollte!

Hitzewallungen

Die Frauenärztin und Wechseljahrsexpertin Sheila de Liz betont in ihrem Buch "Woman on fire", dass Hitzewallungen die vergleichsweise harmlosesten Beschwerden dieser Phase sind. Dennoch können sie nicht weniger unangenehm und belastend sein. Dabei überkommt einen von jetzt auf gleich eine unglaubliche Hitze vom Kopf übers Dekolleté und die Arme. Man kann sich dabei teilweise fiebrig fühlen und sie können mit Übelkeit einhergehen. Manche Frauen haben das vor allem nachts, andere auch tagsüber, manchmal mehrfach am Tag oder wochenlang. Auslöser dafür ist der fallende Östrogenspiegel. Deine Frauenärztin kann sie mit Östradiolgel oder -spray behandeln.

Vaginale Beschwerden

Fast 70 % der Frauen sollen im Alter unter vaginaler Atrophie, Scheidentrockenheit, leiden. Die Vagina verliert unter dem Östrogenmangel ihre Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit. Folgen sind Brennen, Jucken, weniger Elastizität und folglich auch häufig Schmerzen beim Sex. Hier kann ebenfalls eine Östradiolsalbe helfen.

Sexuelle Unlust

Aufgrund der Scheidentrockenheit leidet auch die Libido bei vielen Frauen stark. Der Östrogenmangel führt auch dazu, dass sie sexuelle Lust generell stark schwankt oder ganz abnimmt. Sprecht darüber mit eurem Gynäkologen, nehmt das auf jeden Fall nicht so hin, wenn euch gesagt wird, das wäre normal. Und bezieht euren Partner oder die Partnerin auf jeden Fall mit ein, damit er oder sie weiß, was los ist.

Inkontinenz

Eine weitere unangenehme Folge des vaginalen Hormonmangels ist die steigende Inkontinenz in der Postmenopause. Auch darunter leiden viele Frauen still und es wird kaum darüber gesprochen. Sheila de Liz klärt auf, dass dafür nicht unbedingt eine schwache Beckenbodenmuskulatur, sondern eher die Verschlussschwäche der Harnröhre verantwortlich ist. Diese kann man mit einer Physiotherapeutin, die sich auf den Beckenboden spezialisiert hat, gut trainieren. Liebeskugeln helfen der Ärztin zufolge jedoch nicht bei diesem Problem.

Gelenkschmerzen

Muskel- und Gelenkschmerzen sollen ebenfalls laut Wechseljahrsexpertin Sheila de Liz ein Hauptsymtpom der Postmenopause sein. Viele Frauen kommen nur nicht darauf, das mit dem Hormonmangel in Beziehung zu bringen und ihren Frauenarzt darauf anzusprechen. Arthrose und rheumatoide Arthritis, auch als Rheuma bekannt, betreffen überdurchschnittlich viele Frauen im Alter über 50 und 60. Die Fachfrau empfiehlt hier unbedingt eine Hormonersatztherapie.

Verringerte Gedächtnisleistung

Was kaum jemand weiß: Östrogenmangel wirkt sich auch auf unser Gehirn aus. Er verlangsamt es und vermindert die Gedächtnisleistung. Ihr habt das Gefühl, euer Gehirn ist aus Watte und ihr könnt euch nichts mehr merken? Auch das ist ein typisches Postmenopausen-Symptom, wo eine Östradioleinnahme helfen kann.

Gewichtszunahme am Bauch

Die Wechseljahre können wir nicht verantwortlich machen für schlechte einseitige Ernährung. Diese führt definitiv zu Übergewicht. Aber der sinkende Progesteron- und Östrogenspiegel sorgt leider dafür, dass Frauen vor allem am Bauch zunehmen. Dort wird dann vermehrt Fett aufgebaut, weil das regulierende Östrogen fehlt. Wenn dann noch der Testosteronspiegel schwankt, der normalerweise die Muskulatur erhält, kann es schwieriger werden, das Gewicht und einen schlanken Bauch zu behalten – trotz gesundem Essen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

"Das Risiko, als Frau einen Herzinfarkt zu bekommen, ist niedriger als für einen gleichaltrigen Mann, bis wir Hormonmangel haben, – dann sind wir genauso gefährdet." Die Expertin für die Wechseljahre mahnt, dass Frauen ab Mitte 50 auf ihre Gefäße achten sollen, weil Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorprogrammiert sind. Auch hier wirkt eine Hormonersatztherapie vorbeugend, weil Östrogene z. B. die Durchblutung des Herzmuskels fördern. Auch das Risiko einer Artherosklerose/Gefäßverhärtung wird durch den Mangel an Östrogenen begünstigt. Diese kann zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen.

Schilddrüsenprobleme

Die Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann in der Postmenopause zu einigen der genannten Symptome führen und zusätzlich zu Haarausfall, Schlafstörungen und starkem Frieren führen. Auch die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis tritt bei Frauen über 40 meist im Zusammenhang mit dem hormonellen Wechsel auf.

