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Jedes Ei zählt

So viele Eizellen hat eine Frau

Sie sind nur 0,11 bis 0,14 Millimeter groß und doch entsteht aus ihnen alles Leben: Eizellen. Wir sagen dir, wie viele Eizellen eine Frau hat und bei wie vielen davon es zum Eisprung und damit vielleicht zu einer Schwangerschaft kommen kann. Außerdem: So kannst du feststellen lassen, wie viele Eizellen du selbst (noch) hast.

Wie viele Eizellen hat ein Mädchen bei der Geburt?

Zum Zeitpunkt der Geburt verfügt ein Mädchen über seine gesamte Fruchtbarkeitsreserve – über 1 bis 2 Millionen unreife Eizellen, so genannte Oozyten. Der Fötus im Mutterleib hat sogar noch mehr davon, nämlich 6 bis 7 Millionen. Sie entstehen, wenn das ungeborene Baby ungefähr 20 Wochen alt ist.

Wie viele Eizellen hat eine Frau?

Zu Beginn der Pubertät sind von den 1 bis 2 Millionen Eizellen noch ungefähr 500.000 Follikel in den Eierstöcken übrig. Jeden Monat werden allerdings über 1.000 davon abgestoßen. Sie verkümmern oder bilden sich zurück. Dies ist ein völlig natürlicher Vorgang, der unabhängig von äußeren Faktoren wie Erkrankungen, Lebensführung, Verhütung etc. ist. Du kannst diesen Verlust also leider nicht beeinflussen.

Während des Lebens werden keine neuen Eizellen mehr gebildet. Das bedeutet, je jünger eine Frau ist, über desto mehr Eizellen verfügt sie (ovarielle Reserve). In Kombination mit der Qualität der Eizellen ist deren Anzahl entscheidend für die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Zwischen 20 und 30 ist die Fruchtbarkeit statistisch gesehen am höchsten. Danach nimmt sowohl die Zahl der Eizellen als auch deren Qualität ziemlich rasch ab. Dann wird es zunehmend schwieriger, schwanger zu werden und ein gesundes Baby auf die Welt zu bringen.

Ab 35 verläuft die Kurve der abnehmenden Fruchtbarkeit noch steiler. Allerdings kann man nicht allgemein sagen, wie viele Eizellen eine Frau in welchem Alter noch hat. Die Anzahl der Eizellen variiert nämlich von Frau zu Frau! Ungefähr 1 Prozent der Frauen hat mit 40 schon keine ovarielle Reserve mehr, andere werden in diesem Alter noch problemlos schwanger.

Wenn es nur noch wenige Follikel in den Eierstöcken gibt, wird weniger Östrogen produziert. Damit kommt die Perimenopause, der Beginn der Wechseljahre, bei der Frauen im Durchschnitt zwischen Anfang und Mitte 40 sind. Wenn die Wechseljahre abgeschlossen sind, sind meist nur noch 1.000 oder weniger Eizellen in den Eierstöcken übrig. Damit sind die Chancen, mit 50 noch schwanger zu werden, verschwindend klein. Mit rund 51 Jahren findet die Menopause, die letzte Menstruationsblutung, statt. Danach ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen.

Charoline Bauer

Oh Mann!

Ich habe vor einiger Zeit auf Twitter einen lustigen (oder traurigen?) Tweet gelesen. Darin schrieb ein männlicher User, dass Frauen sterben, wenn ihr Körper alle Eizellen aufgebraucht hat. Ok ... der Herr hat im Biologieunterricht wohl nicht richtig aufgepasst. Glücklicherweise ist dem nicht so, sonst gäbe es nur sehr wenige Frauen über 50. Oh boy!

Wie viele Eizellen hat eine Frau pro Zyklus?

Aus dem Vorrat in den Eierstöcken werden andauernd Eizellengruppen zum weiteren Wachstum ausgewählt. Etwa drei Monate lang reifen sie heran und durchlaufen dabei verschiedene Entwicklungsstadien. Zwischen Tag 5 und 7 deines Zyklus wird aus den bis dahin 6 bis 8 Millimeter großen Antralfollikeln einer als vorherrschender herausgebildet. Nur dieser entwickelt sich als sogenannter Graaf-Follikel weiter und stößt um die Zyklusmitte die Eizelle in den Eileiter ab (= Eisprung). Die anderen Follikel, die sich in einem früheren Entwicklungsstadium befinden, sterben ab. In jedem Zyklus sind dies mehrere Hundert, manchmal auch Tausend Follikel, die so verloren gehen. Während der gesamten fruchtbaren Jahre einer Frau kommt es insgesamt bei ungefähr 400-500 Eizellen zum Eisprung. Gut zu wissen: Psychische Faktoren wie Stress oder Druck (zum Beispiel durch unerfüllten Kinderwunsch) können die Entwicklung der Follikel negativ beeinflussen.