Osteoporose

Osteoporose ist der Schwund der Knochenmasse und führt zu zahlreichen Knochenbrüchen und starken Rückenschmerzen. Ihr dürft nicht glauben, dass diese Krankheit meist nur alte bucklige Großmütter ereilt. Sie ist zusammen mit der Osteopenie (Minderung der Knochendichte) nicht zu unterschätzen, denn sie geht schleichend voran, weil der Knochen sich ganz langsam abbaut - im Zusammenhang mit der Hormonstörung der Wechseljahre. Also sollte man ihn auch frühzeitig schon diesbezüglich mitbehandeln und ein Auge darauf haben. Die Expertin empfiehlt daher einen regelmäßigen Check der Knochendichte für Frauen ab 50.

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Bin ich in dieser Lebensphase?

Ihr fragt euch, ob ihr schon in der Postmenopause seid? Das könnt ihr ganz einfach beantworten: Solange eure Blutung noch immer mal kommt, dann noch nicht. Erst wenn sie dauerhaft komplett ausgeblieben ist und zwar für mindestens ein Jahr, dann seid ihr postmenopausal. Wenn ihr regelmäßig mit eurer Frauenärztin sprecht, wird sie eure Zyklen und Beschwerden ja kennen und kann euch auch darauf vorbereiten.

Sprecht sie oder ihn unbedingt darauf an, auch wenn ihr erst Anfang 50 seid. Auch wenn ich noch ab und zu blutet, können obrige Symptome beginnen, die ihr am besten frühzeitig behandelt. Fragt auch nach den erwähnten Salben und lasst euch über Hormonersatztherapie beraten. Gemeinsam mit euren Ärzten könnt ihr so die beste Therapie für den Hormonmangel bei euch herausfinden.

Häufig liest man auch vom Hormontest, also einem Bluttest, der euren hormonellen Status anzeigt. Den könnt ihr bei eurer Frauenärztin machen lassen. Doch er bringt nicht viel, wenn ihr keinen Vergleichswert habt. Denn er ist nur eine Momentaufnahme und während der Wechseljahre schwankt euer Hormongleichgewicht enorm. Daher empfiehlt auch Buchautorin Sheila de Liz, dass Frauen schon mal mit Ende 30 Anfang 40 einen Hormonstatus im Blut abfragen lassen sollten, wenn es ihnen noch hormonell gut geht und der Zyklus noch regelmäßig ist. Dann habt ihr eure positiven Werte, die euren Ärzten weiterhelfen, damit sie wissen, auf welches Hormonlevel ihr eingestellt werden müsstet.

Was Frauen in der Postmenopause hilft und gut tut

Das Wichtigste ist jetzt: Sucht euch eine Frauenärztin, der ihr vertraut und die euch diesbezüglich zuhört. Wenn euer Arzt eure Beschwerden mit dem Hinweis abschmettert: "Das ist eben so in dieser Lebensphase einer Frau" solltet ihr ihn wechseln. Es gibt für alle genannten Symptome und Probleme Hilfe, vor allem wenn ihr damit rechtzeitig beginnt. Dann könnt ihr sie am besten in den Griff kriegen und für euch die geeignete Hormonersatztherapie finden.

Generell empfehlen Gynäkologen und Gynäkologinnen postmenopausalen Frauen, auf ihr Herz zu hören und das zu tun, was ihnen Spaß macht. Was habt ihr für Träume, was möchtet ihr ausprobieren? Braucht ihr eine Veränderung? Sei es im Beruf, im Privaten, in der Beziehung, dem Lebensraum oder was auch immer? Dann traut euch und probiert es aus. Der hormonelle Mangel kann für sehr schlechte depressive Verstimmungen und dunkle Gedanken sorgen. Ihr müsst euch diesem aber nicht einfach ergeben, denn es gibt Hilfe, ihr müsst nur danach fragen und die richtigen Ärzte finden, die euch diese geben.

Seid offen für Neues und lasst euch nicht einreden, euer Leben wäre irgendwie schlechter oder eingeschränkt. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Sport, Austausch und soziale Kontakte mit anderen Frauen helfen außerdem, dass ihr wisst: Ihr seid nicht allein und ihr könnt diese Lebensphase aktiv gestalten und typischen, daraus folgenden Alterserkrankungen vorbeugen. Allen Frauen, die es noch nicht kennen, möchte ich das Buch der erwähnten Gynäkologin empfehlen und noch ein paar weitere Lesetipps:

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Wann endet die Postmenopause?

Man sagt, dass die Wechseljahre bis zum Eintritt in das sogenannte "Senium" enden. Damit wird die Abnahme der Leistungsfähigkeit ab dem Lebensalter von 65 Jahren bezeichnet. Daher dauert die Postmenopause ca. zehn bis fünfzehn Jahre. Der Körper beginnt ganz langsam, sich auf den hormonfreien Status umzustellen, das kann viele Jahre dauern, in denen genannte Symptome mal mehr oder weniger zu eurem Leben dazugehören können. Doch ihr wisst jetzt, wonach ihr fragen müsst und seid bestens vorbereitet.

Selbst-Test: Bin ich in den Wechseljahren?

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