Wie viele Eizellen habe ich noch?

Wenn du wissen möchtest, wie viele Eizellen du selbst noch hast, kannst du deine ovarielle Reserve ärztlich bestimmen lassen. Dazu wird zwischen dem 3. und 5. Tag deines Zyklus eine Ultraschalluntersuchung gemacht, bei der die heranreifenden Follikel in den Eierstöcken gezählt werden. Ergänzend wird dir Blut abgenommen und der Hormonstatus bestimmt. Besonders wichtig sind dabei die Mengen an AMH (Anti-Müller-Hormon), Estradiol (zuständig für eine problemlose Eireifung) sowie FSH (follikelstimulierendes Hormon).

Aus den Ergebnissen von Ultraschall und Labor kann der/die Gynäkolog*in Rückschlüsse daraus ziehen, wie groß deine ovarielle Reserve noch ist. Im Allgemeinen spricht man von einer niedrigen ovariellen Reserve, wenn die Zahl der Follikel insgesamt unter 7 liegt und ein niedriger AMH-Wert in Kombination mit einem hohen FSH-Wert hinzukommt.

Doch Achtung: Die Anzahl der Eizellen alleine sagt aber noch nichts darüber aus, wie lange du noch schwanger werden kannst! Die Fruchtbarkeit ist vielmehr eine Frage der Qualität der Eizellen, die wiederum stark vom Alter abhängt.

Kann ich die Zahl meiner Eizellen auch selbst feststellen?

Sogenannte Fruchtbarkeitstests für daheim boomen. Kinderwunsch-Experten sehen die Nützlichkeit solcher Tests allerdings kritisch, da ihre Interpretation für Laien schwierig ist. Warum das so ist, kannst du in diesem Beitrag nachlesen:

 

Noch jung und trotzdem keine Eizellen (mehr)?

Auch wenn die ovarielle Reserve ganz stark mit dem Alter zusammenhängt, kann es sein, dass du schon in jungen Jahren nur noch wenige oder keine Eizellen hast (vorzeitige Ovarialinsuffizienz). Laut dem Berufsverband der Frauenärzte e. V. sind etwa 1 Prozent der Frauen davon betroffen.

Von vorzeitigen Wechseljahren spricht man, wenn deine Eierstöcke schon vor deinem 40. Geburtstag ihre Funktion einstellen und keine Follikel mehr heranreifen. Wie die Deutsche Menopause Gesellschaft berichtet, betrifft dies ebenfalls etwa 1 Prozent der Frauen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass schon im jungen Alter keine Eizellen mehr vorhanden sind, ist also insgesamt sehr gering. Falls du dennoch den Verdacht hast, dass du nur noch über eine niedrige ovarielle Reserve verfügst, kontaktiere dein*e Gynäkolog*in.

Kann ich trotzdem schwanger werden, wenn ich keine Eizellen (mehr) habe?

Wenn du über keine eigenen Eizellen (mehr) verfügst, kannst du leider weder auf natürlichem Weg noch mit Hilfe von IVF oder ICSI schwanger werden. Die einzige Möglichkeit ist dann eine Eizellenspende. Alle Informationen dazu findest Du in der Bilderstrecke:

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Eizellenspende

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Eizellenspende
Bilderstrecke starten (13 Bilder)

Quellen: Stiftung Gesundheitswissen, Let's Family, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,SwissMom, fertinesse

Du und dein*e Partner*in wünscht euch ein Baby aber es will nicht klappen? Das Video zeigt euch, welche Methoden euch Hilfe bieten können:

Unerfüllter Kinderwunsch: Diese Methoden können helfen Abonniere uns
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Perioden-Quiz: Weißt du schon ALLES über den weiblichen Zyklus und die Menstruation?

Bildquelle: Getty Images/ peakSTOCK

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